12. Mai 2020

Ist die Arbeitsallianz ein evidenz-basiertes psychotherapeutisches Prinzip oder doch eher netter Glaube?

Prof. Dr. phil. Christoph Flückiger, Leiter der Spezialpraxis für Generalisierte Angststörungen, Universität Zürich

 

Die Arbeitsallianz ist das am meisten untersuchte ergebnisbezogene Prozessmerkmal weltweit. Die Gründe für die internationale Popularität des pan-theoretischen Allianz-Konzepts liegen womöglich in der klinischen Erfahrung vieler Psychotherapeutinnen, dass eine insgesamt ausbalancierte, «positive» Arbeitskollaboration zwischen Therapeutin und Patientin einen nützlichen Indikator für das Fortschreiten der Therapie darstellt. Inwieweit lässt sich dieser subjektive Eindruck empirisch bestätigen? Im Rahmen einer aufwändigen APA-Task-Force wurde dazu eine Metaanalyse vorgelegt, die die englisch, deutsch, französisch und italienisch verfasste Literatur systematisch zusammenfasst.