News aus der Radiologie und Nuklearmedizin

 
05. September 2018

Schnelle Prozessoren als Auszeichnung der Basler Hirnforschung

Für seine wissenschaftliche Arbeit hat Dr. Emil Nijhuis einen GPU-Grant erhalten. Die Auszeichnung in Form eines hochleistungsfähigen Grafikprozessors wurde ihm für seine Forschung zur Vergleichbarkeit von neuronalen Netzwerken sowie zu deren Beeinflussung durch Hirntumoren zugesprochen.

 
Simulation mittels DWI-Daten: Übertragung eines Tumors aus dem linken Frontallappen eines Patienten in ein gesundes Gehirn. Der Tumoreinfluss ist nicht auf den linken Frontallappen beschränkt, sondern erreicht auch den rechten Frontallappen sowie den linken Motorcortex (rot: starke Beeinträchtigung, blau: geringe/keine Beeinträchtigung).

Um den komplexen Einfluss von Hirnläsionen auf das neuronale Netzwerk besser zu verstehen, simuliert Dr. Emil Nijhuis, wissenschaftlicher Mitarbeiter der diagnostischen und interventionellen Neuroradiologie am Universitätsspital Basel, die Auswirkungen von Hirntumoren bei gesunden Probanden. Zudem analysiert er, inwiefern individuelle Unterschiede (von Gehirnen und Läsionen) diese Simulationen beeinflussen. Aus den Ergebnissen zieht Nijhuis Schlüsse zur Vergleichbarkeit individueller neuronaler Netzwerke und zur Beeinflussung der Konnektivität durch Hirntumoren.

Künftig ist Nijhuis schneller. Dem Wissenschaftler wurde von NVIDIA ein GPU-Grant verliehen, den er in Form eines hochleistungsfähigen Grafikprozessors erhält. Mit diesem Preis zeichnet der Hersteller von Grafikprozessoren (GPU) herausragende Wissenschaftler aus. Der hochwertige Prozessor (Quadro P6000-GPU mit 3840 Recheneinheiten, Listenpreis: 6000 USD) dürfte die aufgrund von diffusionsgewichteten  Daten (DWI: Diffusion Weighted Imaging) angefertigten Simulationen um den Faktor 100 beschleunigen.

Aktuell betreibt Nijhuis vom SNF (Schweizerischer Nationalfonds) geförderte Grundlagenforschung. Seine Ergebnisse und Simulationen können möglicherweise später zur Erforschung anderer neurologischer Krankheiten (z. B. Schlaganfall oder Multiple Sklerose) genutzt werden.

 

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» zum Beschreibung des vom SNF geförderten Forschungsprojekts «Network Similarities in the Human Brain and Their Value for Brain Tumor Research»