Rundherd

Der Lungenrundherd ist eine radiologische Beschreibung einer runden, nicht mehr als 3 cm durchmessenden Verschattung im Röntgen-Thorax. Es gibt ihn einzeln oder mehrfach und die Bezeichnung lässt keinen Rückschluss auf die Art der Erkrankung zu. Deshalb muss jeder Lungenrundherd so lange weiter abgeklärt werden bis mit ausreichender Zuverlässigkeit eine Krebsform (Lungenkarzinom oder Metastase) ausgeschlossen ist. Zunächst ist eine Computertomographie durchzuführen mit Kontrastmittel und maximaler Schichtdicke von 4mm. Danach sollte der Befund einem erfahrenen Pneumologen und/oder Thoraxchirurgen vorgelegt werden, damit das weitere Vorgehen geplant werden kann. Grundsätzlich gilt, dass ein grösserer Herd auch mit höherer Wahrscheinlichkeit für Bösartigkeit verbunden ist. Bei Patienten mit Risikokonstellation (Rauchen, Familienanamnese, eigene Tumoranamnese, Alter, Geschlecht,…) ist eher von bösartigen Veränderungen auszugehen als bei Patienten ohne Risikokonstellation. Bei letzteren wird man bei kleinen, unauffälligen Herden eher eine Verlaufsbeobachtung im kurzfristigen Verlauf akzeptieren als bei Patienten mit Risikokonstellation. Bei diesen wiederum sollte unbedingt eine zumindest zytologische Sicherung des Herdes durch Punktion erfolgen, ggf. eine minimal invasive Entfernung des Befundes mit Schnellschnittdiagnostik während der Operation. Bei einem kleinen Lungenkarzinom kann dann in gleicher Operation die definitive Tumoroperation angeschlossen werden.

Eine Einschätzung von Lungenrundherden hinsichtlich ihres Gewebetyps ist auch heutzutage nicht mit hinreichender Sicherheit anhand der Bildgebung möglich. Deshalb sollte im Zweifel immer eine Gewebeprobe des Herdes gewonnen und untersucht werden.