Blog des Universitätsspitals Basel
26. März 2020

«Einen typischen Arbeitstag? Den gibt’s bei mir gar nicht!»

Claudia Bitterlin, Pflegefachverantwortliche Chirurgie, studiert im 2. Semester Pflegewissenschaft an der Universität Basel. Wie sich ihr Alltag mit Beruf und Studium gestaltet, erzählt uns die 26-Jährige im Blog.

 

Meine Ausbildung

Es klingt fast unglaubwürdig, aber der Berufswunsch kam bei mir sehr früh. Damals sprach man noch von «Krankenschwester», aber bereits mit 10 oder 11 Jahren war mir klar, dass ich das machen wollte. Mit Menschen arbeiten, das erachtete ich schon damals als sinnvoll. Nach der Matura begann ich hier am Universitätsspital Basel mit der Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau HF – obwohl ich damals oft hörte, ich solle doch lieber Medizin studieren nach dem Gymnasium, vertraute ich meinem Bauchgefühl und zog die Idee durch. Und ich würde es heute wieder genauso machen! Bereits während der HF-Ausbildung hier wuchs in mir die Idee, später noch ein Studium in Pflegewissenschaft anzuhängen. Nach meinem HF-Abschluss wollte unbedingt auf die Privatstation Chirurgie 7.1., weil man dort sämtliche chirurgischen Disziplinen praktiziert, und das Unispital hat mir diesen Wunsch erfüllt. Ich arbeitete dort drei Jahre lang, lernte unglaublich viel und war Teil eines fantastischen Teams.

Meine Arbeit

Letzten September begann ich mit meinem Studium – ein paar Monate später wechselte ich auf die Chirurgie 6.2., wo ich seit letztem Monat Pflegeverantwortliche in einem 60%-Pensum bin. Toll war natürlich, dass ich für diese verantwortungsvolle Rolle aktiv vom USB angefragt wurde – ich habe dann ein Kennenlerngespräch gemacht und mir alles angesehen. Das hat mich überzeugt. Klar, mit 26 bin ich jung für eine Pflegeverantwortliche, aber ich bin nicht die einzige in diesem Alter, mein Kollege auf der Station, der auch Pflegeexperte ist, ist 27. Die neue Rolle ist anspruchsvoll und fordert mich, sie gefällt mir aber sehr gut. Aktuell lerne ich Station, Kolleginnen und Kollegen und Verantwortlichkeiten kennen. Einen typischen Tag gibt es bei mir nicht – einerseits habe ich Fachverantwortungstage mit ganz unterschiedlichen Aufgaben, an denen ich vom Team bei komplexen Situationen, für Fallbesprechungen oder für Inputs und Beratungen beigezogen werde. Auch die Umsetzung spezieller Projekte gehört zu meinem Tätigkeitsbereich. Andere Tage arbeite ich ganz normal als Pflegefachfrau auf der Station. Natürlich überlappt das alles und es kommen auch Anfragen an den «normalen» Tagen zu mir. Die schönsten Momente sind auf jeden Fall die, in denen ich Wertschätzung spüre – sei es vom Team oder von den Patientinnen und Patienten. Ich zeige selber auch gerne Wertschätzung, zum Beispiel, wenn kranke Menschen in schwierigen Momenten viel leisten.

Mein Studium
Ich bin jetzt im zweiten Semester des Masterstudiums Pflegewissenschaft und schliesse bald das Grundstudium ab – danach folgen zwei Jahre Aufbaustudium. Grundsätzlich geht es im Studium darum, pflegerisches Können zu vertiefen sowie Kompetenzen für wissenschaftliches Arbeiten im eigenen klinischen Kontext zu entwickeln. Ich habe mich für den Schwerpunkt Advanced Nursing Practice entschieden – die Alternative wäre Research, also Forschung, gewesen. Das Studium ist sehr praktisch ausgerichtet für ein Universitätsstudium, das hat mich auch sehr angesprochen: Es wird empfohlen, nebenher zu arbeiten, da wir immer wieder Aufträge erhalten, die wir in der Praxis umsetzen müssen. Natürlich sind auch Vorlesungen oder Seminare Teil des Studiengangs, aber Theorie und Praxis halten sich hier schön die Waage.

