02. Oktober 2020

Urologen des Unispitals Basel behandeln gutartige Prostatavergrösserung mit Hochdruck

Ein neuer Operationsroboter ermöglicht die rasche, millimetergenaue und noch schonendere Behandlung von Patienten mit gutartig vergrösserter Prostata. Statt Hitze und Elektrizität kommt ein Hochdruck-Wasserstrahl zum Einsatz.

 

Mit dem AquaBeam® System steht am Universitätsspital Basel erstmals eines der innovativsten Roboter-assistierten Verfahren zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrösserung zur Verfügung.

Der Eingriff mit dem neuen Operationsroboter wird ohne Schnitt durch die Harnröhre durchgeführt und dauert zwischen 20 und 30 Minuten. Die operierende Fachperson führt das Gerät ein und legt mit Ultraschall fest, wo genau wie viel überschüssiges Gewebe durch einen Hochdruck-Wasserstrahl abgetragen werden soll. Dieser Vorgang wird mittels Echtzeit-Ultraschall kontrolliert. Der Operationsroboter garantiert ein Höchstmass an Präzision und ermöglicht die millimetergenaue Abtragung des zuvor durch den Facharzt oder die Fachärztin festgelegten Bereichs. Diese Methode ermöglicht eine schonende, kontrollierte und schnelle Abtragung des Prostatagewebes. Dabei kann komplett auf elektrischen Strom oder Hitze verzichtet werden, wodurch das umliegende Gewebe geschont wird.

Beschwerden bei der Blasenentleerung aufgrund einer gutartig vergrösserten Prostata sind häufig und nehmen mit steigendem Lebensalter zu. Bereits bei etwa 30% der über 50-jährigen Männer sind sie vorhanden. Wenn eine Therapie mit Medikamenten nicht zum Erfolg führt, kann eine Operation über die Harnröhre zur Linderung der Beschwerden und zur Verbesserung der Blasenentleerung durchgeführt werden. Mit dem AquaBeam® System dauert die Gewebeabtragung unabhängig von der Grösse der Drüse nur wenige Minuten.

Insbesondere Patienten mit grossen Prostatadrüsen profitieren von der dadurch deutlich verkürzten Operationsdauer. Darüber hinaus kann durch die schonende Technik mit Verzicht auf Hitzeanwendung in Kombination mit der hochpräzisen Gewebeabtragung bei den meisten Patienten der Samenerguss und die Sexualfunktion erhalten werden.

Interessierte können sich für weitere Informationen oder eine Abklärung bei der Urologie des Unispitals Basel melden: unispital-basel.ch/urologie

 

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