05. Februar 2019

Prinzipien der Praxis in der Körperpsychotherapie

Prof. Dr. Ulfried Geuter Erziehungswissenschaften/Motologie der Universität Marburg

 

Die Körperpsychotherapie ist bislang ein heterogenes Feld. Einzelne Schulen haben Methoden und Techniken zur Körperwahrnehmung, zum körperlichen Ausdruck von Emotionen oder zum Erkunden von Bewegungsmustern entwickelt. Dafür ist die Körperpsychotherapie bekannt. Was aber bis heute fehlt, ist eine Systematik der vielfältigen Möglichkeiten körperpsychotherapeutischer Praxis. Anders gesagt: eine allgemeine, störungsübergreifende Behandlungslehre. Inhalt dieses Vortrags wird es sein, die Entwicklung der heterogenen Arbeitsmodelle in der Körperpsychotherapie zu skizzieren und ein Modell von 10 Prinzipien der Praxis vorzustellen. Prinzipien sind Gesichtspunkte therapeutischen Handelns, die sich an Prozesszielen orientieren. Zu ihnen gehört beispielsweise, den Patienten zu helfen, sich selbst wahrzunehmen und zu spüren, sich zu erden und zu zentrieren, emotionale Spannungen zu regulieren, unausgedrückte Gefühle auszudrücken, handelnd etwas zu erkunden oder Neues zu erproben. In der körperpsychotherapeutischen Arbeit werden bei der Umsetzung aller Prinzipien körperliche Prozesse und das Körpererleben genutzt, um dysfunktionale affektmotorische Muster zu verändern.

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