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Tumorsprechstunden

Nierentumor

Veränderungen an den Nieren nehmen im Alter zu. In den meisten Fällen handelt es sich um Zysten ohne nennenswerten Krankheitswert. Gelegentlich bilden sich aber auch bösartige Nierentumore, die häufig als Zufallsbefund in modernen Bildgebungen gefunden werden.

Besteht der Verdacht auf einen Nierentumor wird mittels modernster Bildgebung die Grösse und Ausdehnung des Tumors dreidimensional bestimmt. In komplizierten Fällen kann das betroffene Organ als 3D-Modell gedruckt werden, um die Planung der Operation zu unterstützen.

Die Behandlung von Nierentumoren erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten. Im Rahmen unseres zertifizierten Tumorzentrums wird jeder Patient mit einem neu entdeckten und lokal fortgeschrittenen Nierenkrebs interdisziplinär besprochen, um eine individuelle und optimal angepasste Therapie anzubieten. 

Die minimalinvasive operative Entfernung des Nierentumors ist die derzeitig am häufigsten angewandte und die am besten bewährte Methode. Unser Schwerpunkt liegt in der minimalinvasiven, roboterassistierten Operation mit dem DaVinci®-System. Hier nimmt der Operateur den Eingriff mit mikrochirurgischen Instrumenten und einer Kamera, welche vom Roboter gehalten wird, über kleine Bauchschnitte vor. Unsere Erfahrung zeigt, dass Patienten nach dieser Operation weniger Schmerzen haben, schneller mobil sind und früher nach Hause können.

Allen Patienten mit Nierentumoren bieten wir eine spezialisierte Tumornachsorge an.

Blasentumor

Ein Blasentumor ist der fünfthäufigste Krebs des Menschen. Raucher und Männer haben ein deutlich häufigeres Risiko daran zu erkranken. Das klassische Symptom von Blasentumor sind Blut im Urin ohne Schmerzen oder steter Harndrang, ohne dass eine Blasenentzündung vorliegt.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf Blasentumor, werden einerseits eine ambulante Blasenspiegelung durchgeführt und andererseits Blasenschleimhautzellen im Urin untersucht. Zeigen sich in diesen Voruntersuchungen Hinweise auf eine bösartige Erkrankung der Blasenschleimhaut, wird stationär eine Gewebeprobe des Blasentumors minimalinvasiv durch die Harnröhre hindurch entnommen. 

Therapie

Oberflächlicher Blasentumor

Je früher der Blasentumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. In vielen Fällen kann bereits mit der Gewebeprobe über die Harnröhre der gesamte Blasentumor entfernt werden.

Zeigt sich in der Gewebeprobe, dass der Blasentumor nur oberflächlich gewachsen ist, erfolgt die weitere Therapie meist minimalinvasiv/endoskopisch. Leider tritt der Krebs trotz kompletter minimalinvasiver/endoskopischer Entfernung häufig erneut auf. Unsere Klinik hat grosse Erfahrung in der weiterführenden Blasentumortherapie. Mittels BCG-Immuntherapie (Bacillus-Calmette-Guérin) kann die Häufigkeit von erneut auftretendem Blasentumor deutlich gesenkt werden. Auf dem Gebiet der BCG-Immuntherapie forschen wir aktiv und werden dabei von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Krebsforschung (SAKK) gefördert. 

Invasiver Blasentumor

Zeigt sich in der Biopsie, dass der Blasentumor in die Tiefe der Blasenwand eingewachsen ist, so empfiehlt sich in der Regel, die Blase operativ zu entfernen. Bei einer vollständigen Entfernung der Blase kann der Harn nicht mehr auf natürlichem Weg ausgeschieden werden, daher wird ein Ersatz für die Harnableitung geschaffen. Es gibt je nach Situation verschiedene Optionen der Harnableitung, welche in Zusammenarbeit mit verschiedenen Spezialisten durchgeführt wird. Im Rahmen unseres zertifizierten Tumorzentrums wird jeder Patient mit einem tief eingewachsenen Blasentumor interdisziplinär besprochen.Es folgen interdisziplinäre Sprechstunden mit Vertretern der Urologie, der Radioonkologie und der Onkologie, um mit Ihnen die verschiedenen Therapieoptionen ausführlich zu besprechen. 

Nachsorge

Jedem Patienten mit Blasentumor bieten wir eine spezialisierte Tumornachsorge, um den häufig erneut auftretenden Blasentumor frühzeitig zu erkennen und entsprechend frühzeitig zu therapieren.

Prostatatumor

Der Prostatatumor ist die häufigste diagnostizierte Krebserkrankung des Mannes.

Vorsorge

Je früher der Prostatatumor entdeckt wird, desto grösser sind die Heilungschancen. Deshalb wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Urologie eine Prostatavorsorgeuntersuchung bei familiärer Belastung (Vater oder Bruder mit Prostatakarzinom) ab dem 45. Lebensjahr und ohne familiäre Belastung ab dem 50. Lebensjahr empfohlen. Diese Vorsorgeuntersuchung besteht aus einer Tastuntersuchung der Prostata, einem Ultraschall und einem Bluttest (Prostata Spezifisches Antigen, kurz PSA).

Diagnose

Ist die Vorsorgeuntersuchung auffällig, wird geklärt, ob tatsächlich ein Prostatatumor vorliegt. Hierzu wird eine Gewebeprobe aus der Prostata entnommen und untersucht. 
Als besonders präzise Methode hat sich die Fusionsbiopsie basierend auf Bildgebung mittels Magnetresonanztomographie und transrektalem Ultraschall (MRT-TRUS) etabliert. Mittels Magnetresonanztomographie (MRT) werden verdächtige Areale der Prostata sichtbar gemacht. Die Prostata-Bilder der MRT werden während der Biopsie mit den Ultraschallbildern der Prostata überlagert. Damit können die verdächtigen Areale präzise zur Gewebeprobenentnahme angesteuert werden. Diese Methode wird an unserer Klinik standardmässig angewandt. Der Prostatatumor wird durch die MRT-TRUS Fusions-Gewebe-Entnahme früher, präziser und mit weniger entnommener Gewebeproben diagnostiziert. Somit können Patienten frühzeitig der optimalen Therapie zugeführt werden und das Risiko von Nebenwirkungen durch wiederholte Gewebeprobenentnahmen wird gesenkt.

Therapie

Die Behandlung des Prostatatumors erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten. Im Rahmen unseres zertifizierten Tumorzentrums wird jeder Patient mit einem neu entdeckten Prostatatumor interdisziplinär besprochen, um eine individuelle und optimal angepasste Therapie anzubieten. Es folgen interdisziplinäre Sprechstunden mit Spezialisten der Strahlentherapie (Radioonkologie) und der Onkologie, damit wir mit Ihnen die verschiedenen Therapieoptionen ausführlich besprechen können. 

Aktive Überwachung («Active surveillance»)

Bei risikoarmem Prostatatumor, welcher auf das Organ beschränkt ist, kann auf Operation oder Strahlentherapie verzichtet werden. Stattdessen wird die Strategie der aktiven Überwachung («Active Surveillance») angewandt. Mittels regelässigen Kontrolluntersuchungen (Tastuntersuchung der Prostata, PSA-Bluttest und Biopsie) wird der Prostatatumor überwacht. Damit können Veränderungen des Tumors frühzeitig erkannt und nur falls notwendig aggressivere Therapieverfahren angewandt werden.

Operative Entfernung der Prostata

Die vollständige Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) empfiehlt sich vor allem, wenn der Prostatatumor auf das Organ beschränkt ist. Diese Option ist die derzeit am häufigsten angewandte und sehr bewährte Methode. Unser Schwerpunkt liegt dabei in der minimal-invasiven, roboterassistierten Operation mit dem DaVinci®-System. Hier nimmt der Operateur den Eingriff mit mikrochirurgischen Instrumenten und einer Kamera, welche vom Roboter gehalten wird, über kleine Bauchschnitte vor. Unsere Erfahrung zeigt, dass Patienten nach dieser Operation weniger Schmerzen haben, schneller mobil sind und früher nach Hause können.

