Einleitung

Die Doppler-Echokardiographie ist die wichtigste und am häufigsten verwendete bildgebende Methode in der Kardiologie. Die Klinik für Kardiologie verfügt über vier Ultraschallgeräte der modernsten Generation mit denen Untersuchungen bei ambulanten und stationären Patienten durchgeführt werden. Die Untersuchungen werden ausschliesslich von Ärzten durchgeführt und die Befunde digital archiviert. Weitere Geräte stehen in der Klinik für Herzchirurgie und in der Medizinischen Poliklinik zur Verfügung. Diese „Aussenstationen“ werden durch Ärzte der Kardiologie im Rotationsprinzip betrieben. Ein Notfalldienst gewährleistet die Verfügbarkeit der Untersuchungen während 24 Stunden, inklusive Wochenende und Feiertage. Am Universitätsspital Basel werden jährlich über 5000 Untersuchungen durchgeführt. Es besteht eine enge, klinikübergreifende Zusammenarbeit in Klinik und Forschung mit den Kliniken für Radiologie, Herzchirurgie und Herzanästhesie.
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Transthorakale Echokardiographie (TTE)

Die Transthorakale Echokardiographie ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, welche mittels speziellen Schallköpfen durchgeführt wird. Im Gegensatz zur transösophageale Echokardiographie (siehe dort), erfolgt die Untersuchung Transthorakale, d.h. durch den Brustraum. Mittels hochfrequenten Schallwellen (1.3 – 5 MHz) können die anatomischen Strukturen des Herzens, wie Vorhöfe, Ventrikel, Klappen, herznahe Gefässe, etc., in Echtzeit dargestellt werden. Mittels zusätzlichem Doppler-Ultraschall, welche bei sämtlichen Ultraschallgeräten integriert ist, können Blutflussmessungen gemacht werden. Die ersten Ultraschallsysteme wurden in den Siebzigerjahren für den klinischen Gebrauch eingesetzt und werden seitdem laufend verbessert und optimiert. Die Untersuchung ist sicher, nichtinvasiv und kann die meisten Herz- resp. Klappenkrankheiten, inklusive angeborene und erworbene Herzfehler rasch und zuverlässig diagnostizieren.
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Transösophageale Echokardiographie (TEE)

Bei gewissen Fragestellungen muss eine transösophageale Echokardiographie (TEE) durchgeführt werden. Wegen der grösseren Nähe zum Herzen erlaubt diese Methode dank besserer zeitlicher und räumlicher Auflösung eine genauere Beurteilung vieler Strukturen in und um das Herz. Die häufigsten Indikationen für eine TEE sind die Suche nach kardialen Emboliequellen und Endokakrditis, sowie die Beurteilung von Klappenpathologien. Die Untersuchung wird immer mit Rachenanästhesie und meistens auch, nach Rücksprache mit den Patienten, mit einer kurzwirkenden, intravenösen Sedativagabe (Midazolam, Propofol) kombiniert. Während der Untersuchung wird eine enge Überwachung Puls, Blutdruck und Sauerstöffsättigung durchgeführt.
Es ist wichtig, dass eine medikamentöse Therapie, insbesondere blutdrucksenkende Mittel, am Untersuchungstag wie üblich eingenommen werden.
Bei Unsicherheit betreffend Indikation für eine TEE können Sie jederzeit einen Verantwortlichen des Echokardiographielabors kontaktieren.
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Stress-Echokardiographie

Es besteht ein gut ausgebautes Stress-echokardiographie-Labor mit Modalitäten für physikalische (halbsitzende Fahrradergometrie) und pharmakologischer (Dobutamin, Adenosin) Belastung. Der häufigste Grund für die Durchführung der Stress-Echokardiographie ist die Suche nach einer belastungsinduzierten Minderdurchblutung des Herzmuskels.
Gelegentlich wir die Untersuchung zum Nachweis, respektive Ausschluss von lebendem Herzmuskel bei Patienten nach durchgemachtem Herzinfarkt.
Seltener werden Stress-Echokardiographie durchgeführt zur Beurteilung des Schweregrades von Herzklappenfehlern. Es ist wichtig vor der Untersuchung festzulegen ob die Untersuchung mit oder ohne medikamentöse Therapie, insbesondere Betablocker, durchgeführt werden soll.
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Neuere Techniken

