Schlaflabor

Sehr viele Menschen leiden an Schlafstörungen. Eine häufige Ursache dessen sind atembezogene (respiratorische) Schlafstörungen. Diese verursachen Tagesschläfrigkeit und führen zu messbar erhöhten Unfallzahlen (Sekundenschlaf).

Folgende Untersuchungen werden bei uns stationär abgeklärt und eine ambulante Behandlung eingeleitet.
Als ersten diagnostischen Schritt wird meist die Sauerstoffkurvenaufzeichnung (Pulsoximetrie) zum «Screening» von nächtlichen Atemstörungen durchgeführt. Zur Behandlungskontrolle greifen wir ebenfalls auf die Pulsoximetrie zurück. Ergänzend können wir zusätzlich bei stationären Patienten das Abbauprodukt des Sauerstoffs durch die Haut messen ohne Blut zu entnehmen (transkutane Kapnographie). Damit kontrollieren wir meistens den Effekt von Heimbeatmungen.

Bei grossem Verdacht auf eine atembezogene Schlafstörung folgt eine nächtliche Messung der Atmung (Polygraphie) zur Suche nach der so genannten zentralen oder obstruktiven Schlafapnoe. Ist die Ursache der Schlafstörung hinterher nicht hinreichend erklärt, führen wir auf der Kurzzeitklinik eine komplette Schlafuntersuchung durch, die Polysomnographie. Eine Polysomnographie erfasst Veränderungen des Nachtschlafes, indem neben der Atmung auch die Schlafstromkurve, die Herzstromkurve und Muskelbewegungen erfasst werden. Die Untersuchung wird in Bild und Ton aufgezeichnet und über die ganze Nacht ausgewertet.

Viele Patienten, die uns zugewiesen werden, brauchen eine Therapie mit nächtlicher Überdruckbehandlung. Meistens reicht eine Behandlung mit einem kontinuierlichen positiven Atemwegsdruck (CPAP/Auto-PAP). Dies betrifft vor allem übergewichtige Patienten mit «obstruktiver Schlafapnoe». Selten ist die Atemmuskelpumpe betroffen, sodass eine Heimbeatmung (Heimventilation, Bi-Level-Therapie) eingeleitet werden muss. Hier handelt es sich um Patienten mit Nervenerkrankungen wie der Dychenne’schen Krankheit, einer amyotrophen Lateralsklerose (ALS, wie Stevens Hawkins, Physiker) oder so grossem Übergewicht, dass die Atemmuskulatur erlahmt (Little Big Joe in Dickens Werk «The Pickwick Papers»). Nach dem Beginn der Behandlung wird die Wirksamkeit in regelmässigen Abständen kontrolliert und die Einstellungen bei Bedarf geändert. Dabei arbeiten wir mit den kantonalen Lungenligen zusammen, welche in der Regel Gerät, Maske und Schlauch abgeben und deren Wartung übernehmen. Bei der selteneren Form der Heimbeatmung werden die Geräte direkt vom Schweizerischen Verband für Krankenkassen (SVK) abgegeben. Für Beatmungspatienten steht der Dienstarzt Pneumologie bei dringenden Problemen 24 Stunden pro Tag zur Verfügung.