Blog des Universitätsspitals Basel
11. Dezember 2019

5 Fragen an... Claudia Cierpka aus der Betriebsergonomie

In unserer Rubrik «5 Fragen an…» stellen wir in regelmässigen Abständen USB-Mitarbeitende aus den unterschiedlichsten Bereichen und Berufsgruppen vor. Den Beginn macht Claudia Cierpka, welche vor 11 Jahren als Ergotherapeutin am Universitätsspital Basel (USB) angefangen hat und seit 2014 die Betriebsergonomie leitet.

 

Als Betriebsergonomin sucht sie für USB-Mitarbeitende mit ergonomischen Problemen nach individuellen Lösungen, um das Arbeitsumfeld angenehmer und schmerzfreier zu gestalten. In Zusammenarbeit mit dem Einkauf prüft sie Mobiliar und Hilfsmittel auf ergonomische Kriterien, bietet Schulungen zur korrekten Körperhaltung am Arbeitsplatz an und berät Führungsverantwortliche bei der Optimierung von Räumlichkeiten nach ergonomischen Faktoren. Daneben bearbeitet sie im Austausch mit dem Personalarzt, dem Arbeitsmediziner und dem Sicherheitsbeauftragten interdisziplinäre Fragestellungen zum Thema Arbeitsmedizin, Gesundheitsschutz und Ergonomie. 

Liebe Claudia, was findest du das Schöne an deiner Tätigkeit am USB?
Es war von Beginn an der 1:1-Kontakt mit den Kundinnen und Kunden, der mir am meisten gefallen hat. Als Betriebsergonomin ist mein Arbeitsalltag sehr selbstbestimmt. Diese Freiheit und Flexibilität schätze ich sehr. Erfreulich finde ich auch, wie sich das Angebot der Betriebsergonomie etabliert hat und doch niederschwellig geblieben ist. Am Anfang habe ich gedacht, ob ich wohl genug Arbeit haben werde. Umso schöner war es dann festzustellen, dass die Dienstleistung auch rege in Anspruch genommen wird und ich dadurch mit sehr vielen Menschen aus dem ganzen USB zu tun habe.

Du bist schon ein wenig länger hier. Was hat sich mit der Digitalisierung für dich verändert?
Den Einzug der Digitalisierung merke ich auch in meinem Berufsalltag. Mein Aufgabenfeld ist dadurch anders geworden. Mit den Pflegewagen inkl. PC auf den Stationen häufen sich auch die Beratungen zur korrekten Körperhaltung an diesem Wagen. Ebenso nehmen die Beratungen zur korrekten Einstellung von Computerdisplays und Bürostühlen zu, weil es auch im Spital immer mehr Menschen gibt, die mit dem Computer arbeiten und für längere Zeit sitzen müssen. Um dem entgegenzuwirken wünsche ich mir für das USB ein Software-Tool, das auf dem Computer auftaucht und uns an die Wechselhaltung und Bewegung erinnert.

Was möchtest du als Betriebsergonomin hier im Haus bewirken?
Ziel eines jeden Unternehmens muss es sein, ein produktives Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich die/der Einzelne wohl fühlt und in das sie/er gerne zur Arbeit kommt. Ich möchte als Betriebsergonomin meinen Teil dazu beitragen, dass dies dem USB gelingt. Die Mitarbeitenden sollen sich in zwanglosen Körperhaltungen, die der Gesundheit nicht schaden, bewegen und arbeiten können. Gleichzeitig ist mein Ziel natürlich auch, die Mitarbeitenden zu sensibilisieren, eine natürliche Körperhaltung einzunehmen und sie dahingehend zu schulen.

Gibt es ein besonderes Erfolgserlebnis, das dich motiviert hat?
Ich habe gerade ein Projekt mit der Abteilung Hotellerie Service abgeschlossen, was sehr positiv und hilfreich für alle Involvierten war. Hierbei haben wir Kurzschulungen im Arbeitsalltag, also «on the job», durchgeführt. Die Rückmeldungen dazu waren sehr positiv und helfen nicht nur mir in der Planung zukünftiger Schulungen, sondern auch der Abteilungsleitung, da Mitarbeitende direktes Feedback zu ihrer Arbeitsumgebung geben konnten.  

Ertappst du dich manchmal selber, dass du gewisse Dinge nicht einhältst, die du deinen Kundinnen und Kunden ans Herz legst?
Klar sitze auch ich manchmal falsch auf dem Stuhl und lasse mich hängen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und diese Gewohnheiten immer wieder zu hinterfragen, ist wohl das schwierigste an meinem Job. Es braucht die Bereitschaft dazu. Aber ich würde sagen, dass ich das Mantra der Wechselhaltung schon so verinnerlicht habe, dass ich mich unbewusst viel im Arbeitsalltag bewege. Schon nur aufgrund der Termine auf dem ganzen USB-Campus. Ich ertappe mich dann dabei, wie ich im Vorbeilaufen an Büros und Stationen ein falsch eingestelltes Display oder ein zu schwaches Bürolicht entdecke. Manchmal erinnere ich die Kolleginnen und Kollegen kurz daran, manchmal lasse ich es auch sein, weil ich nicht bevormundend sein möchte. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine Beratung vor allem dann erfolgreich ist, wenn die Personen bereit sind, sich auf Veränderungen einzulassen. Mir sind dabei meine eigene Glaubwürdigkeit und ein guter Kontakt zu den Mitarbeitenden sehr wichtig.

 

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