Lymphödeme

Die Lymphgefässe bestehen aus einem Netz von Lymphkapillaren in der Haut, in die die interstitielle Flüssigkeit drainieren kann. Über sog. Prä- Kollektoren fliesst die Lymphe weiter in die Tiefe ab in sog. Kollektoren, die mit Klappen versehen zu Lymphknoten und schliesslich den zentralen Venen ziehen (V. cava, V. azygos).

Störungen des Lymphabflusses können durch angeborene Hypo- oder Aplasien des Lymphsystems (primäres Lymphödem) oder Unterbrechungen der Leitungsbahnen (zum Beispiel durch operative Eingriffe, Kompression, Lymphknotenerkrankungen oder Infektion) entstehen und werden dann als sekundäres Lymphödem bezeichnet.

Das Lymphödem betrifft vorwiegend die Extremitäten. Im Stadium I ist es reversibel und weich, im Stadium II durch sklerotische Veränderungen auf dem Boden von Eiweisseinlagerungen hart und zumindest teilweise irreversibel. Das Stadium III beschreibt die Elephantiasis und Hyperkeratose.

Ein unbehandeltes Lymphödem neigt zum Fortschreiten. Rezidivierende Infekte, die bei Lymphödem gehäuft auftreten, führen zur weiteren Zerstörung der Lymphbahnen.

Die Therapie des Lymphödems beruht in den meisten Fällen auf die komplexe Entstauungstherapie. Begleitende venöse, aggravierende Probleme müssen ausgeschlossen oder behandelt werden. Die Patienten sollten über Verhaltensmassregeln aufgeklärt werden, Infekte werden konsequent angegangen.

Verhaltensregeln umfassen

  • das Verbot zum Barfusslaufen (Verletzungsprophylaxe)
  • interdigitales Abtrockenen nach dem Duschen (Verhinderung feuchter Kammern)
  • sofortige Desinfektion von Verletzungen
  • Vermeidung einschneidender Kleidung
  • Vermeidung von Hitze wie Sauna und Sonnenbädern
  • medikamentöse Beseitigung von Fuss- oder Nagelpilz
  • professionelle Nagelpflege sowie Vermeidung von Übergewicht und langem Stehen

Alkohol wirkt meistens ungünstig. Strikte Kompressionstherapie muss wie angeordnet durchgeführt werden; meistens ist die Kompression am Tage ausreichend. Lymphdrainage im Einzelfall auf ärztliche Verordnung je nach Ausprägung.