Praktikum

Lernzielkatalog für das Praktikum in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsspitals Basel

1. Ziel

Ziel des Praktikums ist es, den Studenten während dieser Zeit ausreichend Einblicke in alle relevanten Inhalte der Radiologischen Onkologie zu vermitteln und sie aktiv in die Behandlung und Betreuung unserer Patienten einzubinden. Während des 1- bis 2-monatigen Aufenthaltes lernen die Studenten die wichtigsten Arbeitsstationen der Klinik kennen. Die Ausbildung ist straff organisiert und wird vom Chefarzt und von den Oberärzten supervisiert. Sie umfasst die "Allgemeine Onkologie", die "Klinische Radioonkologie", die "Medizinische Physik" und die "Strahlenbiologie". Selbstverständlich ist, dass die Studenten Teile der Ausbildung selbstständig gestalten. Ausreichend zeitliche Freiräume und Zugang zur Literatur in der fachlich vollständig ausgestatteten institutseigenen Bibliothek sind gegeben.

Innerhalb des Praktikums lernen die Studenten folgende Arbeitsstationen innerhalb des Institutes kennen:

  • Poliklinik (1-2 Wochen)

  • Linearbeschleuniger (1-4 Wochen)

  • Simulation und Bestrahlungsplanung (2-4 Wochen)

Im Rahmen dieser Grundstruktur der Rotation werden auch Einblicke in die Stereotaktische Strahlentherapie und in die Brachytherapie (Afterloading, Seeds) ermöglicht. Der zuständige Oberarzt kontrolliert den Ablauf am jeweiligen Arbeitsplatz, dient als Ansprechpartner bei inhaltlichen Fragen und unterstützt das erworbene Wissen in wiederholten fachlichen Gesprächen.

2. Teilnahme an interdisziplinären Tumorkonferenzen


Moderne, speziell kurative Therapiekonzepte der Onkologie sind komplex und bedürfen der interdisziplinären Kooperation und Abstimmung. Diesem wird in unserem Klinikum durch zahlreiche, regelmäßige Tumorkonferenzen Rechnung getragen. Die Teilnahme an den nachfolgend aufgelisteten Besprechungen ist wie folgt geplant:

  • Viszerale Tumoren (2-mal)

  • Weichteil- und Knochentumoren/Pädiatrische Tumoren (bis 2-mal)

  • Kopf-Hals Tumoren (2-mal)

  • Lymphomkonferenz (1-mal)

  • Gynäkologische Tumoren und Mammakarzinom (2-mal)

  • Urologische Tumoren (1-mal)

Die Teilnahme wird durch den jeweiligen Oberarzt bestätigt, der für die Konferenz von Seiten der Strahlentherapie zuständig ist.

3. Spezielle Ausbildung


Die Radioonkologie erfordert nicht nur klinische Fertigkeiten und Kenntnisse sondern auch Verständnis für physikalisch-technische und strahlenbiologische Grundlagen. Diesem wird in unserer Klinik durch spezielle Veranstaltungen und Referate Rechnung getragen. Die Vorträge werden üblicherweise von den Assistenzärzten unter Supervision eines Facharztes für Strahlentherapie, von Medizinphysikern oder Strahlenbiologen gehalten. Schriftliche Zusammenfassungen des Vortrages oder die präsentierten Abbildungen / Tabellen sind verfügbar. Die erforderlichen Fachbücher und Übersichtsarbeiten werden den Studenten kostenlos zur Verfügung gestellt. Die klinikeigene Bücherei steht den Studenten täglich uneingeschränkt zur Verfügung, ebenso ein Internetzugang mit den üblichen Literatursuchprogrammen (pubmed, cancerlit, uptodateonline.com)

4. Klinische Inhalte


Nachfolgend werden die Themen im Einzelnen aufgeführt, mit denen sich die Studenten während des Praktikums beschäftigen sollen:

1. Für alle Entitäten: Anatomische Grundlagen; klinische Symptomatik; diagnostische Maßnahmen; Staging; Prognosefaktoren; allgemeine Behandlungsprinzipien; therapiebedingte Nebenwirkungen; wichtigste Behandlungsprotokolle.

2. Spezielle, besonders zu beachtende Inhalte sind für die einzelnen Tumorentitäten nachfolgend stichwortartig aufgelistet. Auch hierfür gilt, dass die Studenten erste Einblicke in die Möglichkeiten der Radioonkologie erhalten sollen:

  • ZNS-Tumoren (Strahlentherapeutische Techniken, Stereotaxie)

  • Kopf-Hals-Tumoren (primäre und postoperative Radio- und Radiochemotherapie)

  • Lungenkarzinome (NSCLC: primäre Radiotherapie, kombinierte Radiochemotherapie, postoperative Radiotherapie; SCLC: kombinierte Radiochemotherapie)

  • Mamma-Ca (Indikationen zur postoperativen Strahlentherapie, Kombination mit Chemo- und Hormontherapie, Metastasierungsmuster, Prognosefaktoren)

  • Rektum-Ca. (Neoadjuvante und adjuvante Konzepte)

  • Prostatakarzinom (Indikationen zur primären und postoperativen Radiotherapie, Indikationen für kombinierte Hormon- und Radiotherapien, Nebenwirkungen der Radiotherapie)

  • Gynäkologische Tumoren (Technik der Brachytherapie)

  • Radiotherapie von Metastasen (Ziele der Palliation)

3. Im Rahmen der Teilnahme an der klinikinternen Weiterbildung aller Mitarbeiter erhalten die Studenten die Möglichkeit, die in der radioonkologischen Vorlesung erhaltenen Kenntnisse der Strahlenbiologie und Strahlenphysik zu vertiefen.

5. Literaturempfehlungen


Das Studium der relevanten Leitlinien zur Therapie der einzelnen Tumorerkrankungen ist sinnvoll. Die Liste unter Angebote der Klinik -> Literaturempfehlung stellt eine unverbindliche Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit dar. Eine Vertiefung der Kenntnisse, die im Rahmen der täglichen Routine am Arbeitsplatz und in den Tumorkonferenzen erworben werden, ist hierdurch möglich.