Herzkatheteruntersuchung

Bei dieser Untersuchung wird nach einer örtlichen Betäubung  (Lokalanästhesie) der Haut entweder die Schlagader (Arterie) am Handgelenk oder, in seltenen Fällen, in der Leiste punktiert. Nach dem Legen eines «Arbeitszuganges» wird über einen Draht ein feiner Plastikschlauch (Katheter) zum Eingang der Herzkranzgefässe vorgeschoben und Kontrastmittel in die Gefässe gespritzt. Die Untersucher schauen während des Eingriffes auf grosse Bildschirme, auf denen die bewegten Röntgenfilme unmittelbar nach Aufnahme dargestellt werden. Diesen Vorgang muss man mehrmals wiederholen, um das Gefäss aus allen Perspektiven sicher zu beurteilen. Man benötigt für die beiden linken und für das rechte Kranzgefäss zwei verschiedene Katheter.

Kommen bei der Untersuchung Engstellen (Stenosen) zur Darstellung, gibt es prinzipiell drei Behandlungsmöglichkeiten:

  • Sind die Engstellen an sehr kleinen (und damit prognostisch nicht bedeutenden) Gefässen, empfiehlt sich eine medikamentöse Therapie.
  • Bei umschriebenen Engstellen empfiehlt sich eine Aufdehnung der Engstelle mittels Ballon und/oder Implantation eines Stents (siehe Ballondilatation (PTCA) und Stentimplantation)
  • Ist der Befall der Gefässe sehr diffus und sind alle drei Herzkranzgefässe betroffen, ist häufig die Bypassoperation die beste Option.

Es gibt jedoch auch immer wieder Befunde, welche nicht eindeutig einem der oben genannten Fälle zuzuordnen sind. Diese Patienten werden in unserem Heart-Team bestehend aus Kardiologen und Herzchirurgen individuell und interdisziplinär besprochen und im Gespräch mit dem Patienten eine möglichst optimale Lösung erarbeitet.

 

Medikamentöse Therapie

Da die Einlage eines Stents oder die Bypassoperation zwar die Symptome, welche durch die Engstelle hervorgerufen werden, beseitigt aber nicht die Grunderkrankung heilt, muss nach Diagnose einer koronaren Herzerkrankung zwingend eine medikamentöse Therapie erfolgen. Diese soll im optimalen Fall das Fortschreiten der Erkrankung stoppen oder zumindest deutlich verlangsamen.

Neben der spezifischen Behandlung der Risikofaktoren sind vor allem zwei Medikamente von Bedeutung und sollten – wenn möglich – lebenslang eingenommen werden. Dies sind zum einen Aspirin zur Verdünnung des Blutes und zum anderen ein Cholesterinsenker (Statin). Die Einnahme des Statins führt neben der Senkung des Cholesterins auch zu einer positiven Beeinflussung der Entzündung in den Gefässen und somit zu einer Stabilisierung der Verkalkungen.

Neben der Einnahme der Medikamente ist aber auch eine Änderung des Lebensstils wichtig. Die Ernährung sollte mediterran sein und möglichst wenig rotes Fleisch beinhalten. Zudem empfiehlt sich regelmässiger Sport im Ausdauerbereich.