Tumoren im Kindesalter

Solide Tumoren im Kindesalter unterscheiden sich morphologisch, molekulargenetisch, therapeutisch und prognostisch von denen des Erwachsenenalters. Sie erfordern daher eine spezielle Berücksichtigung in den bioptischen Verfahrensweisen, wie an den folgenden Beispielen deutlich gemacht werden soll:

Neuroblastome sind charakterisiert durch prognostisch relevante Genalterationen. Am häufigsten findet sich eine Amplifikation des N-MYC-Gens bei einem Teil der Patienten und zeigt dann eine schlechtere Prognose an. In unseren Labors kann eine N-MYC Amplifikation am zytologischen Abklatschpräparat innerhalb von 24 Stunden, am Paraffinschnitt innerhalb einer Woche nachgewiesen werden.

Nephroblastome werden nach der aktuellen SIOP Klassifikation morphologisch in Prognosegruppen eingeteilt. Die histologischen Tumorkomponenten und das Ausmass der Nekrose sind prognoserelevant.

Mit zunehmend verfeinerten Methoden finden sich neue genetische Veränderungen auch bei kindlichen Tumoren. Neue molekulare Methoden wie z.B. Next Generation Sequencing ermöglichen eine umfassende molekularepathologische Diagnostik an unserem Institut.

Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen für unsere Einsender:

Tumor-Biopsien und Tumorresektate sollen unfixiert, frisch, nativ, auf Wassereis per Kurier nach telefonischer Voranmeldung eingesandt werden.

Bei allen pädiatrischen Tumoren erfolgt eine standardisierte routinemässige Referenzbegutachtung durch das Kindertumorregister Kiel in jahrelanger bewährter Zusammenarbeit, gewöhnlich innerhalb einer Woche per Faxdiagnose im Format der betreffenden Therapiestudien der GPOH. Sporadische Zusammenarbeit mit anderen internationalen Tumorzentren in Abhängigkeit von der Tumordiagnose.

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