Meine Motivation

Ich erlebe meine Arbeit am Universitätsspital so, dass alle viel geben für die Patientinnen und Patienten – jeder hier arbeitet sehr personenzentriert. Es herrscht ein sehr offenes Klima. Mir gefällt, dass es hier Menschen aus so vielen verschiedene Kulturen gibt – das ist etwas sehr Typisches fürs Unispital. Das bringt Diversität und immer wieder Kontakte zu anderen Leuten – so wird der Alltag einfach viel bunter. Ich bin generell ein sehr neugieriger Mensch, der sich immer wieder neue Inputs wünscht. Deshalb passt auch mein Studium sehr gut zu mir: Ich interessiere mich nicht nur für die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten, sondern auch für das Gesundheitswesen und seine Entwicklungen generell – langfristig möchte ich aktiv an Veränderungen mitarbeiten. Natürlich hat mich auch angesprochen, dass es Pflegewissenschaft als Voll- oder Teilzeitstudium gibt, ich parallel dazu arbeiten kann und so finanziell unabhängig bleibe.

Mein Arbeitgeber

Die Unterstützung vom Unispital hilft mir sehr, alles zu meistern: So habe ich jetzt geregeltere Arbeitszeiten, mache aktuell keine Nachtschichten mehr, erhalte gewisse Studientage an meine Arbeitszeit angerechnet und die Studiengebühren werden ebenfalls von meiner Arbeitgeberin übernommen. Da spüre ich viel Verständnis. Ich kenne auch andere Studierende hier im Haus, die ebenfalls Pflegewissenschaft belegt haben – mit ihnen kann ich mich jederzeit austauschen. Das Universitätsspital begrüsst unsere Weiterbildung, und das spüren wir. Ich glaube, deshalb gibt es hier im Vergleich zu anderen Institutionen auch so viele Pflegewissenschaft-Studierende: Weiterbildungen werden hier begrüsst und gefördert. Und dass ich von hier in nur fünf Minuten am Institut bin, erleichtert natürlich auch einiges!

Meine Zukunft

Ich möchte auf jeden Fall weiterhin in der Pflege tätig bleiben. Es ist ein toller Berufszweig – man kann sehr kreativ sein und sich stark einbringen. Der Beruf hat Zukunft – es braucht immer Leute im Gesundheitswesen. Und, weiterer Vorteil: Man findet viele Teilzeitstellen. Das ist auch toll für Männer, die Familie wollen! Ausserdem gibt es sehr viele Möglichkeiten, sich danach im Spital selber weiterzubilden – z.B. in Richtung Anästhesienotfall, Intensivpflege oder Wundberatung. Momentan bin ich erst im zweiten Semester meines Studiums, aber ich kann mir gut vorstellen, nach Studienabschluss eine Advanced Practice Nurse-Rolle hier am Universitätsspital zu übernehmen. Mich interessieren die Themen Älterwerden, Demenz und Delir sehr, und ich würde gerne in diese Richtung tätig werden. Auch weil ich immer weiter Neues lernen möchte und es einfach mag, mir noch mehr Wissen in meinem Fachbereich anzueignen, könnte ich mir diese Rolle für mich gut vorstellen. Sie hat auch grosses Zukunftspotential, um aktiv an Veränderungen mitzuarbeiten, denen sich unser Gesundheitssystem aussetzen werden muss. Aber all das ist weit in die Zukunft gedacht – im Moment konzentriere ich mich jetzt erst mal auf mein Studium und meine Arbeit hier am Universitätsspital Basel.

 

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