Pleuraerguss

Ein Pleuraerguss wird definiert als Flüssigkeitsansammlung zwischen Rippenfell und Lungenfell. Es gibt verschieden Ursachen eines Pleuraergusses und unterschiedliche Behandlungsformen. Man unterscheidet Ergüsse, die passiv entstehen im Rahmen von Herz- oder Lebererkrankungen aufgrund des Abpressens von Flüssigkeit aus dem Gewebe und Ergüsse, die aktiv durch Sekretion aus dem veränderten Rippen- oder Lungenfell im Rahmen von Entzündungen, Verletzungen oder Wucherungen entstehen.

Im ersten Fall wird man versuchen durch die Behandlung der Grunderkrankung den Erguss zu beseitigen, sofern aufgrund der Ausdehnung des Ergusses keine Sofortmassnahmen (z.B. Entlastung mittels Drainage) erforderlich sind.

Bei Erkrankungen des Rippen- oder Lungenfells ist unter Umständen eine chirurgische Behandlung angezeigt, da diese Ergüsse manchmal nur schwer wieder vom Körper aufgenommen werden können oder sich sekundär infizieren können (Pleuraempyem) oder heftig nachlaufen.

Handelt es sich um ein akutes Krankheitsbild, das in überschaubarem Zeitrahmen wieder abklingt, der Erguss jedoch so ausgeprägt ist, dass er die Atmung einschränkt und beim Patienten zu Atemnot führt, so ist eine Punktion und/oder Drainage des Ergusses ausreichend.

Sollte der Erguss nicht verschwinden oder das Krankheitsbild länger andauern (z.B. bei Metastasen im Rippenfell), so ist mit minimal invasiver Thoraxchirurgie eine operative Verklebung des Lungenfells an das Rippenfell möglich. Dieser Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt und wird mittels drei 5mm grossen Öffnungen im Thorax operiert, über die die Kamera und die erforderlichen Instrumente eingeführt werden können. Die Lunge verklebt durch das eingebrachte Talkumpuder an den Rippen und kann nicht mehr von Flüssigkeit verdrängt werden.

Als besondere Art des Pleuraergusses kommt der sog. Hämatothorax vor. Hierbei handelt es sich um Blut in der Brusthöhle. Nach Verletzungen (z.B. Rippenbrüchen) oder bei banalen Verletzungen bei gleichzeitig bestehender Blutverdünnung kann es in die Brusthöhle bluten. Flüssiges Blut kann mittels Drainage abgeleitet werden, geronnenes Blut muss mittels Operation (meist minimal invasiv möglich) entfernt werden, da die Einschränkung der Lunge bis zum Abbau des Blutes durch den Körper zu lange dauert und die Lunge in dieser Zeit schrumpft und sich später nicht mehr ausdehnen kann.

Eine Sonderform des Pleuraergusses stellt der sog. Chylothorax dar. Dabei tritt Lymphflüssigkeit aus dem grossen Lymphgang (Ductus thoracicus) in die Brusthöhle aus. Dies kommt spontan (sehr selten), nach Unfall oder als Komplikation nach Operationen im Bereich der Lunge oder Speiseröhre vor. Der erste konservative Therapieschritt ist eine fettfreie Diät für 10 Tage, in denen man hofft, dass das Leck spontan verheilt. Sollte nach einer Provokationsmahlzeit der Chylothorax weiter bestehen, so ist eine operative Unterbindung des Lymphgangs nahe am Zwerchfell angezeigt. Dies kann minimal invasiv durchgeführt werden.