Strahlentherapie

Durch eine Strahlentherapie lassen sich die Krebszellen derart schädigen, dass sie absterben. Durch die gezielte Bestrahlung werden die umliegenden gesunden Organe, wie Dünndarm, Blase und Geschlechtsorgane, möglichst geschont.

Hormon- und Chemotherapie

Das Sexualhormon Testosteron beeinflusst das Wachstum der Prostatazellen und damit unter Umständen auch eines Prostatatumors. Mit einer Antihormontherapie wird der Einfluss des Testosterons auf das Wachstum von hormonabhängigen Prostatatumoren ausgeschaltet. Dies kann mit einer operativen oder einer medikamentösen Behandlung erreicht werden.
Bei einem Prostatakarzinom kann eine Chemotherapie zum Einsatz kommen, wenn die Antihormontherapie nicht (oder nicht mehr) wirken, der Prostatatumor also kastrationsresistent geworden ist. Eine Chemotherapie ist eine Behandlung mit zellschädigenden oder wachstumshemmenden Medikamenten. Sie sorgt dafür, dass sich schnell wachsenden Krebszellen nicht mehr teilen und somit nicht weiter vermehren. Allerdings werden bei einer Chemotherapie auch gesunde, schnell wachsende Zellen geschädigt (z.B. Zellen des Knochenmarks, Haarfollikelzellen oder Zellen der Schleimhäute in Mund, Magen oder Darm).

Nachsorge

Nach der Therapie des Prostatatumors bieten wir allen Patienten eine spezialisierte Nachsorge des Tumors, der Kontinenz und der Erektion an.

Hodentumor

Hodentumore stellen eine der häufigsten bösartigen (malignen) Erkrankungen bei jüngeren Männern dar. Sie entstehen in den meisten Fällen aus den sogenannten Keimzellen des Hodens. Die Tumore sind aber in über 95% der Fälle heilbar.

Als erstes Anzeichen dieser Erkrankung ist oftmals ein einseitig «holzig» verhärteter oder vergrösserter Hoden tastbar. Nur selten werden in diesem Stadium Schmerzen beschrieben. Greift man nicht  frühzeitig  in den Krankheitsverlauf ein, kommt es zur Tumorstreuung über Lymphknoten im hinteren Bauchraum  und nicht zuletzt in den ganzen Körper.

Diagnostik

Bei Verdacht auf Hodentumor besteht die Indikation auf Hodenfreilegung. Hierbei wird eine Gewebeprobe entnommen, anhand welcher bestimmt wird, ob es sich um eine bösartige Veränderung handelt oder nicht. Zusätzlich werden Tumormarker im Blut bestimmt. 

Therapie

Die Therapieplanung erfolgt in einer interdisziplinären Spezialkonferenz mit der Onkologie und der Radiologie. Sie richtet sich nach Tumorstadium, Begleiterkrankungen und persönlichen Wünschen des Betroffenen. In einem ersten Schritt wird in der Regel der befallene Hoden über einen Schnitt in der Leiste entfernt. Anschliessend ist je nach Tumorart eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung erforderlich. Oft  ist auf diesem Weg selbst bei fortgeschrittener Krankheit eine komplette Heilung möglich.
Nach abgeschlossener Therapie sind regelmässige Nachkontrollen notwendig, um einem möglichen Rückfall früh entgegen wirken zu können.

Penistumor

Der Penistumor stellt eine seltene Erkrankung dar, die meistens ältere Männer betrifft. Jeder fünfte Betroffene ist dennoch jünger als 60 Jahre.
Wie bei anderen Tumorarten gibt es auch hier verschiedene Risikofaktoren: Infektionen mit dem humanen Papillomavirus (HPV) und chronische Entzündungen des Penis. Zur HPV-Infektion kann es durch sexuellen Kontakt mit einem infizierten Partner kommen. Von den vielen verschiedenen HPV-Typen sind die meisten harmlos, manche jedoch gehen mit einem erhöhten Entartungsrisiko einher. Chronische Entzündungen stehen oft in Zusammenhang mit mangelnder Hygiene, aber auch andere Ursachen wie beispielsweise eine Vorhautverengung oder bakterielle Infektionen können dazu führen.

Diagnostik

Infektionen und andere Veränderungen an Hoden und Penis gehen oft mit einem grossen Schamgefühl einher. Nicht selten wird der Arzt erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium aufgesucht. Zu Beginn steht meist ein schmerzloser rötlicher oder auch weisser Fleck der schnell an Grösse zunimmt. Manchmal kann die Diagnose durch eine Vorhautverengung, welche den Krebs bedeckt, erschwert werden.

Der Penistumor ist meist eine klinische Diagnose. Bei Verdacht wird in der Regel eine kleine Gewebeentnahme zur Typisierung durchgeführt. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) kann Aufschluss über die genaue Ausdehnung des Tumors geben. Dies ist beispielsweise zur Planung einer Penis-erhaltenden Operation wichtig. Via Computertomographie (CT) lassen sich mögliche Tumorableger im Körper ausfindig machen.

Therapie

Der Penistumor gilt als aggressiver Tumor und sollte daher frühzeitig therapiert werden. Auch hier richtet sich die Therapie nach dem gegebenen Tumorstadium. Mögliche Therapieoptionen werden in jedem Fall am interdisziplinären Tumorboard besprochen und gegebenenfalls um eine Chemo- oder Strahlentherapie erweitert. Oft  ist eine organerhaltende Operation mit Gewebeentfernung und Rekonstruktion der ursprünglichen Anatomie möglich.

Psychoonkologische Betreuung

Eine Krebserkrankung macht Angst und belastet Betroffene sehr. Wir bieten deshalb eine professionelle Mitbetreuung durch auf Krebserkrankungen spezialisierte Psychologen an.

Blasenerkrankungen

Blasenfunktion

Die gesunde Harnblase besitzt zwei Hauptfunktionen:

  1. Die willkürliche Speicherung von Urin (Speicherphase)
  2. Die willentlich, kontrollierte komplette Entleerung der Harnblase zu einem gewünschten Zeitpunkt an einem passenden Ort (Entleerungsphase)

Diese Funktionen der normalen Harnblase sind kompliziert miteinander verwoben. Ein Beweis dafür ist, dass ein Mensch früher auf zwei Beinen stehen kann, bevor er die Harnblase kontrollieren kann. Aufgrund der komplizierten Verhältnisse ist ein korrektes Zusammenspiel der folgenden körperlichen Strukturen daher sehr wichtig:

  • Nervensystem als zentraler bewusster und unbewusster Koordinator (Gehirn, Rückenmark, Nervenbahnen)
  • Schliessmuskel
  • Prostata (beim Mann)
  • Harnblase

Störungen der Harnblasenfunktion

Bei Erkrankungen des Nervensystems (Gehirn, Rückenmark, Nervenbahnen), des Schliessmuskels oder der Harnblase selbst kann es daher zu Fehlfunktionen der Speicher- und/oder Entleerungsfunktion kommen. Diese äussern sich als:

  • häufiger ungewollter Harndrang am Tag und in der Nacht, sowie häufige Blasenentleerung (Reizblase)
  • unfreiwilliger Urinverlust (Inkontinenz)
  • erschwerte Blasenentleerung mit Restharnbildung
  • Schmerzen (Beckenschmerzsyndrom)
  • wiederholte Harnwegsinfektionen

Neben einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens und der Lebensqualität können spezifische Probleme auch mit einer Schädigung  oder sogar einem Verlust der Nierenfunktion einhergehen.
Auch können unbehandelte Blasenbeschwerden zu chronischen Veränderungen der Harnblase selbst, aber auch der Nerven führen, die eine effektive Therapie erschwerden kann.

Diagnose

Bei Beeinträchtigung der Lebensqualität ist ein Arztbesuch ratsam. Bei neurologischen Erkrankungen (z.B. Querschnittlähmung, Multiple Sklerose, Parkinson, Hirnschlag etc.) und Harnblasenbeschwerden ist die Konsultation eines Spezialisten immer sinnvoll und wird auch empfohlen.

Jeder Patient erhält eine ganzheitliche urologische Abklärung mit einem ausführlichen Gespräch, einer Untersuchung des Urins sowie einer Ultraschalluntersuchung der Blase und der Nieren. Wenn spezifische Untersuchungen, wie eine Spiegelung des unteren Harntraktes (Urethro-Zystoskopie) oder eine Blasendruckmessung (Urodynamische Untersuchung) notwendig werden, werden diese gemeinsam mit dem Patienten besprochen und geplant.

