News aus der Radiologie und Nuklearmedizin

 
29. Mai 2020

Lutetium-177-PSMA – Hoffnung für Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom

Am 25. Mai ist am Universitätsspital Basel der erste Patient mit Lutetium-177-PSMA behandelt worden. Damit ist das USB das erste Schweizer Spital, das Lutetium-177-PSMA zur Therapie des fortgeschrittenen, metastasierten Prostatakarzinoms im Haus produziert und anwendet.

 

Das Prostatakarzinom ist in Europa neben Hauttumoren der häufigste bösartige Tumor und die zweithäufigste Todesursache beim Mann. Am Universitätsspital Basel ist nun eine vielversprechende, neue Behandlungsmethode für das fortgeschrittene Prostatakarzinom verfügbar.

Bei der Lutetium-177-PSMA-Therapie wird die radioaktive Substanz Lutetium-177 an eine Trägersubstanz (PSMA) gebunden, die das strahlende Element gezielt zu Tumorzellen des Prostatakarzinoms trägt. Die nun erfolgte erste Basler Behandlung mit 177Lu-PSMA bedeutet, dass für Patienten mit fortgeschrittenem, metastasiertem Prostatakarzinom am USB eine Therapie angeboten wird, die wahrscheinlich wirksamer als bisherige Behandlungsmöglichkeiten ist.

Zahlreiche Patienten mit Prostatakarzinom entwickeln eine metastasierte Tumorerkrankung sowie eine Resistenz gegen die zunächst eingesetzte Hormontherapie. Sie konnten bislang nur mit Folgetherapien behandelt werden, die eine begrenzte Wirksamkeit haben. Die Ergebnisse verschiedener Studien zeigen, dass die gezielte Therapie mit 177Lu-PSMA eine zusätzliche wirksame Option für solche Patienten darstellt. Die 177Lu-PSMA-Therapie muss aus Strahlenschutzgründen in der Bettenstation der Nuklearmedizin durchgeführt werden und wird von der Krankenkasse bezahlt.

Die in der Entwicklung und Anwendung der Radionuklidtherapie erfahrene nuklearmedizinische Abteilung des Universitätsspitals Basel kann die Therapie als eines der ersten Institute der Schweiz durchführen. Aktuell ist in der Schweiz nur die Radiopharmazeutische Chemie am USB in der Lage, die benötigte therapeutische Substanz 177Lu-PSMA selbst herzustellen.

Dem am 25. Mai behandelte Patient geht es aktuell gut; er konnte das Spital nach 3 Tagen wieder verlassen.

Kontakt

Sekretariat Nuklearmedizin: Tel.: 061 265 47 04, Therapie-NUK@anti-clutterusb.ch
Sekretariat Urologisches Tumorzentrum: Tel.: 061 328 56 60
Sekretariat Onkologie: Tel.: 061 265 50 74