Nierenarterien & Hypertonie

RI: Vmax-Vmin/Vmax

Nierenarterien Vmax Vmin

Abgang der rechten Nierenarterie aus der Aorta

Nierenarterien-Abgang rechts

Abgang der linken Nierenarterie aus der Aorta

Nierenarterien-Abgang links

Die renovaskuläre Hypertonie ist selten (ca. 1% aller Fälle von Hypertonie) aber potentiell heilbar.

Als Ursache findet sich meist eine Arteriosklerose der Aorta mit Einbeziehung der Nierenarterienabgänge. Insbesondere bei jüngeren Patienten kann aber auch eine sogenannte fibromuskuläre Dysplasie zu Nierenarterienstenosen führen, die dann meist distal von den Nierenarterienabgängen lokalisiert sind.

Anamnestische Hinweise

  • plötzlicher Beginn oder eine Verschlechterung einer Hypertonie
  • ein schwerer Verlauf oder eine schlecht einstellbare Hypertonie

Insbesondere bei jungen Frauen sollte nach Hinweisen für eine fibromuskuläre Dysplasie auch an den supraaortalen und iliacalen Gefässen gesucht werden. Bei älteren Patienten mit vaskulären Risikofaktoren zeigen sich oft bereits  Manifestationen der Arteriosklerose an anderen Orten wie koronar, cerebral oder peripher.

Es gibt keine pathognomonischen Befunde einer renovaskulären Hypertonie.

Indikatoren

  • hoher diastolischer Druck, der während der Nacht keine Abnahme zeigt
  • ein Gefässgeräusch, das jedoch nicht periumbilikal, sondern wenig unterhalb des Rippenbogens oder dorsal paravertebral lokalisiert ist. Ein typisches Geräusch ist in 29% der Patienten auskultierbar, andererseits ist bei 20% der Patienten mit Geräusch keine Stenose nachweisbar.
  • Im Labor ist das Kalium häufig tief (allerdings auch bei Diuretikaeinnahme oder Conn-Syndrom), das Kreatinin erhöht.

Untersuchungsmethode

Untersuchungsmethode der Wahl ist die Duplexsonographie (keine Strahlenbelastung, zusätzlich zur Beurteilung der Nierenarterie Aussage über Erfolgsaussichten einer Intervention möglich, s.u.).

Vorgehen nach Duplexsonographie

  • Keine Stenose nachweisbar: medikamentöse Behandlung.

  • Signifikante Stenose nachgewiesen: Zur Senkung der arteriellen Blutdruckwerte resp. Funktionsverbesserung Katheterintervention. Aortennahe Stenose: Primäre Stentimplantation. Von der Aorta abgesetzte Stenosen: Primär nur PTRA.

  • Signifikante Stenose nachgewiesen, RI > 0.8: Bei Nachweis einer signifikanten Stenose mit pathologischem peripherem Widerstand (intrarenale Arterien bereits im Sinne einer Nephroangiosklerose verändert) kann durch die Revaskularisation (PTA oder Chirurgie) keine relevante Blutdruckbeeinflussung erwartet werden. Die Intervention zur Verbesserung der Nierenfunktion bzw. Verlangsamung des Funktionsverlustes kann diskutiert werden.

  • Unklare Befunde: MRA