Die urodynamische Untersuchung ist hierbei die wichtigste Untersuchung zur Beurteilung der Funktion der Harnblase, vergleichbar zu einem EKG des Herzens. Dabei werden die Druckverhältnisse in der Blase und im Bauchraum über einliegende Katheter gemessen. Die Untersuchung wird ambulant durchgeführt und dauert in der Regel 60–90 Minuten. Sie erlaubt die exakteste Abklärung von Harnblase und Schliessmuskel. Zusammen mit bildgebenden Verfahren (Röntgenuntersuchungen) ermöglicht sich zusätzlich eine Beurteilung der Form der Blase, sowie eines möglichen Rückflusses von Urin in die Nieren. Mit Hilfe der Untersuchung können die meisten Störungen der Harnblasenfunktion identifiziert und gemeinsam mit dem Patienten individuelle Behandlungskonzepte erstellt werden.

Therapie

Als Universitätsspital bieten wir eine Vielzahl modernster Behandlungsmethoden an. Je nach Beschwerdebild können Medikamente, Physiotherapie, Elektrotherapie, minimalinvasive Eingriffe oder in seltenen Fällen auch grössere Operationen  als Therapievarianten angeboten werden. Gemeinsam mit Ihnen erstellen wir ein individuelles Konzept, um die Harnblasenfunktion idealerweise zu normalisieren und Ihre Lebensqualität zu optimieren.

Medikamentöse Therapie

Unsere Spezialisten verfügen über ein fundiertes Wissen über moderne medikamentöse Therapieverfahren und deren Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Erkrankung.

Physiotherapie

Wir arbeiten eng mit Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten zusammen, welche sich auf die Behandlung des Beckenbodens bei Frauen und Männern spezialisiert haben.

Neurotherapie

Neben der transkutanen elektrischen Therapie des Schamnervs (Nervus Pudendus) bieten wir auch die sogenannte «Perkutane Tibiale Nervenstimulation» (PTNS), sowie die «Sakrale Neuromodulation» (SNM) an. Elektrotherapien haben den Vorteil kaum vorhandener Nebenwirkungen bei möglichem positivem Einfluss auf die Speicher- und Entleerungsfunktion. Zusätzlich bieten wir auch die «passagere sakrale Nervenblockade» (PSNB) an, mit der die Ursache für kleinkapazitäre Harnblasen, sowie chronischen Beckenschmerzen herausgefunden werden kann.

Minimalinvasive Therapien

Die minimalinvasive Injektion von Botulinum-A-Toxin (Botox®) in die Harnblase oder auch in den Schliessmuskel zählt zu einem äusserst erfolgreiche Standardeingriffe in der Behandlung von Störungen der Harnblase oder des Schliessmuskels. Je nach Beschwerdebild können auch spezifische Blaseninstallationen zu einer Beschwerdelinderung führen.

Operative Eingriffe

  • Harnblasenerweiterung (Augmentation)
  • Ersatzblase mit Harnröhrenanschluss (Orthotope Neoblase)
  • Bauchnabelblase (Katheterisierbarer Nabelpouch)
  • Schliessmuskelprothesen
  • Schlingen und Bänder-Operation

Blasenentzündung

Blasenentzündungen, auch Harnwegsinfekte genannt, sind durch Erreger verursachte Entzündungen des Urogenitalsystems. Die Infektion kann den gesamten Harntrakt betreffen und in einzelnen schweren Fällen sogar bis in die Blutbahn eindringen.

Bei der Frau ist der Harnwegsinfekt eine häufig bereits in der Jugend auftretende Krankheit. Beim Mann ist der Harnwegsinfekt eine im jungen Alter seltene Erkrankung und sollte stets weiter abgeklärt werden.

Die Entzündungen äussern sich, abhängig von befallenem Anteil des Urogenitaltrakts, verschieden. Typisch sind Brennen beim Wasserlösen oder Schmerzen im Bereich der Blase und  Niere. Vielfach findet sich ein gehäufter Drang Wasser zu lösen mit nur kleinen Portionen. 

Die Untersuchung durch den Arzt beinhaltet eine Urinprobe, sowie gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung. Falls sich ein Harnwegsinfekt bestätigt, ist eine Behandlung zu empfehlen. Die Behandlung eines Harnwegsinfekts kann durch Flüssigkeitszufuhr unterstützt werden, jedoch wird in den meisten Fällen eine antibiotische Therapie benötigt.

Falls Sie an Symptomen eines Harnwegsinfektes leiden, empfehlen wir Ihnen, Ihren Hausarzt oder uns zu kontaktieren.

Blasentumor

Ein Blasentumor ist der fünfthäufigste Krebs des Menschen. Raucher und Männer haben ein deutlich häufigeres Risiko daran zu erkranken. Das klassische Symptom von Blasentumor sind Blut im Urin ohne Schmerzen oder steter Harndrang, ohne dass eine Blasenentzündung vorliegt.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf Blasentumor, werden einerseits eine ambulante Blasenspiegelung durchgeführt und andererseits Blasenschleimhautzellen im Urin untersucht. Zeigen sich in diesen Voruntersuchungen Hinweise auf eine bösartige Erkrankung der Blasenschleimhaut, wird stationär eine Gewebeprobe des Blasentumors minimalinvasiv durch die Harnröhre hindurch entnommen. 

Therapie

Oberflächlicher Blasentumor

Je früher der Blasentumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. In vielen Fällen kann bereits mit der Gewebeprobe über die Harnröhre der gesamte Blasentumor entfernt werden.

Zeigt sich in der Gewebeprobe, dass der Blasentumor nur oberflächlich gewachsen ist, erfolgt die weitere Therapie meist minimalinvasiv/endoskopisch. Leider tritt der Krebs trotz kompletter minimalinvasiver/endoskopischer Entfernung häufig erneut auf. Unsere Klinik hat grosse Erfahrung in der weiterführenden Blasentumortherapie. Mittels BCG-Immuntherapie (Bacillus-Calmette-Guérin) kann die Häufigkeit von erneut auftretendem Blasentumor deutlich gesenkt werden. Auf dem Gebiet der BCG-Immuntherapie forschen wir aktiv und werden dabei von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Krebsforschung (SAKK) gefördert. 

Invasiver Blasentumor

Zeigt sich in der Biopsie, dass der Blasentumor in die Tiefe der Blasenwand eingewachsen ist, so empfiehlt sich in der Regel, die Blase operativ zu entfernen. Bei einer vollständigen Entfernung der Blase kann der Harn nicht mehr auf natürlichem Weg ausgeschieden werden, daher wird ein Ersatz für die Harnableitung geschaffen. Es gibt je nach Situation verschiedene Optionen der Harnableitung, welche in Zusammenarbeit mit verschiedenen Spezialisten durchgeführt wird. Im Rahmen unseres zertifizierten Tumorzentrums wird jeder Patient mit einem tief eingewachsenen Blasentumor interdisziplinär besprochen.Es folgen interdisziplinäre Sprechstunden mit Vertretern der Urologie, der Radioonkologie und der Onkologie, um mit Ihnen die verschiedenen Therapieoptionen ausführlich zu besprechen. 

Nachsorge

Jedem Patienten mit Blasentumor bieten wir eine spezialisierte Tumornachsorge, um den häufig erneut auftretenden Blasentumor frühzeitig zu erkennen und entsprechend frühzeitig zu therapieren.

Nierenerkrankungen

Nieren- und Harnleitersteine

Zu den häufigsten urologischen Erkrankungen gehören Steine im Harntrakt. In der westlichen Welt sind circa 10-15 % der Patienten betroffen. Männer sind hierbei zwei- bis dreimal so häufig betroffen als Frauen. Treten Nierensteine in den Harnleiter über, werden plötzlich einsetzende starke wellenförmige Schmerzen ausgelöst, welche von der Flanke bis in den Unterbauch/Genitale ziehen können. Ziel der modernen Steintherapie ist mittels «Schlüsselloch-Technologie» eine vollständige und komfortable Steinentfernung aus Harnleiter und Nieren zu erlangen, was wir spezialisiert in unserer Klinik bieten. 

