Varikosen

Grundlage der Behandlung der Stamm- und Seitenastvarikose ist die Kompressionstherapie mit Strümpfen der Klasse II. Im Allgemeinen ist eine Versorgung bis zum Knie (A-D) ausreichend, um Symptome wie Schwellungsneigung und schwere Beine sowie Folgeschäden (Hyperpigmentation und Ulcera) zu verhindern, die sich in der überwiegenden Anzahl der Fälle am Unterschenkel bzw. im Knöchelbereich abspielen.

Je nach Ausprägung der Symptomatik und der Befunde kann eine Varizensanierung bereits im Stadium I der chronisch-venösen Insuffizienz (Einteilung nach Widmer) bzw. im Stadium C2 und C3 der zunehmend verwendeten CEAP-Klassifikation geplant werden.

Beim Eintreten von Folgeschäden (CVI Stadium II und III nach Widmer bzw. C4-6 in der CEAP-Klassifikation) ist eine Sanierung der Varikose in Würdigung des Gesamtzustandes der Patienten anzuraten.

Zur Planung einer Varizensanierung ist vorgängig immer eine duplexsonographische Untersuchung durchzuführen. Hierdurch kann nicht nur das Ausmass der Intervention/Operation durch Darstellung insuffizienter, klinisch nicht fassbarer Venenabschnitte festgelegt werden, auch Kontraindikationen für den Eingriff (tiefe, unkompensierte Venenthrombose) und anatomische Besonderheiten werden festgestellt. Anschliessend werden die Patienten betreffend der Therapiemodalitäten beraten. Oftmals können heutzutage insuffiziente Abschnitte der Stammvenen mittels minimal-invasiver, Katheter-basierter Verfahren behandelt werden (endovenöse Lasertherapie. Radiofrequenztherapie). Ergänzend können Miniphlebektomien der Seitenäste durchgeführt werden, ggf. auch eine Behandlung mittels Schaum-sklerotherapie. In gewissen Fällen ist weiterhin die chirurgische Crossektomie, sinnvoll (ergänzt mit Stripping, Miniphlebektomien, ggf. Perforansligaturen). 

Besenreiser und retikuläre Varizen sind im Allgemeinen ein kosmetisches Problem und führen selten zu Schwellungen oder Schmerzen. Sie können bei Bedarf mittels Sklerotherapie behandelt werden.