Highlights

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Highlights 2004

Signifikante Reduktion der Mortalität bedingt durch Pneumokokkensepsis in den Jahren 1986-2000

In dieser Studie untersuchte Trampuz et al., Mayo Clin Proc, alle Verläufe von Patienten, die positive Blutkulturen mit S. pneumoniae hatten (1.1.1986-31.12.2002). Es konnten 405 Episoden einer Pneumokokken-Bakteriämie in 394 Patienten untersucht werden. In der Studien-periode nahmen die auf Penicillin intermediär oder resistenten Stämme von 0% auf 17% zu. Hingegen nahm die "Case fatality rate" von 33% auf 17% ab. Unabhängige Risikofaktoren für einen tödlichen Verlauf waren koronare Herzkrankheit, Neutropenie und Alter >65 Jahre. Die HIV-Infektion war kein Risikofaktor für einen schwereren Verlauf. Die Studie zeigt letztlich die Fortschritte der Diagnostik, adäquaten Antibiotika-Therapie und der vermehrten Expertise hinsichtlich dieser schweren bakteriell bedingten Krankheit.

Changes in the Epidemiology of Pneumococcal Bacteremia in a Swiss University Hospital During a 15-Year Period, 1986-2000

Pneumococcal Bacteremia: Lessons Learned, Yet More to Learn

 

Multiple Therapiewechsel der anti-HIV-Medikation und Langzeitansprechen

Therapiewechsel der hoch aktiven antiretroviralen Therapie sind aufgrund der Langzeitmedikation häufig. In einer Analyse von 1'140 HIV-infizierten Patienten, welche ununterbrochen therapiert wurden. Es zeigte sich, dass ohne virologisches Versagen auf erste Therapien, ein Therapiewechsel per se kein erhöhtes Risiko nach sich zieht für ein virologisches Versagen. Ebenfalls wird die Immunrekonstitution, d.h. die Erholung von CD4-T-Lymphozyten durch multiple Therapiewechsel nicht negativ beeinflusst. Die Studie zeigt, dass bei Unverträglichkeit eine Therapie eher früher als später gewechselt werden sollte, da sonst wegen Nebenwirkungen die Adhärenz negativ beeinflusst werden könnte.

Long-term virological response to multiple sequential regimens of highly active antiretroviral therapy for HIV infection

 

Epidemiologie der Candidämien in Schweizer Spitälern 1991-2000

In dieser Studie konnten Marchetti et al., Clin. Inf. Dis, zeigen, dass die Candida Sepsis der 7. häufigste Erreger aller Septikämien war (1'737 Episoden). Die Inzidenz der Candidämie blieb stabil über eine 10 Jahres Periode. C. albicans war nach wie vor der häufigste Erreger, gefolgt von Candida glabrata und Candida tropicalis. Es zeigte sich keine Veränderung im Resistenzmuster. Diese Studie hat für die Therapie der Candidämie direkte Implikatio-nen.

Epidemiology of Candidemia in Swiss Tertiary Care Hospitals: Secular Trends, 1991–2000

 

Polymerasen Kettenreaktion für die Diagnose von Mycobacterium tuberculosis

In dieser Analyse konnten wir (Laifer et al., Chest) zeigen, dass eine wiederholte PCR bei beschwerdefreien Asylsuchenden mit Infiltraten im Thorax-Röntgenbild im diagnostischen Prozess sehr gut diskriminierten. So war der negativ prädiktive Wert von drei konsekutiven negativen PCRs (in zwei Sputa und einer broncho-alveolären Lavage) für eine aktive Tbc 100%.

Polymerase Chain Reaction for Mycobacterium tuberculosis* Impact on Clinical Management of Refugees With Pulmonary Infiltrates

 

Staphylococcus aureus Kolonisation ist tiefer bei Drogenabhängigen in einem Heroinprogramm

In dieser Studie konnten Bassetti et al., Inf. Cont. & Hosp. Epidem., zeigen, dass die S. aureus Kolonisation bei Drogenabhängigen nicht per se höher ist. Es zeigte sich sogar eine tiefere Rate von Drogenabhängigen in einem intravenösen Heroinsubstitutionsprogramm verglichen mit einem oralen Methadonprogramm.

Carriage of S. Aureus Among Injection Drug Users: Lower Prevalence in an Injection Heroin Program than in an Oral Methadone Program Maintenance

 

Die nasale Grippe Impfung - leider wegen schwerer Nebenwirkung verunmöglicht

In einer grossen Kohortenstudie, bei der 12'582 Personen im Kanton Basel-Stadt eine kostenlose Influenza Impfung angeboten wurde und davon 1'600 Personen geimpft wurden, konnten wir (Sendi et al., Clin. Inf. Dis.) zeigen, dass die nasale Impfung (n=1'429) zwar von den meisten Personen anlässlich der Impfung geschätzt wurde, es jedoch bei 11 Personen zu einer Facialisparese kam. Bei 10 Personen war diese dokumentiert vollständig regredient. Die Facialisparese trat nach durchschnittlich 20 Tagen auf (3-43 Tage) und dauerte im Durchschnitt 26 Tage (1,5-60 Tage). Wegen dieser möglichen Assoziation wurde dieser nasale Impfstoff (Nasalflu, Berna) 2001 vom Markt genommen.

Intranasal Influenza Vaccine in a Working Population