Diagnose

Sonographie

Mittels Ultraschall können wertvolle Informationen zu Stein, Tumor und Harnabflussstörung der Nieren gewonnen werden. Der Harnleiter ist sonographisch eingeschränkt darstellbar. Mittels Ultraschall können ohne Anwendung von Röntgenstrahlung Nierensteine in Lage und Grösse beurteilt werden. Steine von wenigen Millimetern Grösse sind eingeschränkt nachweisbar. Zusätzlich kann bei Abflussbehinderung der Niere ein indirekter Nachweis auf das Vorhandensein von Harnleitersteinen gewonnen werden.

Computertomographie (CT)

Die niedrig dosierte Computertomographie ist ein hochauflösendes Verfahren zur Diagnostik von Nieren- und Harnleitersteinen und besitzt heutzutage einen hohen Stellenwert. Selbst kleinste Steine können hierbei nachgewiesen und in Ihrer Zusammensetzung beurteilt werden. Betroffene werden auf einem beweglichen Röntgentisch durch eine CT-Röhre bewegt. Hierbei werden binnen weniger Sekunden Schnittbildaufnahmen des gesamten Bauch- und Beckenraumes angefertigt. Bei besonderen Fragestellungen kann zusätzlich die Gabe von Kontrastmittel über die Vene erforderlich sein.

Ausscheidungsurographie

Die Ausscheidungsurographie ist ein Röntgen-Verfahren zur Kontrastmitteldarstellung von Nieren, Harnleiter sowie Harnblase. Zunächst wird in einer Röntgen-Aufnahme nach schattengebenden Steinen gesucht. Je nach Steinzusammensetzung sind die Steine Röntgen-negativ und ohne Kontrastmittel nicht abgrenzbar. Im Anschluss wird über einen venösen Zugang Kontrastmittel verabreicht, welches von den Nieren innerhalb weniger Minuten ausgeschieden wird. Es werden Röntgenbilder in der Ausscheidungsphase nach 10 und 20 Minuten nach Kontrastmittelgabe angefertigt. Hierbei könnten nicht schattengebende Steine als Kontrastmittelaussparung nachgewiesen werden.
Aufgrund der Strahlenbelastung wird heutzutage die Ausscheidungsurographie mit Zurückhaltung durchgeführt und niedrig dosierte CT-Verfahren favorisiert.

Behandlungsmöglichkeiten

Einlage einer Harnleiterschiene (Doppel-J-Katheter)

Bei akuten Schmerzen kann es erforderlich sein, dass eine innere Harnleiterschiene am Steinhindernis vorbei gelegt wird. Hierbei wird über eine Blasenspiegelung in Kurznarkose ein Katheter in den Harnleiter vorgeschoben, welcher für den Urinabfluss aus der Niere in die Harnblase sorgt und den direkten Schmerz behandelt. Nach einiger Katheter-Tragezeit ist der Harnleiter ausreichend erweitert um den Stein mittels «Schlüsselloch-Technologie» über eine Harnleiterspiegelung entfernen zu können.

Steinentfernung mittels Harnleiter-/Nierenspiegelung (Ureterorenoskopie)

Mit einem starren oder flexiblen Instrument kann der Harnleiter und Nierenbecken inspiziert werden. Allfällige Steine werden mit einer Schlinge entfernt. Bei grösseren Steinen werden diese mittels Laser oder pneumatischem «Meissel» zerkleinert und anschliessend entnommen. In den letzten Jahren wurden neue, kompakte und sehr flexible Instrumente entwickelt, so dass auch komplex aufgebaute Nierenbeckenkelchsysteme vollständig ausgeleuchtet und steinsaniert werden können. Am Ende der Steinentfernung erfolgt in den meisten Fällen die Einlage einer Harnleiterschiene um Schmerzen oder Urinabflussstörungen infolge von Schwellungen zu vermeiden. Mittels Harnleiterspiegelung kann die Schiene nach einigen Tagen entfernt werden.

Steinentfernung durch die Haut (perkutane Nephrolitholapaxie)

Bei ausgewählten Steinen ist eine Entfernung per Harnleiterspiegelung aufgrund der Lage oder Grösse nicht möglich. Hierbei wird unter Ultaschall-Kontrolle von aussen über einen circa 1 cm langen Hautschnitt ein Arbeitskanal in das Nierenbecken eingebracht. Hierüber können die Steine zertrümmert und abgesaugt werden.

Steinzertrümmerung mittels extrakorporaler Stosswellentherapie (ESWL)

Die extrakorporale Stosswellentherapie ist ein Verfahren, worüber Nierensteine sowie teilweise auch Harnleitersteine durch von aussen generierte Ultraschallwellen zertrümmert werden können. Die Schallwellen werden gebündelt und auf den Stein fokussiert, so dass dort die maximale Kraft vorliegt und der Stein in kleinste Teilchen zerstört werden kann, welche auf natürlichem Weg die Niere verlassen können. Wird ein grosser Stein mittels ESWL zertrümmert, kann durch die reduzierte Steingrösse eine alternativ operative Entfernung (beispielsweise Harnleiterspiegelung) erleichtert werden. Ein grosser Vorteil ist, dass die ESWL ohne Narkose beziehungsweise in leichter Sedation durchgeführt werden kann.

Abwartende Steintherapie

Steine bis 4 mm Grösse gehen in ca. 80% der Fälle spontan ab, so dass unter Schmerzmittelgabe ein spontaner Steinabgang unter Urinsieben provoziert werden kann. Hingegen besitzen Steine grösser als 7 mm eine geringe Wahrscheinlichkeit für einen Spontansteinabgang und bedürfen einer aktiven Therapie. 

Vorbeugende Massnahmen

Das Risiko für eine erneute Steinbildung innerhalb der nächsten 10 Jahre nach erfolgter Steintherapie ist mit 50 % sehr hoch, so dass vorbeugende Massnahmen allgemeiner Art mit Trinkmengenerhöhung, ausgewogener salzarmer Mischkost sowie körperlicher Bewegung zu empfehlen sind. In unserer Spezialsprechstunde kann zusätzlich eine Analyse der Steinzusammensetzung durchgeführt werden und eine individuelle Prophylaxe-Empfehlung erfolgen.

 

 

Nierenbeckenabgangsenge

Die Nierenbeckenabgangsenge ist eine zumeist angeborene Verengung am Übergang zwischen dem Nierenbecken und dem Harnleiter. Sie kann sich auch durch die Kompression von aussen durch eine kreuzende Nierenunterpolarterie («Crossing Vessel») entwickeln. Durch wiederholt auftretende Entzündungen kann sich eine Einengung zudem verschlimmern (Dekompensation). Als Folge des beeinträchtigten Urinabflusses kommt es zu einem Rückstau von Urin in die Niere und zu einer Aufweitung des Nierenbeckens. Dies kann über Jahre zu einer druckbedingten Schädigung der Niere bis hin zum Verlust der Nierenfunktion der jeweiligen Seite führen. Die Veränderungen bleiben häufig lebenslang unbemerkt, können sich aber durch Druckgefühl in der Flanke, chronische Bauch- oder Rückenschmerzen oder wiederkehrende Nierenbeckenentzündungen bemerkbar machen. 

Diagnose

Das wesentliche diagnostische Ziel ist es, eine krankmachende Abflussstörung mit dem Problem des Nierenschadens nachzuweisen. Die primäre Beurteilung eines aufgeweiteten Nierenbeckens erfolgt nichtinvasiv durch Ultraschall. Um eine Engstelle nachzuweisen, kann in der Folge eine Röntgen-Kontrastmitteldarstellung des Harnleiters und des Nierenbeckens (retrograde Ureteropyelographie) durchgeführt werden. Durch ein spezifisches bildgebendes Verfahren (Nierenfunktionsszintigraphie) wird der Nachweis einer Abflussstörung erbracht und die seitengetrennte Nierenfunktion beurteilt. Dies ist wichtig für die Entscheidung über eine allfällige Therapie. 

