Endoskopie/Pleuraeingriffe

Neben der klinischen Untersuchung, Beurteilung von Labor, Röntgenbildern und der Physik der Atmung führen wir Spiegelungen der Atemwege (Bronchoskopie) und Brustkorb (Thorakoskopie) durch, um die Lunge bzw. den Brustkorb von innen körperschonend zu untersuchen und zu behandeln. Diese Untersuchungen stehen sowohl den Patienten im Spital als auch ambulanten Patienten zur Verfügung.

Bei der Lungenspiegelung (flexible Bronchoskopie) werden die grossen Atemwege mit einem dünnen (3-7 mm dicken) steuerbaren Glasfaserschlauch (Bronchoskop) angesehen. Die Lungenspiegelung ist nicht schmerzhaft. Für die Untersuchung bekommt der Patient ein Schlafmittel (keine Vollnarkose) und nimmt die Untersuchung selbst nicht wahr. Die Untersuchung dauert ca. 10-40 Minuten. Der Patient sollte anschliessend noch wenige Stunden «ausschlafen» und darf an diesem Tag nicht Auto fahren. Nach maximal vier Stunden kann der Patient in der Regel das Spital selbstständig verlassen. Eine Lungenspiegelung ermöglicht die Untersuchung von Auffälligkeiten im Lungengewebe wie zum Beispiel: Schatten auf dem Röntgenbild (Infiltrat), Knoten, Vernarbung des Lungengewebes (interstitielle Veränderung) sowie Vergrösserung der Lymphdrüsen (Lymphknoten), welche sich zwischen beiden Lungen befinden. Bei einem auffälligen Befund in der Lungenspiegelung kann dieser durch den Lungespezialisten mit wenig Flüssigkeit gespült (bronchoalveoläre Lavage), die Schleimhaut etwas geschabt oder gar eine kleine Gewebeprobe (transbronchiale und endobronchiale Biopsie) entnommen werden. Die Lungenspiegelung ist auch optimal, um kleine Knoten neben den Atemwegen rasch und ohne Schmerzen abzuklären (Feinnadelpunktion). Mit der neuen Technologie, dem Endobronchialen Ultraschall (EBUS), kann eine Ultraschalluntersuchung über das Bronchoskop durchgeführt werden. Mit dieser Methode können Lymphdrüsen, welche sich neben den Atemwegen befinden, sichtbar gemacht und von diesen eine gezielte Probe entnommen werden. Manchmal beobachten wir, dass die Atmung des Patienten durch Sekret, Gewebe oder kleine Gegenstände in den Atemwegen behindert ist. Wenn dies der Fall ist, kann dies abgesaugt, mit einer Zange herausgezogen oder gar mit heissem Argongas (Argontherapie) einem hochenergetischem Licht (Laser-Applikation) wieder geöffnet werden. Sollten die Atemwege von aussen stark eingeengt sein, kann dort in wenigen Minuten ein stützendes Gitterröhrchen (Stent-Implantation) eingesetzt werden, um den Atemweg offen zu halten. Ebenso können die entsprechenden Sonden für eine örtliche Nachbestrahlungstherapie (Brachytherapie) der Atemwege eingelegt werden.

Wenn eine Erkrankung des dünnen flüssigkeitsgefüllten Raumes um die Lunge herum (Pleuraraum) vermutet wird, kann dieser wie folgt untersucht werden: zunächst wird meistens ein Ultraschall (Pleurasonographie) durchgeführt. Durch Absaugen von übermässiger Flüssigkeit oder Luft aus diesem Raum (Pleurapunktion) kann eine wesentliche Besserung von Luftnot erzielt oder gar die Ursache festgestellt werden. Dazu muss eine sehr dünne Nadel oder ein dünner Schlauch in örtlicher Betäubung zwischen den Rippen hindurch in diesen Raum vorgeschoben werden. Der Schlauch muss oft einige Tage am Ort verbleiben (Pleuradrainage). Auf ähnliche Weise kann eine Probe (Lungen- und Pleurabiopsie) entnommen werden oder der Brustkorb und die Lunge zusätzlich mit einer Videokamera untersucht werden (Thorakoskopie). Eine Thorakoskopie wird beim schlafenden Patienten durchgeführt. Wir können so eine verklebte Lunge wieder befreien (Adhäsiolyse) und teilabgelöste Lungen mit der Brustkorbwand verkleben (Talkpleurodese). Für diesen Eingriff muss der Patient für einige Tage stationär im Spital aufgenommen werden.

Diese Informationen ersetzen keine mündliche oder schriftliche Aufklärung durch den Arzt. Bei Fragen steht Ihnen der Dienstarzt oder Ihr Hausarzt gerne zur Verfügung.