Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT)

Was ist CRT?

Die Cardiale Resynchronisationstherapie (CRT) beruht auf der gleichzeitigen Stimulation der linken und rechten unteren Herzkammer. Hierzu wird ein handelsüblicher Schrittmacher oder Defibrillator (ICD) implantiert und neben den Sonden in der rechten oberen und rechten unteren Herzkammer eine weitere auf der linken unteren Herzkammer verankert. Durch die zusätzliche Einlage dieser Elektrode kann die kardiale Resynchronisation realisiert werden.

Wer profitiert von einem CRT?

Die CRT ist eine neuartige, in vielen Fällen sehr erfolgreiche Therapieoption bei Patienten mit Herzschwäche. Diesen kann nach Ausbau der Medikation die CRT angeboten werden, sofern sie einen Linksschenkelblock im Oberflächen-EKG aufweisen. Dieser ist ein Hinweis darauf, dass die linke untere Herzkammer verspätet erregt wird und das Herz somit nicht mehr ökonomisch schlägt. Häufig muss zur Abschätzung des späteren Therapieerfolges vor dem Eingriff noch eine Echokardiographie durchgeführt werden, um zu bestimmen, ob tatsächlich eine ausreichende Dyssynchronie vorliegt.

Was kann ein CRT?

Ein CRT ist prinzipiell ein Schrittmachersystem mit einer dritten Elektrode. Das Gerät umfasst also alle Funktionen eines normalen Herzschrittmachers, hat aber zusätzlich die Möglichkeit die rechte und linke untere Herzkammer durchgehend zu stimulieren. Im Gegensatz zur Schrittmachertherapie, wo häufig versucht wird, die rechte untere Herzkammer nicht zu stimulieren, werden hier also beide Herzkammern möglichst 100 % der Zeit stimuliert. Hierdurch wird die Herzarbeit ökonomisiert und der Patient kann sich im Verlauf häufig deutlich besser belasten.

Wie wird ein CRT implantiert?

Der CRT-Schrittmacher oder CRT-ICD wird in örtlicher Betäubung mit intravenösen Schmerz- und Beruhigungsmitteln implantiert. Im Bereich der linken Schulter wird ein 3-4 cm langer Schnitt angelegt und das Gerät wird meist auf dem Brustmuskel implantiert. Die drei Sonden werden dann über die Schlüsselbeinvene ins Herz vorgeschoben. Hierbei bedarf die Implantation der linksventrikulären Elektrode, welche durch eine Vene, die auf dem Herzen läuft, eingeführt wird, einer besonderen Expertise und sollte deswegen nur in erfahrenen Zentren durchgeführt werden. Normalerweise dauert die Implantation rund 1 ½ - 2 Stunden. Der Patient kann in der Regel am Folgetag nach der Kontrolle des Gerätes bereits wieder entlassen werden.

Welches sind mögliche Komplikationen?

Komplikationen sind extrem selten. Es kann zu einem Bluterguss („Hämatom“) im Bereich der Aggregattasche kommen. Des Weiteren kann es zu Infektionen oder in Ausnahmefällen auch zu Verletzungen von Gefässen oder der Herzmuskelwand kommen. Diese sind jedoch extrem selten. Wird die Vene direkt punktiert, kann es zudem zu ei-ner Verletzung des Lungenfells kommen, wodurch dann Luft in den Rippenraum austreten kann („Pneumothorax“). Je nach klinischer Situation muss diese Luft dann mit einem Schlauch („Thoraxdrainage“) entfernt werden.

Wie erfolgt die Nachsorge?

Die Nachsorge muss auf jeden Fall in erfahrenen Zentren durchgeführt werden. Die Patienten werden regelmässig unter Zuhilfenahme eines Echokardiographiegerätes („Herzultraschall“) neu programmiert. Die Abfrage erfolgt mit Hilfe eines Telemetrie-kopfes und dauert in der Regel ½ - 1 Stunde.

Was ist ein CRT-Defibrillator (ICD)?

Sehr häufig sind die herzschwachen Patienten, die von einem CRT profitieren, auch vom plötzlichen Herztod bedroht. Daher wird zur Zeit bei ungefähr 80 % der Patienten ein CRT-System implantiert, welches neben der Resynchronisation auch noch eine Defibrillatorfunktion hat. Die Patienten werden bei dem Auftreten gefährlicher Herzrhythmusstörungen aus der unteren Herzkammer durch einen Schock oder durch bestimmte Stimulationsmanöver gerettet (siehe auch „implantierbarer Defibrillator“).

Wie gross sind die Erfolgsaussichten?

Diese Frage ist noch nicht abschliessend geklärt. Wird die linksventrikuläre Elektrode in einem erfahrenen Zentrum implantiert und der Patient dann adäquat nachkontrolliert, ist von Erfolgschancen von bis zu 70 % auszugehen. Es ist Gegenstand der aktuellen Forschung, Patienten zu identifizieren, welche nicht von einem teuren CRT-System profitieren.

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