Therapie

Im fortgeschrittenen Stadium (bei funktionsloser Niere) ist zumeist eine Entfernung der betroffenen Niere erforderlich, da ansonsten Harnwegsinfektionen, Steinbildungen oder Bluthochdruck auftreten können. Bei erhaltener Nierenfunktion ist die Durchführung einer Nierenbeckenplastik die Methode der Wahl. Eines unserer Spezialgebiete ist die minimalinvasive, roboterassistierte Operation mit dem DaVinci®-System nach Anderson-Hynes über eine retroperitonealen Zugang, d.h. es wird lediglich in die Körperhöhle (Retroperitoneum) eingegangen, in der sich die Niere befindet. Unsere Erfahrung zeigt, dass Patienten nach dieser Operation weniger Schmerzen haben, schneller mobil sind und früher nach Hause können. Zudem ist das kosmetische Ergebnis ist in der Regel hervorragend.

 

 

Nierenzysten

Nierenzysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, die von der Niere ausgehen. Sie können angeboren oder erworben sein und sind oft ein Zufallsbefund bei Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen. In den meisten Fällen verursachen Nierenzysten keine Symptome oder Beschwerden und müssen nicht behandelt werden. Ein Teil der Nierenzysten kann jedoch bösartig entwickeln, daher wird der Verlauf von auffälligen, komplexen Nierenzysten kontrolliert und bei erhöhtem Verdacht auch operativ entfernt. 

Entstehung

Die meisten Nierenzysten sind angeboren, andere entstehen aufgrund von Infektionen, Verletzungen, Operationen oder im Rahmen anderer Erkrankungen. Flüssigkeit sammelt sich in einem von Gewebe umgebenen Raum. Das umgebende Gewebe ist hierbei oft die Nierenkapsel selbst (Randzysten) oder das Nierenbecken (Nierenbeckenzysten). Bei der Flüssigkeit handelt es sich zumeist um eine klare, salzhaltige Lösung, die dem Blutserum entspricht. In manchen Fällen kann es aber auch Eiter oder Blut sein (eingeblutete Nierenzysten). 

Bildgebung

Um besser sehen zu können, ob die Zysten Gewebsbrücken (Septen) haben oder Wandverdickungen, und um deren alfällige Durchblutung sehen zu können, sind Kontrastmittel gestützte Untersuchungen wie Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie nötig. Die Wahl hängt der genauen Fragestellung, der Lage der Zyste und von bereits erfolgter Bildgebung ab.

Einteilung

Je nach Aussehen und Kontrastmittelverhalten können die Zysten nach der sogenannten «Klassifikation von Bosniak» eingeteilt werden. Einfache Zysten (Typ 1 und 2) sind nicht behandlungsbedürftig. Eine komplizierte Zyste des Typs 2F sollte jedoch innerhalb von sechs Monaten nachkontrolliert werden. Eine operative Behandlung empfiehlt sich bei Zysten von Typ 3 und Typ 4, bei denen das Krebsrisiko 40 respektive 80-90% beträgt. Bei älteren oder schwer kranken Betroffenen wird gegebenenfalls statt einer Operation die Kontrolle mittels Bildgebung gewählt.

Therapie

Die Operationstechnik wird je nach Grösse und Lage festgelegt. Grundsätzlich wirdfür eine sichere Entnahme der minimalinvasivse Zugang bevorzugt. So werden heutzutage oft endoskopische Zugänge über den Bauchraum oder die Flanken gewählt. Ziel ist, so viel Nierengewebe wie möglich zu erhalten – wobei manchmal die gesamte Entfernung der betroffenen Niere notwendig wird.

Gutartige, grosse Zysten, welche Symptome verursachen, können entweder entnommen oder punktiert und abgeleitet werden. Alternativ können Zysten auch mit anderen Methoden geschrumpft oder verklebt werden.

Sollte bei Ihnen der Verdacht auf eine Nierenzyste bestehen, oder wurde diese als Zufallsbefund gefunden, empfehlen wir eine fachärztliche Beurteilung.

Nierentumor

Veränderungen an den Nieren nehmen im Alter zu. In den meisten Fällen handelt es sich um Zysten ohne nennenswerten Krankheitswert. Gelegentlich bilden sich aber auch bösartige Nierentumore, die häufig als Zufallsbefund in modernen Bildgebungen gefunden werden.

Besteht der Verdacht auf einen Nierentumor wird mittels modernster Bildgebung die Grösse und Ausdehnung des Tumors dreidimensional bestimmt. In komplizierten Fällen kann das betroffene Organ als 3D-Modell gedruckt werden, um die Planung der Operation zu unterstützen.

Die Behandlung von Nierentumoren erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten. Im Rahmen unseres zertifizierten Tumorzentrums wird jeder Patient mit einem neu entdeckten und lokal fortgeschrittenen Nierenkrebs interdisziplinär besprochen, um eine individuelle und optimal angepasste Therapie anzubieten. 

Die minimalinvasive operative Entfernung des Nierentumors ist die derzeitig am häufigsten angewandte und die am besten bewährte Methode. Unser Schwerpunkt liegt in der minimalinvasiven, roboterassistierten Operation mit dem DaVinci®-System. Hier nimmt der Operateur den Eingriff mit mikrochirurgischen Instrumenten und einer Kamera, welche vom Roboter gehalten wird, über kleine Bauchschnitte vor. Unsere Erfahrung zeigt, dass Patienten nach dieser Operation weniger Schmerzen haben, schneller mobil sind und früher nach Hause können.

Allen Patienten mit Nierentumoren bieten wir eine spezialisierte Tumornachsorge an.

Prostataerkrankungen

Prostatavorsorge

Mit zunehmendem Alter kommt es bei vielen Männern zu einer Prostatavergrösserung. Diese kann gutartig oder bösartig sein, demzufolge sind verschiedene Symptome, diagnostische Verfahren sowie therapeutische Optionen zu unterscheiden. 

Die Prostata-Vorsorgeuntersuchung beim Mann dient dem gezielten Ausschluss einer bösartigen Prostataveränderung sowie der Abklärung allfälliger Blasenentleerungsstörungen bei der gutartigen Prostatavergrösserung. 

Prostatavergösserung

Gutartige Prostatavergrösserung

Die gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) kann oftmals zu einem hohen Leidensdruck führen. In der westlichen Zivilisation leiden circa 70 Prozent der 65-Jährigen an einer sogenannten benignen Prostatahyperplasie, also gutartigen Wucherung der Prostata.

Bei der gutartigen Prostatavergrösserung ist die Passage des Urins durch die Harnröhre behindert, das Wasserlösen ist somit deutlich erschwert, vergleichbar mit einem verstopften Abfluss. Häufig berichten Patienten mit einer gutartigen Prostatahyperplasie von vermehrtem Harndrang, deutlich verlängerten Beginn  des Wasserlassens, sowie von dem Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung.

In unserer Spezialsprechstunde beraten und behandeln wir Patienten mit gutartigen Prostatavergrösserungen. Nach einem ausführlichen Gespräch und einer gründlichen Untersuchung wird gemeinsam mit den Patienten die bestmögliche Therapie ausgewählt.

Die therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrösserungen sind sehr vielseitig: es kann eine konservative Therapie, eine medikamentöse Behandlung sowie eine operative Reduktion der vergrösserten Prostata erfolgen.
 
Die bei der BPH eingesetzten Medikamente sind sehr gut verträglich und langjährig erprobt. Je nach Symptomatik wird das für den Patienten passende Medikament ausgewählt.
 
Sollte eine operative Therapie nötig sein, bieten wir alle urologischen Standardverfahren an:

Minimal-invasive Verfahren

  • UroLift: Einbringen von Implantaten in die Prostata zur Volumenverkleinerung und unter Erhalt des Samenergusses
  • Rezum-Steam-Therapie: Verkleinerung des Prostatagewebes durch Verdampfung mit Wasserdampf

180W-XPS-Greenlight-Laser-Vaporisation

Verdampfung von Prostatagewebe durch Laser, sicheres Verfahren zur Prostatareduktion bei Patienten mit oraler Antikoagulation (z.B. Marcoumar, Plavix und andere). 

Transurethrale Prostataresektion (TUR-P)

Entfernung von Prostatagewebe durch die Harnröhre mittels elektrischer Schlinge, jetzt auch in ejakulationserhaltender Technik. Daneben bieten wir auch die transurethrale bipolare Enukleation der Prostata für grosse Prostatadrüsen an.

