Begleitende Massnahmen

Strahlenbehandlungen gegen Krebs führen erfahrungsgemäss zu Nebenwirkungen, die jedoch zumeist nur vorübergehend auftreten. In vielen Fällen sind die Reaktionen auf die Strahlentherapie bereits wenige Wochen nach Ende der Behandlung abgeklungen und heilen folgenlos aus. Um die Behandlung so verträglich wie möglich zu machen, wird Ihnen die betreuende Ärztin oder der betreuende Arzt bei Bedarf Medikamente verschreiben, die Sie bitte genau nach Anweisung einnehmen und anwenden. Wir möchten Ihnen zusätzlich einige Tipps geben, wie Sie Strahlenreaktionen vorbeugen können bzw. wie Sie diese mildern können.

Ernährungstipps Kopf Hals Region

Wenn Sie in der Mundes, des Rachens oder des Kehlkopfes bestrahlt werden, kommt es zu einer Reizung der Schleimhäute. Außerdem nimmt der Speichefluss ab und der Speichel wird zäh. Durch die Mundtrockenheit haben Viren, Bakterien und Pilzen eine größere Chance, die Mundschleimhaut zu befallen und dadurch die Reizung noch zu verstärken.

Hierdurch wird das Essen erschwert und es können starke Schmerzen auftreten, die das Kauen und Schlucken fast unmöglich machen. Um diese Beschwerden zu lindern, haben wir folgende Empfehlungen für Sie.

Bei Mundtrockenheit haben wir folgende Tipps:

  • Sorgen Sie dafür, dass Sie immer eine Flasche mit Wasser ohne Kohlensäure dabei haben, um den Mund regelmäßig zu befeuchten.
  • Vermeiden Sie Kamillentee, der noch mehr austrocknet.
  • Kauen regt den Speichelfluss an; kauen Sie darum Ihr Essen gut.
  • Das Lutschen milder zuckerfreier Bonbons kann den Speichefluss anregen.
  • Achten Sie darauf, dass Sie während des Essens genügend trinken und Saucen verwenden (Rahmsauce, Braune Sauce oder mildes Apfelmuss).

Bei zähem Speichel haben wir folgende Tipps:

  • Trinken Sie viel Wasser oder andere milde Getränke.
  • Vermeiden Sie klebrige, sehr süße Nahrungsmittel.
  • Spülen Sie den Mund mit lauwarmen Fenchel-, Salbei- oder Pfefferminztee.  

Bei Kau- und Schluckbeschwerden haben wir folgende Tipps:

  • Essen Sie mehrmals am Tag kleine Portionen.
  • Vermeiden Sie harte und trockene Lebensmittel wie Brot und Fleisch. Nehmen Sie stattdessen lieber Hackfleisch, Eier, Fisch, weichen Käse, Pasta, Kartoffelstock, gekochtes oder gedämpftes Gemüse und nehmen Sie dazu viel Sauce wegen der Kalorien.
  • Essen Sie keine scharfen, sauren oder heißen Gerichte, es könnte schmerzhaft sein.
  • Nehmen Sie anstelle von Zitrusfrüchten reife und weiche Früchte, z.B. Bananen, Birnen, Melonen, Erdbeeren.
  • Nehmen Sie genügend Flüssigkeit zu sich in Form von Wasser, Tee, Joghurt und Suppe.
  • Versuchen Sie auch kalte Getränke und Desserts zur Schmerzlinderung z.B. kalte Milch, Sirup, Getränke mit Eis, mildes Glacé, Quark, Pudding, Rahmdesserts, Crèpes und Pfannkuchen.
  • Meiden Sie alkoholische Getränke und Fruchtsäfte. Etwas Bier (vor allem Malzbier) dürfen Sie trinken.

Tipps zur Ernährung:

  • Ernähren Sie sich ausgewogen und abwechslungsreich.
  • Denken Sie an Obst und Gemüse, um alle notwendigen Nährstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurelemente aufzunehmen.
  • Essen Sie leichte Fleischgerichte und auch Fisch, um ausreichend Eiweiß und Kohlenhydraten aufzunehmen.
  • Sie sollten während der Bestrahlungsperiode so wenig wie möglich abnehmen, damit Sie sich nach der Therapie rasch erholen.

Tipps zur Mundhygiene:

  • Halten Sie Ihren Mund sauber, um die Gefahr für eine Infektion oder Entzündung im Mundbereich gering zu halten.

Wenn Sie eigene Zähne haben:

  • Putzen Sie die Zähne regelmäßig nach jeder Mahlzeit mit einer weichen Zahnbürste; benutzen Sie dabei eine milde Zahnpasta.
  • Spülen Sie Ihren Mund regelmäßig mit Wasser oder milden Tees.

Wenn Sie eine Zahnprothese haben:

  • Die Verwendung der Zahnprothese stimmen Sie bitte mit dem betreuenden Arzt in der Radioonkologie ab. Häufig ist der Einsatz nur zum Essen erlaubt, da es sonst zu Druckstellen in der entzündeten Mundschleimhaut kommen kann.
  • Reinigen Sie Ihre Prothese nach jeder Mahlzeit mit einer Zahnbürste.

Melden Sie sich bei Ihrem Behandlungsteam in der Strahlentherapie, damit wir Ihnen bei Bedarf zusätzliche Lösungen für die Mundspülung und hochkalorische Flüssigkost rezeptieren. Wir klären auch die Kostenübernahme dieser Maßnahmen mit Ihrer Krankenversicherung.