12. September 2016

Weltweit erster Einsatz eines Laser-Knochenschneid-Roboters

Das Universitätsspital Basel setzt als weltweit erstes Spital einen Roboter ein, der mittels Laser Knochen schneidet. Roboter CARLO kann für sämtliche Knochenschnitte eingesetzt werden. Dank völlig neuartiger Technik mit einer Laserquelle werden die Schnitte genauer, sie heilen schneller und sind für Patientinnen und Patienten weniger traumatisch. Vorerst handelt es sich um einen Forschungs-Roboter, der zur klinischen Anwendung bis 2018 zertifiziert werden soll.

 

CARLO ist längst kein Unbekannter mehr. Er hat mehrere Preise gewonnen und zahlreiche Medien haben schon über ihn berichtet, so unter anderem der Tages-Anzeiger, die Berner Zeitung, die Südostschweiz, die Aargauer Zeitung, die Sonntagszeitung, Eco, 10vor10 und NZZ Format. Alle Publikationen erschienen in einer Phase, in der die Konstruktion des Knochenschneid-Roboters noch in Labors vorangetrieben wurde. Nun aber ist die Entwicklung einen entscheidenden Schritt weitergekommen, denn CARLO ist jetzt für die Anwendungsforschung einsatzbereit.

Den ersten lieferbaren Forschungs-CARLO nimmt das Universitätsspital Basel (USB) in Betrieb. Das USB hat zur Entwicklung des Roboters wichtige Beiträge geleistet und hält an der Herstellerfirma Advanced Osteotomy Tools AG (AOT) eine Minderheitsbeteiligung. AOT ist ein Spin-Off des USB und der Universität Basel. Bis zum ersten klinischen Einsatz von CARLO sind noch einige Hürden zu nehmen. Noch im laufenden Jahr werden die prä-klinischen und 2017 die klinischen Versuche über die Bühne gehen. Läuft alles nach Plan ist für 2018 die Zertifizierung vorgesehen. Erst dann wäre der Weg frei, dass der Laserstrahl von CARLO erstmals Knochen von Patientinnen und Patienten schneiden könnte.

Neue Dimension erreicht

Die Vorteile, die CARLO im klinischen Einsatz verspricht, sind äusserst verheissungsvoll: Mit einer Schnittbreite von nur 0,2 Millimeter sind die Knochenschnitte fünf bis zehn Mal feiner als jene einer konventionellen oszillierenden Knochensäge. Kommt hinzu, dass CARLO auch Wellenlinien, Zickzackmuster, Kurven, S-Formen oder puzzleförmige Teile schneiden kann. Damit lassen sich Knochen besser wieder zusammenfügen, was die Heilung wesentlich beschleunigt, weniger Komplikationen zur Folge hat und die Stabilität der Knochen-Rekonstruktion stärkt. CARLO hat aber auch ganz praktische Vorteile, denn für den Schnitt sind keine Instrumente nötig, die gereinigt, kontrolliert, gewartet und steril verpackt werden müssen.

CARLO steht für Cold Ablation Robot-guided Laser Osteotome. Gesteuert wird der Roboter von einem Computer, den ein Chirurg ausgehend von einer Computertomographie für die Operation programmiert. Anschliessend führt der einarmige CARLO unter Aufsicht des Chirurgen den Schnitt mittels Laserstrahl selbständig, präzise und kontaktfrei durch. Bisher liessen sich Knochen nicht mit Laser schneiden, weil die erzeugte Hitze das Knochengewebe beschädigte. Mit den Möglichkeiten, die CARLO eröffnet, kann die Medizintechnologie eine neue Dimension erreichen.

Die geistigen Väter von CARLO sind der Laserphysiker Dr. Alfredo Bruno, Mitgründer und CEO der Start-up Firma AOT, und Prof. Hans-Florian Zeilhofer, Chefarzt Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Leiter Hightech-Forschungs-Zentrum des USB.

 

Medienauskunftsstelle