Bösartige Prostatavergrösserung

Eine bösartige Veränderung von Prostatagewebe führt zum Prostatakrebs (Prostatakarzinom). Dies stellt beim Mann die häufigste maligne Tumorerkrankung dar, schweizweit ist es die zweithäufigste Krebstodesursache nach dem Lungenkrebs. Die Ursache für Prostatakrebs ist weitgehend ungeklärt, eine familiäre Häufung ist nachgewiesen und stellt neben dem Alter einen Risikofaktor dar.
Das Prostatakarzinom verursacht meist keine Symptome, Beschwerden beim Wasserlösen wie bei der gutartigen Prostatavergrösserung sind jedoch möglich.  

Die Therapie des Prostatakarzinoms richtet sich nach dem Krankheitsstadium, also nach der Grösse des Tumors, den Eigenschaften des Gewebes in der pathologischen Untersuchung sowie dem Vorhandensein von Tumorabsiedlungen (Metastasen). Ebenso ist die allgemeine gesundheitliche Verfassung zu berücksichtigen. Für eine möglichst optimale Therapie kommt deshalb der frühen Diagnose eine äusserst wichtige Bedeutung zu.

Bei Verdacht auf eine bösartige Prostataerkrankung werden weiterführende Untersuchungen eingeleitet. Diese beinhalten laborchemische Untersuchungsmethoden sowie die Probengewinnung von Prostatagewebe (Biopsie) zur feingeweblichen Untersuchung. Als besonders präzise Methode hat sich die MRT-TRUS-Fusionsbiopsie etabliert, die an unserer Klinik routinemässig durchgeführt wird. Die MRT (Magnetresonanztomographie, auch MRI) ist ein bildgebendes Verfahren ohne Strahlenbelastung, mit der Struktur und Funktion der Prostata präzise dargestellt werden kann. Suspekte Bereiche in der Prostata können somit im Anschluss gezielt biopsiert werden.

 

Weiterführende Links

Prostataentzündung

Wir bieten das komplette Spektrum der Diagnostik und Therapie bei akuter und chronischer Prostatitis sowie bei chronischem Beckenschmerzsyndrom an.

Die akute und chronische bakterielle Prostatitis ist eine akute Infektion der Prostata, welche unter anderem mit einer antimikrobiellen Therapie behandelt wird. 

Die chronische abakterielle Prostatitis respektive das chronische Beckenschmerzsyndrom ist ein Krankheitsbild ohne Keimnachweis. Hier stehen verschiedene Therapieoptionen wie beispielsweise Verhaltensänderung, medikamentöse Therapie, physikalische Therapie (ESWT) oder operative Therapie zur Verfügung. 

Prostatatumor

Der Prostatatumor ist die häufigste diagnostizierte Krebserkrankung des Mannes.

Vorsorge

Je früher der Prostatatumor entdeckt wird, desto grösser sind die Heilungschancen. Deshalb wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Urologie eine Prostatavorsorgeuntersuchung bei familiärer Belastung (Vater oder Bruder mit Prostatakarzinom) ab dem 45. Lebensjahr und ohne familiäre Belastung ab dem 50. Lebensjahr empfohlen. Diese Vorsorgeuntersuchung besteht aus einer Tastuntersuchung der Prostata, einem Ultraschall und einem Bluttest (Prostata Spezifisches Antigen, kurz PSA).

Diagnose

Ist die Vorsorgeuntersuchung auffällig, wird geklärt, ob tatsächlich ein Prostatatumor vorliegt. Hierzu wird eine Gewebeprobe aus der Prostata entnommen und untersucht. 
Als besonders präzise Methode hat sich die Fusionsbiopsie basierend auf Bildgebung mittels Magnetresonanztomographie und transrektalem Ultraschall (MRT-TRUS) etabliert. Mittels Magnetresonanztomographie (MRT) werden verdächtige Areale der Prostata sichtbar gemacht. Die Prostata-Bilder der MRT werden während der Biopsie mit den Ultraschallbildern der Prostata überlagert. Damit können die verdächtigen Areale präzise zur Gewebeprobenentnahme angesteuert werden. Diese Methode wird an unserer Klinik standardmässig angewandt. Der Prostatatumor wird durch die MRT-TRUS Fusions-Gewebe-Entnahme früher, präziser und mit weniger entnommener Gewebeproben diagnostiziert. Somit können Patienten frühzeitig der optimalen Therapie zugeführt werden und das Risiko von Nebenwirkungen durch wiederholte Gewebeprobenentnahmen wird gesenkt.

Therapie

Die Behandlung des Prostatatumors erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten. Im Rahmen unseres zertifizierten Tumorzentrums wird jeder Patient mit einem neu entdeckten Prostatatumor interdisziplinär besprochen, um eine individuelle und optimal angepasste Therapie anzubieten. Es folgen interdisziplinäre Sprechstunden mit Spezialisten der Strahlentherapie (Radioonkologie) und der Onkologie, damit wir mit Ihnen die verschiedenen Therapieoptionen ausführlich besprechen können. 

Aktive Überwachung («Active surveillance»)

Bei risikoarmem Prostatatumor, welcher auf das Organ beschränkt ist, kann auf Operation oder Strahlentherapie verzichtet werden. Stattdessen wird die Strategie der aktiven Überwachung («Active Surveillance») angewandt. Mittels regelässigen Kontrolluntersuchungen (Tastuntersuchung der Prostata, PSA-Bluttest und Biopsie) wird der Prostatatumor überwacht. Damit können Veränderungen des Tumors frühzeitig erkannt und nur falls notwendig aggressivere Therapieverfahren angewandt werden.

Operative Entfernung der Prostata

Die vollständige Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) empfiehlt sich vor allem, wenn der Prostatatumor auf das Organ beschränkt ist. Diese Option ist die derzeit am häufigsten angewandte und sehr bewährte Methode. Unser Schwerpunkt liegt dabei in der minimal-invasiven, roboterassistierten Operation mit dem DaVinci®-System. Hier nimmt der Operateur den Eingriff mit mikrochirurgischen Instrumenten und einer Kamera, welche vom Roboter gehalten wird, über kleine Bauchschnitte vor. Unsere Erfahrung zeigt, dass Patienten nach dieser Operation weniger Schmerzen haben, schneller mobil sind und früher nach Hause können.

Strahlentherapie

Durch eine Strahlentherapie lassen sich die Krebszellen derart schädigen, dass sie absterben. Durch die gezielte Bestrahlung werden die umliegenden gesunden Organe, wie Dünndarm, Blase und Geschlechtsorgane, möglichst geschont.

Hormon- und Chemotherapie

Das Sexualhormon Testosteron beeinflusst das Wachstum der Prostatazellen und damit unter Umständen auch eines Prostatatumors. Mit einer Antihormontherapie wird der Einfluss des Testosterons auf das Wachstum von hormonabhängigen Prostatatumoren ausgeschaltet. Dies kann mit einer operativen oder einer medikamentösen Behandlung erreicht werden.
Bei einem Prostatakarzinom kann eine Chemotherapie zum Einsatz kommen, wenn die Antihormontherapie nicht (oder nicht mehr) wirken, der Prostatatumor also kastrationsresistent geworden ist. Eine Chemotherapie ist eine Behandlung mit zellschädigenden oder wachstumshemmenden Medikamenten. Sie sorgt dafür, dass sich schnell wachsenden Krebszellen nicht mehr teilen und somit nicht weiter vermehren. Allerdings werden bei einer Chemotherapie auch gesunde, schnell wachsende Zellen geschädigt (z.B. Zellen des Knochenmarks, Haarfollikelzellen oder Zellen der Schleimhäute in Mund, Magen oder Darm).

Nachsorge

Nach der Therapie des Prostatatumors bieten wir allen Patienten eine spezialisierte Nachsorge des Tumors, der Kontinenz und der Erektion an.

Plastische Urologie

Harnröhrenchirurgie

Die Harnröhre (Urethra) ist der unterste Anteil der ableitenden Harnwege und dient der Entleerung des Urins aus der Blase. Bei Männern dient die Harnröhre zusätzlich zur Ausleitung des Spermas. Veränderungen der Harnröhre können die Lebensqualität deutlich beeinflussen.

