Weiter- und Fortbildung

Für Ärzte

Weiterbildung

In der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie wird ein strukturiertes Programm der ärztlichen Weiterbildung angeboten. In klinikinternen Leitlinien sind die Abläufe festgelegt, die für eine umfassende ärztliche Weiterbildung zum Facharzt für Strahlentherapie und Radioonkologie erforderlich sind. Dabei ist eine fachärztliche Anleitung an jedem Arbeitsplatz gesichert. Die Inhalte der Weiterbildung orientieren sich an den Empfehlungen der Fachgesellschaften, gehen aufgrund lokaler Gegebenheiten aber auch in Teilen darüber hinaus.

Gleichzeitig sichern die Weiterbildungsangebote und klinikinternen Leitlinien einen hohen Wissensstand der bestehenden Fachärzte. Dies betrifft vor allem die kontinuierlichen Angebote im Rahmen der interdisziplinären Tumorkonferenzen, der internen Besprechungen zur Therapieplanung und der Vorlesungen und Vorträge zur klinischen Radioonkologie, medizinischen Physik und Tumor- wie Strahlenbiologie als auch die umfassend unterstützte Teilnahme an nationalen und internationalen Kongressen. Das Weiterbildungsprogramm dürfen und sollen die beteiligten Ärzte aktiv mitgestalten.

Die Weiterbildung zum Facharzt für Radioonkologie dauert mindestens 6 Jahre bei Vollzeitbeschäftigung und verlängert sich automatisch bei Teilzeitanstellungen. Im Rahmen unseres Programms (siehe Weiterbildungskonzept zum Facharzt FMH für Radioonkologie / Strahlentherapie am Universitätsspital Basel.pdf) sollen den ÄrztInnen eingehende Kenntnisse und Erfahrungen in allen Gebieten der modernen Strahlentherapie vermittelt werden. Grundsätzlich sind die Weiterbildungszeiten, die zu durchlaufenden Arbeitsplätze sowie die nachweislich eigenständig zu erbringenden Leistungen in der Weiterbildungsordnung aufgeführt, die bei der Schweizerischen Radioonkologischen Gesellschaft (SRO) eingesehen werden kann.

Um den ÄrztInnen ausreichend Einblicke und systematische Kenntnisse in allen modernen Behandlungsarten und Techniken der Radioonkologie zu gewähren, findet eine regelmässige Rotation an alle ambulanten Arbeitsstationen statt. Um zügig umfassende Kenntnisse zu den verschiedensten Erkrankungen zu vermitteln, erfolgt die Rotation mit der Betreuung der Patienten durch die einzelnen Ärzte/Innen. So wird erreicht, dass die PatientInnen von Beginn an durch eine/n Arzt/Ärztin betreut werden. Dies vermeidet einerseits einen die Behandlung ungünstig beeinflussenden Informationsverlust und ermöglicht andererseits die rasche Einarbeitung der/des betreuenden Ärztin/Arztes auf allen Arbeitsstationen:

  • Poliklinik (Patientenberatung, Indikationsstellung zur Strahlenbehandlung, Nachsorge)
  • Linearbeschleuniger (Therapie von bös- wie gutartigen Erkrankungen, stereotaktische Strahlentherapie und Radiochirurgie)
  • Therapieplanung und Simulation (reale und virtuelle Simulation, Technik und Durchführung der Schnittbildgebung, 3-D-konformale Therapie, IMRT und IGRT)

Gleichzeitig erfolgt eine Einarbeitung in die Brachytherapie (Afterloading) und in die konventionelle Röntgentherapie. Dies beginnt mit dem 3. Weiterbildungsjahr.

