Grundlagen und klinische Bedeutung der Radioonkologie

Konventionelle Röntgentherapie

Bei oberflächlichen Tumoren der Haut (z. B. Basaliom) und bei vielen gutartigen Erkrankungen (z. B. Fersensporn, Vernarbungen in den Sehnen der Hand- und Fussflächen (Morbus Dupuytren, Morbus Ledderhose), Tennisellenbogen, akuten und chronischen Gelenkveränderungen bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises) setzen wir wirksame Röntgenstrahlen ein. Diese werden nicht wie die hochenergetischen Röntgenstrahlen von einem Linearbeschleuniger erzeugt, sondern von einer herkömmlichen Röntgenröhre. Diese wurde speziell für die Therapie gebaut und ist seit Jahren bei uns in Verwendung. Mit einer Spannung zwischen 10 und 200kV werden hierdurch Röntgenstrahlen erzeugt, die zwischen 1 und 30 mm Eindringtiefe haben. Diese Geräte nutzen wir gemeinschaftlich mit den Kollegen der dermatologischen Klinik des Universitätsspitals. Hierdurch ist einerseits eine umfassende fachliche Expertise gesichert, andererseits auch eine optimale Ausnutzung der Röntgentherapiegeräte.

Die Wirkung der Strahlen ist bei den meisten Erkrankungen ausgezeichnet. So werden beispielsweise bei schmerzhaften rheumatischen Gelenkveränderungen Linderungen der Schmerzen in gut 80% der Fälle und ein Krankheitsstillstand an den bestrahlten Gelenken in mehr als 50% der Fälle erzielt. Ähnlich gute Resultate können bei den anderen gutartigen Erkrankungen erzielt werden. Da die Strahlendosis sehr niedrig ist, sind keine nennenswerten Nebenwirkungen zu erwarten.

Auch bei bösartigen Erkrankungen sind die Erfolgsaussichten sehr gut. Tumoren der Haut (vor allem Plattenepithelkarzinome und Basaliome) treten überwiegend in Regionen auf, die der Sonne lange Zeit ausgesetzt waren, wie das Gesicht, die Kopfhaut und die Handrücken. Hier erzielen wir in gut 90% eine Rückbildung der Tumoren. Wir können die Tumorerkrankungen in mehr als 80% der Fälle auf Dauer beseitigen. Gleichzeitig wird in der Regel ein gutes kosmetisches Ergebnis erzielt. Die Haut heilt aufgrund ihrer natürlichen Heilungskräfte ausgezeichnet, so dass auch nach vielen Jahren meist nur eine leichte Verfärbung der Haut bei vollkommenem Erhalt der Funktion beobachtet wird. Dies ist vor allem in den Gesichtsbereichen sehr wichtig, da hier bei einer ungünstigen Lage von Tumoren an der Nase, nahe der Augen und den Lippen mögliche narbige Veränderungen vermieden werden können, wie sie nach operativem Vorgehen möglich sind.