Typische Befunde der Harnröhre, die einer Operation bedürfen, sind Harnröhrenengen (Striktur), Harnröhrenaussackungen (Divertikel) und Verbindungen zur Hautoberfläche (Fistel). Ursachen dafür können Infektionen, Voroperationen, Fremdkörper oder Traumata sein.  

Harnröhrendivertikel und Fisteln werden in aller Regel durch einen kleinen Hautschnitt offen operativ versorgt. Bei Harnröhreengen besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer inneren Schlitzung (Urethrotomie) sowie offen operative Verfahren (End-zu-End-Anastomose, Rekonstruktion mit Mundschleimhaut). Die beste Strategie werden wir je nach Befund und in individueller Absprache mit Ihnen wählen.

Eine typische männliche Fehlbildung der Harnröhre ist die sogenannte Hypospadie, bei der die Mündung der Harnröhre nicht auf der Eichel sondern auf der Unterseite des Penis zu liegen kommt. Eine Mündung der Harnröhre auf der Oberseite des Penis, eine so genannte Epispadie, ist deutlich seltener. Diese Fehlbildungen werden meistens bereits im Kindesalter operativ versorgt, eine Korrektur ist jedoch auch später möglich.

Nach Eingriffen an der Harnröhre ist eine langfristige Nachkontrolle unerlässlich, um späte Komplikationen regelmässig zu verhindern.

Prothesen

Bei schwerem Urinverlust (Inkontinenz), beispielsweise bei Querschnittsläsionen oder nach Operationen, kann mit einer hohen Erfolgschance durch den Einsatz von Prothesen die Funktion wiederhergestellt werden. Dazu stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung: einerseits Schliessmuskel-unterstützende, andererseits auch ersetzende Verfahren. Bei ersterem wird durch ein Band oder ein Bandsystem der Aufhängungsapparat der Harnröhre verstärkt und benötigt keine manuelle Bedienung. Bei letzterem wird ein Manschettenartiges Verschluss-System um die Harnröhre gelegt und durch Fingerdruck auf ein im Hodensack oder den Schamlippen implantiertes Pumpsystem bedient. Von aussen sind die Implantate nicht sichtbar. Die Kosten werden in aller Regel von der Krankenkasse übernommen.

Im Falle von Erektionsproblemen, die nicht auf die üblichen medikamentösen Verfahren ansprechen, kann die Implantation einer Penisprothese erwogen werden. Dabei werden hydraulische (aufpumpbare) von semirigiden (biegbaren) Implantaten unterschieden. Beide werden operativ in die Schwellkörper des Penis eingebracht. Von aussen sind die Implantate nicht sichtbar. Die Kosten für Penisprothesen werden in aller Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.

Geschlechtervarianz

Transsexualität ist nach der aktuelle internationalen ICD-Klassifikation psychischer Störungen folgendermassen definiert: «Es besteht der Wunsch, als Angehöriger des anderen anatomischen Geschlechts zu leben und anerkannt zu werden (...) Es besteht der Wunsch nach hormoneller und chirurgischer Behandlung, um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen.»

Am Universitätsspital Basel erfolgt die Behandlung im Rahmen des Schwerpunkts Geschlechtervarianz gemeinsam mit den Kollegen der Psychiatrie, plastischen Chirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Gynäkologie und Endokrinologie. Der Schwerpunkt für Geschlechtervarianz ist die erste und bisher einzige inter- und multidisziplinäre, medizinische Abteilung für geschlechtervariante Personen in der Schweiz. Als Geschlechtervarianz versteht unser Team die Tatsache, dass sich die Geschlechtsidentität von Menschen nicht ausschliesslich in zwei Kategorien (Frau/Mann) beschreiben lässt. Daher ist es möglich, dass sich manche Personen im Verlauf ihres Lebens zu einem geschlechtsangleichenden Prozess entscheiden, welcher medizinische und/oder psychotherapeutische Unterstützung braucht.

Wurde die Diagnose psychologisch bestätigen, werden die weiteren Schritte (zum Beispiel Hormontherapie, geschlechtsanpassende Operationen) gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten unter Koordination durch den Leiter Schwerpunkt Geschlechtervarianz Dr. David Garcia in Absprache mit den Spezialisten geplant.

Weitere Informationen

Spezialsprechstunden

Lebendnierenspende

Bei einer Lebendnierenspende wird einem gesunden Spender eine seiner beiden Nieren entnommen und anschliessend sofort beim Empfänger eingesetzt. Der Spender ist dadurch in seinem weiteren Leben nicht eingeschränkt, da eine Niere zum Leben ausreicht.

Lebendnierenspenden werden bei uns wöchentlich durchgeführt. Im Vorfeld finden ausführliche Abklärungen von Spender und Empfänger statt. Hierbei werden vorliegende Erkrankungen erkannt und beurteilt. Ausserdem wird getestet,  ob das Organ des Spenders zum Empfänger passt.
Wenn diese Abklärungen alle unbedenklich ausfallen, wird der Lebendnierenspender durch unser Entnahmeteam operiert. Wir führen die Nierenentnahme über eine minimalinvasive Schlüssellochtechnik, genannt Retroperitoneoskopie, durch. Hierfür werden vier Hautschnitte von circa einem Zentimeter Länge durchgeführt. Einer dieser Schnitte wird für die Entnahme der Niere auf Handbreite erweitert.

Das Einsetzen der Niere beim Empfänger erfolgt unmittelbar nach Entnahme beim Spender durch das Team der Gefäss- und Transplantationschirurgie. Nach der Operation benötigen die Spender zur Regeneration meist nur wenige Tage stationäre Betreuung auf unserer Abteilung.

Männerheilkunde

Die Männerheilkunde, auch Andrologie genannt,  beschäftigt sich mit unterschiedlichen Funktionsstörung der männlichen Sexualität. Hierunter fallen unter anderem angeborene oder erworbene Verkrümmungen des Gliedes (Induratio Penis Plastica), sowie Störungen des männlichen Hormonhaushalts. Für jeden Patienten bieten wir eine individuelle, zielgerichtete Diagnostik und eine entsprechende Therapie.

Die häufigste durch den Andrologen behandelte Hormonstörung ist eine Unterfunktion der Keimdrüsen (Hypogonadismus). Der zugrundeliegende Testosteronmangel kann sich durch Libidoverlust, Erektionsstörung, Verminderung der Knochendichte (Osteoporose) und/oder Unfruchtbarkeit bemerkbar machen. Die Ursachen hierfür liegen entweder in einer Funktionsstörung der übergeordneten Steuerungszentren (sekundärer Hypogonadismus) oder den Hoden selbst (primärer Hypogonadismus).

Bei der Diagnose wird ermittelt, ob ein Hormonmangel vorliegt. Bei Bedarf wird zudem eine genetische Analyse durchgeführt. Entsprechend der zugrundeliegenden Funktionsstörung kann eine individuelle Substitutionstherapie in unserer Ambulanz durchgeführt werden.

Eine Penisverkrümmung (Induratio Penis Plastica, IPP) ist eine chronische Erkrankung mit schubförmigem Verlauf.  Häufig beginnt die Erkrankung mit Schmerzen im Penis, später bilden sich tastbare Knoten (Plaques), die dann zur Penisschrumpfung und Penisverkrümmung führen können.  Für eine konservative Therapie stehen zahlreiche Medikament zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es verschiedene chirurgische Behandlungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die Entfernung (Exzision) des IPP Plaques mit anschliessender Rekonstruktion oder Raffung. Bei verkalkten Plaques kommt die Extrakorporale Stosswellentherapie (ESWT) zur Anwendung. Unsere Klinik ist die erste der Schweiz, welche diese Therapie anbietet.

Unerfüllter Kinderwunsch

Bleibt ein Paar über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten ungewollt kinderlos, handelt es sich definitionsgemäss um ein infertiles Paar. In West-Europa betrifft dieses Problem etwa 12 bis 15 Prozent aller Paare.

Beeinträchtigungen der männlichen Fruchtbarkeit sind meist auf eine zu geringe Menge oder eine nicht ausreichende Qualität der Spermien zurückzuführen. Hierbei bieten wir zur Ursachenabklärung eine ausführliche Diagnostik auf Seiten des Mannes im Rahmen unserer Sprechstunde.