Kontrastechokardiographie

Die Kontrastechokardiographie vereint die konventionelle Echokardiographie mit der Applikation eines intravenösen Kontrastmittels und wird für diverse Untersuchungen verwendet.
Bei der Injektion von geschüttelter Kochsalzlösung in Kombination mit einem Gelatinepräparat ergibt sich ein starker Kontrast in den rechtsseitigen Herzhöhlen. Bei der Passage dieser Lösung durch die Lungen wird der Kontrasteffekt inaktiviert, so dass in den linksseitigen Herzhöhlen nur Kontrast auftritt, wenn ein sogenannter Kurzschluss (Shunt) in- oder ausserhalb des Herzens besteht. Mit dieser Methode können auch kleinste Shunts nachgewiesen werden. Der Nachweis solcher Shunts ist wichtig bei jüngeren Patienten, welche einen Hirnschlag erlitten haben. Da in knapp einem Drittel der Menschen die Wand zwischen den Herzvorhöfen (persistierendes Foramen ovale) nicht vollständig verschlossen ist, können Blutgerinnsel aus den Venen in eine Hirnarterie gelangen und zu einem Hirnschlag führen (paradoxe Embolie).

Eine neuere Methode zur besseren Darstellung ist die Applikation eines Ultraschallkontrastmittels der zweiten Generation. Diese sind so konstruiert, dass sie die Fliesseinge-schaften von roten Blutkörperchen imitieren und somit im gesamten Herzen nachweisbar sind. Somit können regionale und globale Wandbewegungsstörungen besser de-tektiert werden. Dank dem Einsatz von modernsten Ultraschallgeräten ist es mittlerweile auch möglich geworden die Durchblutung der Herzmuskulatur zu bestimmen.
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Gewebe-Doppler

Mit dem Gewebedoppler können regionale oder globale Herzfunktionseinschränkungen detektiert werden, die mit blossem Auge und ohne zusätzliche aufwändige Technik nicht visualisiert werden können. Dieses Prinzip beruht auf der Messung der Bewegungsgeschwindigeit des Herzmuskels. Diese neue Technik kommt routinemässig zum Einsatz und ist eine grosse Hilfe in der Beurteilung von vielen Herzmuskelerkrankungen, seien diese bedingt durch eine Herzmuskeldurchblutungsstörung oder durch eine Erkrankung des Herzmuskels selbst. Mit der Kombination des Gewebe- und Blutfluss-Dopplers können zuverlässige Angaben über eine gestörte Dehnung, respektive abnorme Stetigkeit des Herzens gemacht werden, die insbesondere bei älteren Menschen relativ häufig vorkommt und zu Symptome der Herzschwäche führen kann ohne dass die Auswurffleistung des Herzens beeinträchtigt sein muss.

Diese neueren Techniken, wie die myokardiale Kontrastechokardiographie und „Tissue Doppler, Strain und Strain Rate Imaging“ werden in Forschung und vielfach bereits in der klinischen Routine implementiert.
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Herzultraschallbild eines gesunden Herzens

LV linke Kammer, LA linker Vorhof, Ao Aortenklappe, M Mitralklappe, RV rechter Ventrikel

Alkoholseptumablation bei einem Patienten mit angeborener Herzmuskelverdickung, die zu einer Verengung des Herzens führt.
A. Mittels speziellem Katheter wird ein Ultraschallkontrastmittel direkt in ein Herzkranz-gefäss gespritzt. Diese Region färbt sich hell an (Pfeil) und zeigt die durchblutete Regi-on des Herzmuskels. Danach wird Alkohol in die Herzkranzarterie injiziert und es kommt zu einem „kontrollierten“ Herzinfarkt.
B. Diese verdickte Region, in die der Alkohol verabreicht wurde beginnt zu schrumpfen (Pfeil) und führt zu einer Abnahme des Einengung in der linken Herzkammer.
C. Darstellung dieses Infarktes (rote Region) mittels „parametrischer Bildgebung“

Mittels Gewebedoppler können die Geschwindigkeiten des Herzmuskels während des Herzyklus bestimmt werden.

Aufnahme des linken Herzkammer in der „Strain Rate Technik“. Dabei wird die aktive Verdickung des Herzmuskels gemessen.