19. März 2019

Sozialversicherungsrechtliche Aspekte psychosomatischer Erkrankungen

Prof. Dr. iur. Kurt Pärli Juristische Fakultät Universität Basel

 

Das Bundesgesetz über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrecht (ATSG) definiert Krankheit als «jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat». In der Krankenversicherung werden psychosomatische Leiden grundsätzlich anerkannt und entsprechende Behandlungskosten übernommen. In der Invalidenversicherung gilt ein anderer Massstab. Gemäss Bundesgericht hat ein bio-psycho-soziales Krankheitsmodell für die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit keine rechtliche Bedeutung. Regelmässig werden ärztliche Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit durch Verwaltung und Gerichte korrigiert, insbesondere dann, wenn psychosomatische Aspekte in die ärztliche Beurteilung einfliessen. Der Vortrag beginnt mit einer kurzen Übersicht zur Bedeutung psychosomatischer Erkrankungen im weiten Feld der Sozialversicherung. Danach wird der Fokus auf das Spannungsfeld Medizin/ Recht bei der Abklärung von IV-Ansprüchen bei psychosomatischen Erkrankungen gelegt.

Präsentation
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