Therapeutisch bieten wir folgende Optionen an:

  • Entnahme der Spermien aus den Hoden zum Einfrieren von Spermien (testikuläre Spermienextraktion = TESE; konventionell und mikrochirurgisch)
  • Mikrochirurgisches Wiederzusammennähen der Samenleiter (Vaso-Vasostomie)
  • Mikrochirurgische Entfernung von Krampfadern am Hoden (Varikozelenresektion)

Es ist hierbei wichtig, dass beide Partner gleichzeitig untersucht werden, da die Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit nur im Zusammenhang des Paares betrachtet werden können. Daher arbeiten wir eng mit der Gynäkologischen Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Frauenklinik zusammen insbesondere im Hinblick auf die Therapie.

Verhütung/Vasektomie

Eine sehr effektive und permanente Verhütungsmethode ist die Sterilisation des Mannes. Bei der Sterilisationsoperation (Vasektomie) des Mannes werden durch einen chirurgischen Eingriff die Samenleiter im oberen Hodenbereich durchtrennt, wodurch der Transport der Spermien vom Hoden zum Penis unterbrochen wird. Das Ejakulat/Erguss bleibt unverändert, da dies zum grössten Teil in der Prostata gebildet wird. Auch die Hormonbildung und Hormonausschüttung bleibt erhalten, da die Hormone direkt vom Hoden in das Blut gelangen.

Die Sterilisation des Mannes kann in lokaler Betäubung unter ambulanten Bedingungen erfolgen.

Sexualmedizin

Eine erfüllte und befriedigende Sexualität trägt entscheidend zur Gesundheit des Menschen bei. Beeinflusst wird die sexuelle Gesundheit von unterschiedlichen Faktoren – entsprechend vielfältig sind auch unsere Behandlungsansätze.

Bei uns steht nicht allein die Behebung einer Funktionsstörung im Vordergrund. Wir beschäftigen uns mit sämtlichen Aspekten, welche Ihr körperliches, emotionales, geistiges und soziales Wohlbefinden im Zusammenhang mit der Sexualität beeinflussen. Deshalb arbeiten wir interdisziplinär mit verschiedenen Fachrichtungen der Medizin, mit der Psychologie und der Physiotherapie zusammen.

Unter anderem stehen wir Einzelpersonen und Paaren bei folgenden Anliegen zur Verfügung:

  • Fragen zur Sexualität
  • Mangel an sexuellem Verlangen (Libidostörung)
  • Erregungsstörungen
  • Orgasmus-Schwierigkeiten
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
  • Sexuellen Schwierigkeiten bei chronischen Erkrankungen (z.B. neurologisch oder psychisch)
  • Sexuellen Schwierigkeiten während oder nach einer Krebsbehandlung 

Mit einer Terminvereinbarung laden wir üblicherweise zu einem ersten Gespräch von ca. 45 Minuten Dauer ein, bei dem Sie die Gelegenheit haben, uns Ihr Problem darzulegen. Wir sind darauf bedacht, offen, respektvoll und unvoreingenommen auf alle Aspekte Ihrer Sexualität einzugehen. Selbstverständlich werden alle Informationen höchst vertraulich behandelt.

Nach dem ersten Gespräch werden wir in Absprache mit Ihnen mögliche weitere Abklärungen und die Behandlung planen, allenfalls auch unter Einbezug weiterer Fachleute. Für die Behandlung können verschiedene Methoden wie Sexualberatung, medikamentöse Therapien, Physiotherapie, Psychotherapie oder Paartherapie zur Anwendung kommen.

Kontakt

Sekretariat Psychosomatik
Pierrette Rondez
Tel. +41 61 265 90 43
Fax +41 61 265 90 35
sexualmedizin@anti-clutterusb.ch

 

Zertifiziertes «Training Center» des
Multidisciplinary Joint Committee of Sexual Medicine (MJCSM)

 

Jugendlichen-Sprechstunde

Über 85 Prozent der Kinder mit chronischen Erkrankungen erreichen heutzutage das Erwachsenenalter. Viele solcher Erkrankungen erfordern eine lebenslange Betreuung oder Nachkontrolle.

In der Übergangsphase vom Kind zum Jugendlichen und schliesslich zum Erwachsenen kommt der Interdisziplinarität der kindlichen und erwachsenen Medizin eine grosse Bedeutung zu. Häufig ändern sich in diesen Lebensphasen die Ansprüche auf Eigenständigkeit, Fertilität, Sexualität und Kosmetik der Betroffenen.

Diese Sprechstunde erleichtert jungen Erwachsenen ab 16 Jahren beiden Geschlechts den Übergang (Transition) von der Kinder- zur Erwachsenen-Medizin. Dieser wird in einer gemeinsamen Sprechstunde mit dem Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) gewährleistet. Für die Dauer des Übergangs werden Betroffene gemeinsam sowohl durch die Abteilungen der Urologie, Gynäkologie, Chirurgie und Nephrologie sowohl der Kinder- als auch der Erwachsenen-Medizin betreut. Dabei bleiben grundsätzlich feste Ansprechpartner bestehen. Der Abschluss der Transitionsphase wird gemeinsam mit den Patienten festgelegt.

Eine Jungen-Sprechstunde ist eingeschlossen, in der alle Aspekte der Sexualität besprochen werden können.

Erektionsstörungen

Ab dem 50. Lebensjahr ist jeder zweite Mann von Erektionsstörungen betroffen, mit einer weiteren Zunahme im Alter. Eine erektile Dysfunktion kann für Betroffene und ihre Partner eine Belastung darstellen.

Die mit 70 Prozent häufigste Ursache sind altersbedingte Gefässschäden der sehr feinen Gefässe des Penis. Weitere Ursache können Operationen, Medikamenteneinnahme, Hormonschwankungen oder neurologische Erkrankungen sein.

Behandlungsmöglichkeiten

Im Falle von Hormonellen Problemen können diese medikamentös behandelt werden.

Mit einer Penispumpe oder einem Penisring (auch «Cock Ring» genannt) kann die Erektionsstärke unterstützt werden.

Mittels Stosswellentherapie (ESWT) kann die Blutgefässneubildung im Schwellkörper angeregt und somit die Erektion verbessert werden. Dieses Verfahren ist sehr effektiv und bis auf gelegentliche Hautreizungen oder leichte Blutergüsse nebenwirkungsfrei.

Weiterhin gibt es zahlreiche Medikamente zur Unterstützung der Erektion, die entweder oral eingenommen, in die Harnröhre gegeben oder in den Schwellkörper gespritzt werden.

Als weiterer Lösungsweg besteht zudem  die Möglichkeit einer Schwellkörperprothese.

Studiensprechstunden

Die Forschung nimmt in unserer urologischen Abteilung einen hohen Stellenwert ein. Wir engagieren wir uns besonders auf dem Gebiet der Blasen-und Prostatakrebsforschung.

Ein Grossteil unserer Patienten qualifiziert sich auf Grund ihres Krankheitsbildes für eine Studienteilnahme. Interesse und Einverständnis des Patienten vorausgesetzt, haben diese Patienten die Möglichkeit ihre Behandlung im Rahmen einer klinischen Studie durchführen zu lassen.

In den meisten Fällen werden diese Patienten in der Studiensprechstunde betreut, sodass sie direkte Ansprechpartner haben und stets vom gleichen Team behandelt werden.

Ausserdem arbeiten wir sehr eng mit den Forschenden der Pathologie, der Onkologie und der Radioonkologie zusammen, sodass weiterführende Therapien und Interdisziplinarität gewährleistet sind.

Die Studiensprechstunde findet jeweils 
montags von 9 bis 12 Uhr und 
mittwochs von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr

statt.

 

Das Team der Sudiensprechstunden

PD Dr. Cyrill Rentsch
Leitender Arzt
Leiter klinische Forschung
Leiter Urologisches Tumorzentrum

 

 

 

Heike Püschel
Study Nurse Urologie/Pathologie
Zentrumskoordinatorin Urologisches Tumorzentrum

 

Terminvereinbarung

telefonisch: +41 61 556 54 77 
oder per E-Mail.