Blog des Universitätsspitals Basel
02. Juli 2019

Patientenbedürfnisse aus erster Hand: Was ist wichtig für Sie?

Seit 2016 darf das Universitätsspital Basel auf die freiwillige Mitarbeit von elf Frauen und Männern zählen; sie bilden den Patientenbeirat. Diese Gruppe wurde ins Leben gerufen, um systematisch die Interessen und Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zu vertre-ten und um sicherzustellen, dass die Angebote des Universitätsspitals Basel die Wünsche der Patienten abdecken.

 

Die Verantwortlichen des Spitals wissen in der Regel, was die Patientinnen und Patienten wollen: Sie wollen nicht lange warten, sie wollen die beste Behandlung, sie wollen kurze Abläufe und vieles mehr. Doch ist das alles? Wie steht es bei anspruchsvollen Themen wie beispielsweise einer Krebsdiagnose? Da geht es den Patienten nicht ausschliesslich ums Überleben, sondern um vieles mehr. An den Sitzungen des Patientenbeirats wird systematisch abgeklärt, was genau die Patientenbedürfnisse sind.

Vier Mal im Jahr trifft sich der Beirat mit Dr. Jacqueline S. Martin, Leiterin Ressort Pflege/MTT und Mitglied der Spitalleitung, zu einem etwa zweistündigen Meeting. Die elf Mitglieder im Alter zwischen 25 und 75 Jahren haben eine lange Geschichte mit dem Universitätsspital Basel, sei es als Patientin oder als Patient, als pflegende Angehörige oder als Mitglied einer Patientenvertretung, beispielsweise einer Dachorganisation. «Mitglieder für den Rat zu finden, war gar nicht so schwer», so Dr. Martin. «Ich habe infrage kommende Patientinnen und Patienten direkt angesprochen oder via Chefärzte und Fachpersonen anfragen lassen. Innert kurzer Zeit fanden wir genügend Mitglieder. Dieses Engagement hat uns sehr gefreut.»

Dass sich Menschen aller Altersstufen unentgeltlich und doch professionell mit «ihrem» Spital beschäftigen, ist nicht selbstverständlich. Die Mitglieder nehmen regelmässig an den Sitzungen teil, sind aktiv und interessiert. «Sie freuen sich darüber, dass sie miteinbezogen werden. Die ehemaligen oder sich immer noch in Behandlung befindlichen Patientinnen und Patienten haben das Gefühl, etwas zurückgeben zu können. Sie nehmen die Sache ernst», sagt Dr. Martin.

Als Dankeschön gibt's jährlich ein Nachtessen mit der Ärztlichen Direktion und einen Apéro mit der Spitalleitung. Dr. Jacqueline S. Martin betont: «Der regelmässige Austausch mit Vertretern aus der Direktion ist nicht nur eine Form der Wertschätzung, sondern auch eine Plattform für interessante Gespräche.»

 

Beispiel Visitenstandards für die Mutter­-Kind­-Station

Für die Ausarbeitung eines Visitenstandards für die Mut­ter­-Kind­-Station war es uns natürlich besonders wichtig, die Sicht der Patientinnen einzunehmen. Wir wollten insbesondere die Personen zu Wort kommen lassen, um die es bei dem Thema geht. In der Vergangenheit haben wir oft erlebt, dass die Perspektive der behandelnden Ärztinnen, der Prozessexperten und der Patientinnen nicht deckungsgleich waren, beispielsweise bei der Gesprächs­führung. Zum Workshop wurden zwei Frauen aus dem Patientenbeirat eingeladen, ihre Sichtweise kundzutun.

 

Dr. Katharina Rüther-­Wolf, Leiterin Patientenzentriertes Management:

«Der Prozess konnte dank der Mitwirkung der beiden Vertreterinnen des Patientenbeirats aus direkter Patienten­sicht diskutiert und optimiert werden. Das hatte einen positiven Einfluss auf die Stimmung: Wo bisher Skepsis vor Veränderung herrschte und ein Fokus auf die Mitarbeiten­den gelegt wurde, zeigten sich Offenheit und eine starke Patientenzentrierung. Die beiden Mitglieder des Patientenbeirats waren offen, diskutierten lebhaft mit und brachten wichtige Aspekte mit ein. Interessant war auch zu sehen, dass die Mitglieder des Patientenbeirats teilweise auch sehr unterschiedliche Mei­nungen und Patientenansprüche hatten. Dies zeigte uns, dass wir nicht einen Weg, sondern eine gewisse Flexibilität einbauen müssen. Durch die Beteiligung der Mitglieder des Patientenbeirats wurde die Ausrichtung auf die Patienten­zentriertheit aller Anwesenden am Workshop beschleunigt. Ihre Meinungen ermöglichten eine ungeahnte Offenheit gegenüber neuen Abläufen.»

 

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