Einleitung

Bei der Ergometrie handelt es sich um einen Velotest, der insgesamt eine knappe halbe Stunde dauert. Wir suchen dabei nach Durchblutungsstörungen des Herzens.

Die Fahrdauer beträgt allerdings lediglich um die 6 – 10 Minuten. Es ist deshalb empfehlenswert, dass Sie zum Test angenehme Kleidung mitbringen. Bevor Sie den Test absolvieren, werden Sie an ein EKG angeschlossen, so dass wir Ihre Herzstromkurven und Ihren Blutdruck während des ganzen Tests auswerten können.

Es beginnt dann mit einer sehr geringen Last, die jedoch laufend erhöht wird bis zu Ihrer Leistungsgrenze oder bis deutliche Symptome auftreten. Je nach Resultat kann entschieden werden, ob noch weitere Abklärungen gemacht werden müssen oder ob keine Hinweise für eine Minderdurchblutung des Herzens vorliegen.

Die Ergometrie ist eine Methode, mit der die Möglichkeit besteht physische Leistungen genau zu dosieren sowie jederzeit unter gleichen Bedingungen zu reproduzieren.
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Einsatz

Im Leistungssport und der Sportmedizin wird die Ergometrie eingesetzt, um den Leistungsstand eines Sportlers festzustellen, die Ergebnisse dienen der weiteren Trainingsplanung. Im medizinischen Bereich hilft sie bei der Erkennung und Verlaufsbeurteilung von Herz- und Lungenerkrankungen und ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Risiko- und Prognoseabschätzung.
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Durchführung

Je nach Untersuchungsziel und Proband sind viele verschiedene Belastungsprotokolle üblich. In der Medizin wird meist eine stufenweise Belastung über neun bis zwölf Minuten entweder nach einem von der WHO oder einem vom Bundesausschuss für Leistungssport (BAL) vorgeschlagenen Schema durchgeführt. Die WHO empfiehlt einen Beginn mit 25 oder 50 Watt und eine Steigerung um 25 Watt nach jeweils zwei Minuten, die BAL einen Einstieg mit 50 oder 100 Watt und eine Steigerung um 50 Watt alle drei Minuten. Die maximal zu erreichende Pulsfrequenz wird mit der Formel 220 minus Alter (in Jahren) errechnet, eine Ausbelastung bei Erreichen der unteren Standardabweichung (Ausbelastungsfrequenz minus ca. 10–12 Schläge pro Minute) angenommen.
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Befunde

Die maximale Belastbarkeit wird absolut in Watt und relativ in Prozent zur alters-, geschlechts- und gewichtsbezogenen Sollleistung oder Sollarbeitskapazität ermittelt und erlaubt bei herzkranken Patienten Rückschlüsse auf die Lebenserwartung (Prognose) und das Risiko geplanter Operationen.

Angina Pectoris und eine Senkung der ST-Strecke im EKG sind die typischen Befunde bei koronarer Herzkrankheit. Hauptkriterium für eine abnorme Reaktion ist eine horizontale oder deszendierende ST-Strecken-Senkung von 0,10 mV. Sie ist meist Ausdruck einer belastungsinduzierten Durchblutungsstörung (Ischämie) des Herzmuskels. Durch bereits in Ruhe vorhandene EKG-Veränderungen und den Einfluss einiger Medikamente (z. B. Betablocker und Digitalis) wird die Aussagekraft der Ergometrie für diese Fragestellung eingeschränkt.

Auch bestimmte Herzrhythmusstörungen, die unter Belastung beginnen oder verstärkt auftreten, können Hinweis auf eine Durchblutungsstörung sein.
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