Immer ein Notfall

Akuter arterieller Verschluss

Der akute arterielle Verschluss ist stets als Notfall zu betrachten!
Bei partieller Ischämie ist eine Lumeneröffnung noch am selben Tag anzustreben. Liegt jedoch eine absolute Ischämie vor, sollte nach Möglichkeit unverzüglich und ohne Zeitverlust, maximal innert 6 Stunden, die Perfusion wiederhergestellt werden.

Die akute, absolute Extremitätenischämie ist durch den möglichen ausgedehnten Zelluntergang mit Elektrolytverschiebungen, Nierenversagen (Rhabdomyolyse), Kreislaufversagen und Dekompensation häufig bestehender weiterer kardiovaskulärer Erkrankungen mit hoher Mortalität verbunden. Eine abwartende Haltung kann daher deletär sein.

6 P's - eine Ischämie erkennen

Die klinische Manifestation des akuten Verschlusses von Extremitätenarterien ist geprägt durch die folgenden 6 Symptome (6 P's):

1PainSchmerz
2PallorHautblässe
3PulselessnessPulslosigkeit
4ParathesiaSensibilitätsstörung
5ParalysisMotorische Ausfälle
6ProstrationEntkräftung

Liegen nur die Symptome 1.-3. vor, spricht man von partieller Ischämie.
Liegen auch eines oder mehrere der Symptome 4.-6. vor, handelt es sich um eine absolute Ischämie.

Diagnoseverfahren

Zur genauen Lokalisierung und Bestimmung der Ausdehnung des Verschlusses eignet sich als bildgebendes Verfahren die nicht-invasive Duplex-Sonographie, die ohne Verzug und gezielt durchzuführen ist. Nur mit spezieller Fragestellung ist in seltenen Fällen die Arteriographie notwendig, um die notwendige Therapie (Katheter, Chirurgie) festzulegen.

Der Schweregrad der Ischämie (partiell/absolut), die Ursache (embolisch/thrombotisch) sowie Lokalisation und Ausdehnung des Verschlusses sind ebenso wie der klinische Zustand des Patienten und die lokalen Gegebenheiten entscheidend für die Wahl des therapeutischen Verfahrens. Zur Verfügung stehen Chirurgie und kombinierte kathetertechnische Eingriffe, d.h. Aspiration, lokale Thrombolyse und PTA. In der Regel werden akute Verschlüsse von der Aorta bis proximale A. femoralis superficialis chirurgisch und die Verschlüsse weiter distal kathetertechnisch behandelt.

Falls eine operative Sanierung notwendig ist, muss allerdings häufig eine Angiographie zur Darstellung der peripheren Strombahn präoperativ durchgeführt werden. Hierdurch wird es beispielsweise möglich, das beste Empfängergefäss für einen Bypass festzulegen.

Ursachen eines akuten arteriellen Verschlusses können arterielle Embolien aus Herz oder vorgeschaltetem Stromgebiet sein. Rupturen von Plaques in vorbestehenden Stenosen mit folgender vollständiger Okklusion an dieser Stelle und Aufthrombosierung nach proximal sind ebenfalls möglich.

Besondere Beachtung ist der Möglichkeit von Thromben in arteriellen Aneurysmata, zum Beispiel popliteal, zu schenken. Schliesslich finden sich peripher arterielle Embolien auf dem Boden von Cholesterinablösungen von der Gefässwand, beispielsweise nach Katheterinterventionen.

Sollten Sie den Verdacht auf eine akute arterielle Perfusionsstörung haben, bitten wir Sie um direkte Kontaktaufnahme mit dem diensthabenden Angiologen, um Zeitverluste zu minimieren.

Sie erreichen unseren Dienstarzt über die Telefonzentrale +41 61 265 25 25