Informationen für MTRAs

Wie alles begann:

MTRA. Diese 4 Buchstaben stehen für einen Beruf, der mit der revolutionären Entdeckung um die Jahrhundertwende seinen Anfang genommen hat: Strahlen die den Körper des Menschen durchdringen können.

Wilhelm Conrad Röntgen, Professor an der Universität Würzburg, entdeckt am 8. November 1895 «eine neue Art von Strahlen», von ihm als X-Strahlen bezeichnet. Am 22. Dezember 1895 fertigt er die erste Röntgenaufnahme, die Hand seiner Frau, an. Video (externer Link)

Der Physiker Henri Bequerel experimentiert im Jahre 1896 mit der Phosphoreszenz von Uransalzen, welche er in einem dunklen Raum auf eine Fotoplatte legt. Dabei wird die Platte geschwärzt, obwohl kein Licht einfallen kann. Dies ist der Hinweis, dass eine Strahlung existiert, die nicht zum Spektrum des sichtbaren Lichtes gehört. So entdeckt Henri Becquerel bei diesem Versuch die natürliche Radioaktivität mit dem Element Uranium.

Auch die Physikerin Marie Curie isolierte bei gemeinsamen Forschungen mit ihrem Ehemann Pierre Curie zwei unbekannte Elemente, Radium und Polonium, deren Strahlung sie radioaktiv nennt. Video (externer Link)

Ein uralter Traum der Mediziner geht in Erfüllung. Erstmals können sie in den Körper hinein blicken, ohne ihn zu öffnen.

In den nächsten 15 Jahren nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen entstehen fast überall in der Schweiz Laboratorien für Photographie und Behandlung mit Röntgenstrahlen.

Ab 1921 nehmen die Röntgenärzte, die immer mehr von den medizinischen Aspekten ihrer Tätigkeit in Anspruch genommen werden, zur Unterstützung die Mithilfe von «Gehilfinnen» an. Die Ordensschwestern und Krankenschwestern verfügen oft über einen recht unterschiedlichen Wissensstand, da sie ihr notweniges Wissen selber erarbeiten müssen.

Die Aufgaben der Gehilfinnen sind:

  • die Patienten in Empfang zu nehmen
  • die Untersuchungen vorzubereiten
  • dem Arzt während den Untersuchungen zu assistieren
  • das Entwickeln der Photoplatten in der Dunkelkammer

So entsteht ein neuer Berufszweig. Bereits 1942 wird von der schweizerischen Röntgengesellschaft ein erstes Röntgenexamen durchgeführt. Am Examen können alle Hilfskräfte teilnehmen, welche in einem Röntgenbetrieb arbeiteten. So erhalten die ersten 15 Röntgenassistentinnen ihr Abschlusszeugnis.

Ein Jahr später findet in Zürich die Gründung des Berufverbandes statt, unter dem Namen «Vereinigung Schweizerischer Technischer Röntgenassistentinnen» VSTRA.

Später wird eine zweijährige Lehrzeit verpflichtend eingeführt, um den Beruf der Röntgenassistentin zu erlernen. Es werden gesamt schweizerische Kurse in Bern veranstaltet, welche von Röntgenärzten unterrichtet werden.

Im Jahre 1967 wird die Lehrzeit auf 3 Jahre erhöht. Die Ausbildung erstreckt sich auf 3 Fachgebiete: Röntgendiagnostik, Nuklearmedizin und Strahlentherapie.

Die schweizerische Schule für technische Röntgenassistentinnen und –assistenten «TRA« wird gegründet. Die Ausbildungsorte sind Basel, Bern, Genf, Lausanne, Locarno und Zürich.

Die Berufsbezeichnung von der «Technischen Röntgenassistentin TRA» wird 1980 zur „ Medizinisch technischen Radiologieassistentin/assistent MTRA geändert. Das Wort „Röntgen“ wird ersetzt durch Radiologie.

Unsere Ausbildung und unser Beruf mussten sich immer wieder der schnellen Entwicklung von Medizin und Technik anpassen.

Und so nennt sich heute, im 21.Jahrhundert, eine/ein MTRA

Fachfrau oder Fachmann für Medizinisch-Technische Radiologie

Unsere Ausbildung und unser Beruf folgten in all den Jahren immer wieder erfolgreich der schnellen Entwicklung von Medizin und Technik. Dabei hat sich nicht nur die Berufsbezeichnung sondern ganz wesentlich der Inhalt der Arbeit geändert. Moderne radioonkologische Therapie bedeutet eine Überführung von neuesten technischen und physikalischen Entwicklungen in eine optimale medizinische Behandlung und Betreuung von Patienten. In der Radio-Onkologie ist der Berufszweig der MTRA nicht mehr weg zu denken, sondern eine wichtige Stütze in der zuverlässigen und menschlichen Behandlung unserer zumeist onkologischen Patienten.

In der Region Basel wird im BZG Bildungszentrum Gesundheit Basel-Stadt (www.bzgbs.ch) die Ausbildung zur

Fachfrau / Fachmann für Medizinisch-Technische Radiologie HF

angeboten.

Dies unterstützen wir, indem wir am Universitätsspital Basel jedes Jahr Weiterbildungsplätze zur MTRA anbieten.

In der Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin erscheint der Patient oftmals nur einmal, ohne dass seine medizinischen Sorgen und seine Therapie wahrgenommen werden. Vielleicht stellt er sich später zu Verlaufs- oder Ergänzungsuntersuchungen ein.

Hier in der Radioonkologie begleitet die MTRA die Patienten während der Therapie über mehrere Wochen. So lernt Sie «Ihre Patienten» näher und besser kennen und wird zur Vertrauens- und Bezugsperson.

Unser Team setzt sich aus 20 Mitarbeitern zusammen. Wir sind zuständig bzw. beteiligt für die Durchführung der Planungs-CTs, Anfertigen der Therapiepläne mit der gesamten Dokumentation, Durchführung der Bestrahlungen an den Linearbeschleunigern, Bestrahlungen in der konventionellen Radiotherapie und in der Brachytherapie.

Ein Besuch unserer Klinik ist nach vorheriger Absprache mit der Leitenden MTRA a.i.  Beatrice Schädeli Mura jederzeit möglich.

Wir heissen alle Interessierten sehr herzlich bei uns willkommen!