Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt entsteht durch einen kompletten Verschluss eines Herzkranzefässes meist als Folge eines Blutgerinnsels auf dem Boden einer verkalkten Plaque. Dadurch wird der Teil des Herzmuskels, welcher durch dieses Gefäss versorgt wird nicht mehr mit Sauerststoff versorgt und stirbt ab. Als Folge davon nimmt die Pumpleistung des Herzens ab, was zu einer Herzschwäche und oder schweren Rhythmusstörungen führen kann.

Symptome

Ein Herzinfarkt äusserst sich meist durch das plötzliche Auftreten eines heftigen, grossflächigen und andauernden Schmerzes im Bereich der Brustmitte. Fakultativ kann dieser auch in die Arme, den Oberbauch oder den Hals ausstrahlen. Zusätzlich treten häufig weitere Symptome wie Atemnot, Uebelkeit, Schwitzen oder Erbrechen auf.

Behandlung

Ein Herzinfarkt ist ein akuter und lebensbedrohlicher Notfall, welcher eine unverzügliche Spitaleinweisung erfordert; hier zählt jede Minute! Die einzig sinnvolle Therapie besteht in der möglichst raschen Wiedereröffnung des verschlossenen Herzkranzgefässes mit dem Ziel, die Durchblutung des Herzmuskels wiederherzustellen und die Infarktbildung zu stoppen.

Die effektivste und schnellste Therapie zur Wiedereröffnung des Herzkranzgefässes ist die Angioplastie (Koronardilatation; PTCA: percutaneous transluminal coronary angioplasty, Abbildung 1). Diese wird bei uns im USB im Herzkatheterlabor durchgeführt, wo für solche Notfälle 24 Stunden am Tag ein Behandlungsteam zur Verfügung steht.

 
Abbildung 1: Schematische Darstellung einer Ballondilatation (links) und aufgeblasener PTCA-Ballon in der rechten Herzkranzarterie (rechts)

Bei einer PTCA wird nach Setzen einer Lokalanästhesie im Bereich des Handgelenks oder der Leiste die Arterie punktiert und ein Katheter bis zum Abgang der Herzkranzgefässe in der Aorta vorgeschoben. Nach Darstellung des Verschlusses mittels Kontrastmittel, wird der Verschluss mit einem feinen Draht passiert, über welchen dann ein Ballon vorgeschoben und im Gefäss aufgeblasen wird. Meist ist der Blutfluss nach einmaligem Aufblasen des Ballons wiederhergestellt (Abbildung 2).

 
Abbildung 2: Verschlossenes Vorderwandgefäss vor (links) und nach der Wiedereröffnung mittels PTCA (rechts)

Zur Sicherung des Resultats wird im Anschluss meist zusätzlich eine Metallstütze (Stent) eingesetzt wird. Dabei handelt es sich um ein röhrenförmiges Metallgitter, welches an der Spitze eines Ballonkatheters montiert ist (Abbildung 3).

 

Nach der PTCA muss ein Patient mit einem Herzinfarkt für 1-2 Tage auf der Intensivstation überwacht werden. Nach der Mobilisation auf der Abteilung erfolgt meist eine ambulante oder stationäre Rehabilitationsbehandlung.