Mediastinum

Das Mittelfell (lat. Mediastinum) ist eine schwammartige Bindegewebsschicht hinter dem Brustbein bis zur Wirbelsäule und trennt im Brustkorb die rechte von der linken Körperhälfte. Im Mediastinum verankert sind ausser den Lungen alle wichtigen Organe und Leitungsbahnen des Brustkorbs, die in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander liegen und sich bei Erkrankung unter Umständen auch gegenseitig in Mitleidenschaft ziehen. Das bekannteste dieser Organe ist das Herz, dessen grosse zu- und abführende Gefässe ebenfalls im Mediastinum aufgehängt sind (obere Hohlvene, Aorta, Lungengefässe). Weiterhin wichtig sind die Luft- und Speiseröhre, die Thymusdrüse, Lymphknoten mit dem grossen Lymphgang (Ductus thoracicus), der aus dem Bauch in den Hals zieht und manchmal ein Teil der Schilddrüse (retrosternale Struma). Vor allem die zahlreichen Lymphknoten haben für etliche Erkrankungen eine zentrale Bedeutung. Andere Erkrankungen des Mediastinums sind insgesamt selten. Die Lymphknoten können entweder selbst erkranken (Lymphom) oder erfüllen als Abflussgebiet des Gewebswassers von Lunge, Bauch, Speiseröhre und Brustwand wichtige Filterfunktionen. Somit ist oft eine Probeentnahme bestimmter Lymphknoten angezeigt, um genügend Gewebe für die Analyse des Erkrankungsausmasses oder den Typ der zugrunde liegenden Erkrankung zu haben. Daraus können sich weit reichende Änderungen in der Behandlungsstrategie ergeben. Die Gewinnung von Proben oder ganzen Lymphknoten (normaler Durchmesser wenige mm bis 1cm, erkrankt z.T. erheblich grösser) hängt von der Lage des Ziellymphknotens ab und muss für eine sichere Diagnose und ggf. weiterführende Untersuchungen genügend Material liefern. Im Gegensatz zu CT-gesteuerter oder bronchoskopischer Punktion mit üblicherweise begrenzter Gewebemenge, die für eine Beurteilung zu Gut- oder Bösartigkeit ausreicht, wird für weiterführende Untersuchungen Gewebe mittels Spiegelung des Mittelfells (Mediastinoskopie) oder durch einen Eingriff am Brustbein vorbei oder thorakoskopisch gewonnen. Das Risiko dieser Eingriffe ist an spezialisierten Zentren gering. Die Probengewinnung erfolgt meist kurzstationär (1 Nacht in der Klinik).

Bei der Operation von Tumoren im Mediastinum gibt es 3 mögliche Zugangswege. Entweder man kann minimal invasiv mit drei bis 5mm grossen Zugängen zur Brusthöhle von seitlich zwischen den Rippen operieren oder  zwischen den Rippen unterhalb der Brustwarze einen Schnitt machen und von seitlich operieren (Thorakotomie) oder man eröffnet das Brustbein längs (Sternotomie) und entfernt das erkrankte Gewebe von vorne. Die Wahl des Zugangswegs hängt von der Lage des Tumors ab und wird immer so gewählt, dass mit grösstmöglicher Sicherheit möglichst schonend operiert wird. Vor allem bei den nicht selten vorkommenden gutartigen, aber verdrängend wachsenden Tumoren im Mittelfell (z.B. Thymom, Neurinom, Zyste, etc.) sind die minimal invasiven Techniken mittlerweile sehr weit entwickelt und ermöglichen auch die Entfernung grosser Befunde ohne den Patienten wesentlich zu beeinträchtigen. Vor allem der Klinikaufenthalt verringert sich durch diese Techniken auf wenige Tage.