20. Oktober 2020

Unispital Basel: neue Erkenntnisse zur Herzmuskelschädigung bei Operationen

Ein interdisziplinäres Forschungsteam aus der Kardiologie, der Anästhesie und der Chirurgie am Universitätsspital Basel hat ein neu erkanntes Problem genauer unter die Lupe genommen: Herzmuskelschädigungen, die bei Operationen an anderen Organen entstehen, können mehrere Ursachen haben. Das Sterberisiko und die Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Ursache.

 

Schädigungen am Herzmuskel können auch während Operationen auftreten, die nicht das Herz betreffen (perioperative Herzmuskelschädigung, perioperative myocardial infarction/injury, PMI). Sie können die Sterblichkeit relevant erhöhen, wie Forschende des Universitätsspitals Basel bereits 2018 gezeigt haben.

Nun konnte ein interdisziplinäres Forschungsteam aus der Kardiologie, der Anästhesie und der Chirurgie unter der Leitung des Cardiovascular Research Institute Basel (CRIB) am Universitätsspital Basel zeigen, dass PMI nicht auf eine, sondern auf eine ganze Reihe von verschiedenen Ursachen zurückzuführen sind. Aus dieser Erkenntnis ergeben sich für die Behandlung dieser Krankheitsbilder neue Möglichkeiten. Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift JACC (Journal of the American College of Cardiologists) publiziert.

Die Forschenden um den Assistenzarzt Dr. Christian Puelacher konnte zeigen, dass eine PMI aus diversen Krankheitsbildern bestehen kann, unter anderem Herzinfarkt, akute Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und ungenügende Sauerstoff-Versorgung des Herzmuskels. Je nach Art der Ursache unterscheidet sich die Sterblichkeit bei und unmittelbar nach Operationen. Während manche PMI-Typen nur eine leichte Übersterblichkeit zeigen, sterben 30 Prozent der Patientinnen und Patienten, die wegen akuter Herzinsuffizienz eine PMI erleiden, innert 30 Tagen nach der Operation. Insgesamt verlaufen PMI in mehr als 80% ohne Symptome und meist sogar ohne Veränderungen am Elektrokardiogramm (EKG), so dass sie bei einer Routine-Untersuchung ohne ausdrückliches Screening leicht zu spät oder gar nicht diagnostiziert werden. 

Das Cardiovascular Research Institute Basel (CRIB) am Universitätsspital Basel fördert Nachwuchskräfte in der Forschung, wie die Erfolgsgeschichte des Assistenzarztes Christian Puelacher zeigt. Die Studie wurde vom Schweizerischen Nationalfonds, der Schweizerischen Herzstiftung, der kardiovaskulären Stiftung Basel, der Universität Basel und dem Universitätsspital Basel unterstützt. 

 

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