News aus der Radiologie und Nuklearmedizin

 
26. Mai 2014

Keine unnötigen CT-Zusatzuntersuchungen am USB

 

Auch als Universitätsspital mit einer hohen Anzahl komplexer medizinischer Fälle führen wir bei Computertomografie-Untersuchungen (CT) rund dreimal weniger Zusatzbildserien durch als andere öffentliche Spitäler der Schweiz. Die Gesamtdosis unserer CT-Untersuchungen liegt regelmässig unter dem schweizweiten Durchschnitt, der vom Bundesamt für Gesundheit ermittelt wird. Dieses sehr gute Resultat erreichen wir aufgrund umfangreicher Optimierungsmassnahmen sowie einem verantwortungsvollen Einsatz der CT.


Zahlreiche Radiologen führen aus finanziellen Gründen zusätzliche, medizinisch nicht notwendige Bildserien bei Computertomografie-Untersuchungen (CT) durch – dies hatte der Kassensturz am 6. Mai 2014 berichtet. Diese Zusatzuntersuchungen sind nur bei besonderen klinischen Fragestellungen wie z. B. bei medizinisch komplexen Fällen notwendig. Sie führen zu einer Erhöhung der Strahlenbelastung des Patienten und zu einer höheren finanziellen Belastung des Krankensystems.

Als Universitätsspital beurteilen wir signifikant mehr komplexe Fälle als andere Institute und Spitäler. Dennoch gelingt es uns, die Zusatzuntersuchungen auf ein Minimum zu beschränken – dank strenger Prüfung der klinischen Indikation für die CT und dank unserer konsequenten Optimierung der Strahlendosis. «Wir klären stets ab, ob nicht alternativ strahlungsfreie bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Magnetresonanztomografie in Frage kommen. Der Entscheid für die zusätzliche CT-Phase erfolgt nur wenn diese auch medizinisch notwendig ist. Dabei stützen wir uns auf evidenzbasierte Daten», so PD Dr. Sebastian Schindera, (Leiter der CT und des Dosisoptimierungsteams an der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin sowie Mitglied der eidgenössischen Kommission für Strahlenschutz). Zusätzliche Bildserien werden am USB also nur dann eingesetzt, wenn sie erwiesenermassen medizinisch erforderlich sind.

In Zahlen heisst dies, dass wir eine zweite Serie nur bei 11,4 Prozent aller CT-Untersuchungen durchführen. Das ist rund drei- bis fünfmal weniger als in anderen öffentlichen Spitälern (31,2 Prozent), Privatspitälern (36,5 Prozent) und Privatinstituten (56,5 Prozent) der Schweiz.

Durch die strenge Prüfung der Zusatzphase, wie generell durch unsere seit Ende 2012 intensivierte Optimierung der Strahlendosis (z. B. Kontrolle der Indikation für die CT, Optimierung der technischen Einstellungen, Reduktion der Scanlänge, exakte Patientenlagerung sowie Anwendung von Röntgenschutzmitteln) konnten wir 2013 denn auch die durchschnittliche effektive Strahlendosis pro CT-Untersuchung im Vergleich zum Vorjahr um 20,5 Prozent senken – mit denselben modernen und strahlungsarmen Geräten.

Nähere Informationen zur kontinuierlichen Optimierung der Strahlendosis am USB finden Sie in unseren Artikeln: