News aus der Radiologie und Nuklearmedizin

 
13. März 2020

Erhaltung von Gehirnzellen nach dem Schlaganfall

Ein neues Medikament könnte helfen, nach einem Schlaganfall Gehirnzellen zu erhalten – die positiven Forschungsergebnisse einer internationalen Studie unter Beteiligung von Basler Neuroradiologen wurden nun in The Lancet veröffentlicht.

 
Prof. Marios Psychogios

Nach Fehlschlägen mit über 1000 aktiven Wirkstoffen liefert erstmals eine Studie einen Hinweis darauf, dass ein Medikament Gehirnzellen nach dem Schlaganfall erhalten könnte. Die Ergebnisse wurden ermöglicht durch die Rekrutierung von über 1100 Patienten in 48 Zentren weltweit und konnten nun in The Lancet veröffentlicht werden.

In der grossen internationalen, doppelblinden und randomisierten Studie ESCAPE-NA1 konnte gezeigt werden, dass der Wirkstoff Nerinetid in einer Subgruppe von Patienten das Therapieergebnis signifikant verbessern konnte. Im Vergleich zu den Patienten mit Placebo erholten sich in der Gruppe, die Nerinetid, aber aufgrund einer Kontraindikation keine intravenöse Lyse erhalten hatten, 20% mehr Patienten von einem verheerenden Schlaganfall (beide Gruppen wurden 90 Tage nach der Thrombektomie untersucht). Für sie bedeutet dies den Unterschied zwischen dem unwiderruflichen Verlust der Selbstständigkeit und der Fähigkeit, das Krankenhaus gehend zu verlassen.  

Mit beteiligt an diesem Erfolg war das Team um Prof. Marios Psychogios (Professor für Neuroradiologie und Abteilungsleiter der interventionellen und diagnostischen Neuroradiologie am USB) als Leiter eines der rekrutierenden Zentren.

» zum Artikel «Efficacy and safety of nerinetide for the treatment of acute ischaemic stroke (ESCAPE-NA1): a multicentre, double-blind, randomised controlled trial» in ‹The Lancet›