Pleuraempyem

Pleuraempyem Stadium II

Die häufigste chirurgisch zu behandelnde entzündliche Erkrankung ist das Pleuraempyem. Hierbei handelt es sich um eine Eiteransammlung zwischen Rippen- und Lungenfell, die bevorzugt im Rahmen verschleppter Lungenentzündungen auftritt.

Die Symptome sind oft unspezifisch und werden gerne auf die noch nicht abgeheilte Lungenentzündung zurückgeführt. Der Patient fühlt sich matt, abgeschlagen, hat erhöhte Temperaturen, erhöhte Entzündungszeichen im Blut, u.U. Atemnot und im Röntgenbild erkennbare Flüssigkeit, die die Lunge komprimiert. In diesem Fall sollte frühzeitig unterschieden werden zwischen einem unspezifischen Erguss und einem beginnenden Empyem. Dies ist mit einer harmlosen Punktion und laborchemischen Analyse des Ergusses oft möglich. Das Empyem sollte frühzeitig erkannt und behandelt werden. Dazu gehört die Durchführung einer CT-Untersuchung des Brustkorbs mit Kontrastmittel, um eine Stadieneinteilung des Empyems vornehmen zu können. Daran orientiert sich dann die Therapie. Bei einem komplizierten Erguss kann eine Drainagebehandlung ausreichen. Sind jedoch in der CT-Diagnostik Lufteinschlüsse oder Kammern innerhalb der Flüssigkeit zu erkennen oder nimmt das Rippenfell verstärkt Kontrastmittel auf, dann ist eine Operation unumgänglich. Im frühen Stadium ist eine videoassistierte Thorakoskopie meist ausreichend, um die Lunge von den entzündlichen Veränderungen befreien zu können. In fortgeschrittenen Stadien ist die Operation mit Ausräumung des Eiters und Befreiung der Lunge von der Schwarte nur offen sicher zu gewährleisten. Auch hier gilt: Je früher eine Empyem operiert wird, desto besser sind die langfristigen Ergebnisse. Im Spätstadium schrumpft die betroffene Seite des Brustkorbs und kann sich auch nach einer Operation nicht mehr auf das ursprüngliche Ausmass ausdehnen, auch wenn die Lunge sich wieder im ganzen Brustkorb ausdehnen kann. Dies wirkt sich auf die Lungenkapazität des Patienten für sein restliches Leben aus.