Die Weiterbildung in diagnostischen Schnittbildverfahren (CT, MR, Ultraschall) ist im Hinblick auf verfeinerte und präzise radioonkologische Verfahren (IMRT, IGRT, stereotaktische Strahlentherapie) sinnvoll. Durch eine Rotation in benachbarte Kliniken und Abteilungen, am ehesten der medizinischen Onkologie aber auch der Radiologie, werden auch Fertigkeiten und Kenntnisse bei der stationären Betreuung von Patienten und der erforderlichen radiologischen Diagnostik vermittelt. Dies wird auch durch die Teilnahme an den interdisziplinären Tumorkonferenzen gesichert, bei denen ausführlich pathologische Grundlagen und radiologische Bildgebungen dargestellt und erläutert werden. Ferner finden regelmässige, mindestens wöchentliche stationäre Visiten statt, bei denen die medikamentösen onkologischen und supportiven Therapien im Detail erklärt werden.

Im Verlauf von 3 Jahren sollen alle im Weiterbildungskatalog für den ambulanten Bereich geforderten Leistungen erreicht werden. In halbjährlichen Mitarbeitergesprächen werden von dem Weiterbildungsberechtigten der Klinik das erworbene Wissen der Assistenzärzte/innen und auch der Umfang der geforderten Leistungen in einem Kurzzeugnis beurteilt.

Moderne, speziell kurative Therapiekonzepte in der Onkologie sind sehr komplex. Sie benötigen eine gute interdisziplinäre Kooperation und Abstimmung, vor allem zwischen der radiologischen und der medizinischen Onkologie und den chirurgischen Disziplinen. Diesem wird in der Weiterbildung durch die obligate Teilnahme an Tumorkonferenzen Rechnung getragen. Die Teilnahme wird durch den für die jeweilige Konferenz zuständigen Konsiliararzt der Radioonkologie im Weiterbildungskalender bestätigt.

Neben dem Erwerb von Kenntnissen und Erfahrungen im Rahmen des klinischen Alltags ist ein fundiertes theoretisches Wissen zu den Grundlagen der Biologie, der Physik und den therapeutischen Prinzipien in der Onkologie wichtig. Aus diesem Grund erfolgen regelmässig Vorträge im Rahmen eines rotierenden Programms. Die Vorträge werden vin allen Ärzten, bei Assistenzärzten unter Supervision eines Facharztes für Strahlentherapie oder deb Medizinphysikern gehalten. Schriftliche Zusammenfassungen des Vortrages bzw. die präsentierten Folien werden im Anschluss auf der Intranetplattform der Klinik für alle Mitarbeiter zugänglich gemacht. Die Teilnahme an einem Kurs zur Strahlenbiologie und zu den Grundlagen der Strahlenphysik bzw. Therapieplanung (z.B. ESTRO, Dresden, Heidelberg) werden empfohlen. Als Angebot der Klinik im Rahmen der Weiterbildung – auch zugänglich für die Fachärtze/innen der Klinik – finden psychoonkologische Weiterbildungen (Vortrag, Teilnahme an Balintgruppe)und Ausbildungen in der Gesrprächsführung statt.

Zusätzlich finden nach den jeweiligen Weiterbildungsblöcken Biologie, Physik und Klinik für einen Zeitraum von jeweils 2 Monaten kurze Vorträge zur Aktualisierung der klinikinternen Therapieempfehlungen und im Rahmen eines Journalclubs statt. Diese berücksichtigen die in der Zwischenzeit publizierten Ergebnisse aktueller klinischer Studien, soweit sie für die klinische Radioonkologie relevante Ergebnisse erbracht haben.

Fortbildung

Strukturierte wöchentliche Fortbildungsveranstaltungen finden sowohl in Kooperation mit anderen onkologischen Disziplinen als auch als eigenständige radioonkologisch-orientierte Referate in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie statt. Alle wöchentlichen Fortbildungsveranstaltungen sind durch die Schweizerische Gesellschaft für Radioonkologie (SRO) sowie die Landesärztekammer Baden-Württemberg akkreditiert. Bei Wunsch der Teilnahme kontaktieren Sie bitte das Chefarztsekretariat mit Angabe von Namen, Telefonnummer und E-Mail-Anschrift. Eine Übersicht der aktuellen Themen kann Ihnen zugeschickt werden.