Minimal invasive Chirurgie („Schlüsselloch-Chirurgie“)

Die Miniaturisierung in der Medizin schreitet immer weiter voran. So werden immer mehr Möglichkeiten entwickelt mit schonenden Operationsmethoden verschiedene Erkrankungen zu behandeln. Die Thoraxchirurgie ist auf diesem Gebiet bereits historisch Vorreiter gewesen. Bereits vor etwa 100 Jahren wurde die erste Thorakoskopie (Brustkorbspiegelung) vom schwedischen Arzt Jacobaeus durchgeführt. Seitdem hat sich in den Techniken ein stetiger Wandel vollzogen, so dass sich heutzutage mit video-endoskopischen Methoden die Mehrzahl aller thoraxchirurgischer Eingriffe ausführen lässt.

 

Mediastinoskopie

Seit langer Zeit etabliert ist die Mediastinoskopie. Hierbei wird direkt vor der Luftröhre das Mittelfell gespiegelt, indem man in Vollnarkose am Hals einen kleinen Schnitt ca. 3 cm unterhalb des Kehlkopfs anlegt und mit einem ca. 10mm starken Endoskop in den vor der Luftröhre bestehenden Raum hineinfährt. Hierüber lassen sich Proben von Lymphknoten oder Tumoren gewinnen oder auch bestimmte Bezirke ganz entfernen.

 

VATS

Sehr weit verbreitet hat sich auch die video-assistierte thorakoskopische Chirurgie, abgekürzt VATS („S“ von engl. surgery). Hierbei wird über normalerweise 3 etwa 5mm grosse Öffnungen in der Brustwand mit Hilfe einer Mini-Kamera die rechte oder linke Brusthöhle gespiegelt und die operativen Massnahmen durchgeführt. Dies kann von der einfachen Probeentnahme am Rippenfell über kleinere Gewebsentnahmen an der Lunge bis hin zur kompletten Entfernung von Lungenlappen oder Lungenflügeln reichen. Nur zur Entfernung des Gewebes muss der Schnitt dann ggf. noch erweitert werden. Heutzutage wird dem Patienten immer das schonendste Verfahren angeboten, das bei gleich gutem Behandlungserfolg zur Verfügung steht. Die Thoraxchirurgie des Universitätsspitals Basel ist mit hoch auflösenden Kameras und HDTV-Technologie ausgestattet und verfügt über alle modernen Möglichkeiten der minimal invasiven Thoraxchirurgie inklusive Laser-Technologie.

Nicht nur das Zugangstrauma kann durch moderne Verfahren vermindert werden, auch der Verlust an gesundem Gewebe wird durch technische Entwicklungen minimiert. Durch die Verwendung des Lasers können beispielsweise Metastasen schonend und unter Erhalt von soviel gesundem Lungengewebe wie derzeit möglich operiert werden.

Sehr wichtig ist die Verwendung minimal invasiver Techniken auch bei der operativen Behandlung des Lungenemphysems. Hier wird die für die Atemmechanik entscheidende Stabilität und Funktionsfähigkeit der Brustwand nicht durch einen Schnitt gestört und dient somit dem Patienten nach der Operation sofort wieder zur Erholung.