Lungenemphysem

Lungenemphysem

Das Lungenemphysem ist definiert als Aufweitung der endständigen Lungenanteile jenseits der terminalen Bronchiolen mit Zerstörung der Wände der Lungenbläschen (Alveolen) ohne oder allenfalls mit geringer Fibrosierung. Das Krankheitsbild wird in seinen unterschiedlichen Stadien als sog. chronisch obstruktive Lungenerkrankung bezeichnet. Der Hauptrisikofaktor für die Entwicklung eines Emphysems ist das Rauchen. Neben den Umweltfaktoren entwickeln Raucher teilweise sehr rasch eine Einschränkung ihrer Lungenfunktion, die zunächst als „Raucher-Asthma“ erkennbar wird. Diese Asthma-Komponente lässt sich noch gut medikamentös beeinflussen, der langfristige und die Lunge zerstörende Verlauf kann aber nur durch Nikotinverzicht aufgehalten werden. Mittlerweile ist die chronisch obstruktive Lungenerkrankung an vierte Stelle der Todesursachen in den Industriestaaten gerückt und weiter auf dem Vormarsch. Im Krankheitsverlauf, der sich über viele Jahre erstreckt und schleichend verläuft, wird der Patient zunehmend atemlos, da die Überblähung der Lunge das Zwerchfell nach unten drückt. Dadurch kann sich das Zwerchfell bei Ausatmung nicht mehr nach oben wölben und entsprechend bei Einatmung auch nicht anspannen, d.h. der Hauptatemmuskel fällt funktionell aus. Der Patient muss andere Muskeln zur Atmung verwenden (Zwischenrippenmuskeln, Halsmuskeln, etc.), die dafür nicht vorgesehen sind. Er verbraucht entsprechend mehr Energie für diese Muskeln, die das Zwerchfell auch nur teilweise ersetzen können. Dadurch wird der Patient rasch atemlos, nicht mehr belastbar und in den Verrichtungen des Alltags (Duschen, Einkaufen, etc.) zunehmend eingeschränkt. Die Lebensqualität ist im Endstadium massiv eingeschränkt.

Die Behandlung des Lungenemphysems liegt prinzipiell in den Händen der Pneumologen, Physiotherapeuten und der Rehabilitation. In speziellen Fällen des Endstadiums der Erkrankung besteht die Möglichkeit einer chirurgischen Therapie, die sog. Lungenvolumenreduktion (engl. lung volume reduction surgery, LVRS). Eine grosse Studie in Nordamerika (NET-Trial) hat für bestimmte Patientengruppen mit der Operation bessere Ergebnisse hinsichtlich Lebensqualität und Überleben erbracht als die konservative Therapie mit Medikamenten. Bei schwerer Obstruktion mit schwerer Überblähung werden bei bestimmten Formen des Emphysems (heterogene oder intermediäre Ausprägung) die hauptsächlich betroffenen Anteile der Lunge, die nicht mehr funktionell sind, entfernt. Dadurch wird das Volumen der Lunge kleiner und das Zwerchfell als Hauptatemmuskel wird wieder in die Lage versetzt an der Atmung teilzunehmen. Die Operation wird standardisiert thorakoskopisch beidseits vorgenommen. Sie führt zu einer Reduzierung der Atemnot, zur Verbesserung der Lungenfunktion, der Leistungsfähigkeit und somit der Lebensqualität der Patienten. Ein halbes Jahr nach der Operation hat die Lunge ihren besten Zustand erreicht und verschlechtert sich danach wieder langsam. Bei Patienten, die grundsätzlich zur Transplantation geeignet sind, kann man damit den Zeitpunkt der Transplantation um ca. 3 Jahre hinausschieben. Voraussetzung für den operativen Weg ist das Einhalten des Rauchstops.

In fortgeschrittenen Fällen des Lungenemphysems ist auch eine Lungentransplantation möglich. Das thoraxchirurgische Team am Unispital Basel ist transplantationserfahren und berät die Patienten diesbezüglich gerne auch in Zusammenarbeit mit den Pneumologen im Hause.