Äquivalenzdosen von Opioiden

Klicken Sie auf die unterstehende Grafik, um die vollständige Rotationskarte zu öffnen.

Mit der nachfolgenden Verlinkung gelangen Sie direkt zum Opioid-Rechner. Ist dieser nicht zugänglich, lassen sich gewisse Informationen direkt aus der hier abgebildeten, kompletten Rotationstabelle entnehmen.


Eine detaillierte Instruktion zur Nutzung der Opioid-Rotationstabelle mit Anwendungsbeispiel findet sich hier:

 

 

 

1) Beweggründe, Überlegungen und Empfehlungen für eine Rotation

Nachfolgend finden Sie Informationen rund um die Gründe und Überlegungen zu den Opioid-Rotationen sowie Empfehlungen des USB bzgl. Leber- und Nierenfunktion.

  • Gründe für Opioid-Rotation

    • Nichttolerierbare Nebenwirkungen
    • Unzureichende Schmerzkontrolle, mit oder ohne Vorliegen von Nebenwirkungen
    • Neu aufgetretene Leber- oder Niereninsuffizienz

  • Überlegungen vor der Rotation

    • Wurde das bisherige Opioid genügend lange verabreicht und adäquat aufdosiert, um die volle anal-getische Wirksamkeit zu beurteilen?
    • Liegen Faktoren vor, welche einen Einfluss auf die Wahl des neuen Opioids haben könnten, wiez.B. Erbrechen, Diarrhö, CYP Interaktionen, Co-Medikation, Leber-/Niereninsuffizienz?
    • Mögliche Alternativen zur Rotation: adjuvante Schmerztherapie, Regionalanalgesie-Verfahren, ver-bessertes Nebenwirkungsmanagement (d.h. Behandlung der typischen Nebenwirkungen wieObstipation, Übelkeit, Juckreiz, etc.), Dosisreduktion bei adäquater Analgesie, Änderung des Ver-abreichungswegs (z.B. von oral auf TTS-Pflaster).
    • Nebenbemerkung: im Sinne einer „good prescribing practice“ sollte das Laxans gleich zu Beginnder Opioidtherapie (Ausnahme Targin) mitverordnet werden. Für die Wahl des entsprechenden La-xans siehe z.B. Laxantien Vergleichstabelle der Spitalpharmazie (http://spitalpharmazie-basel.ch/pdf/vergleichstabelle_laxantien.pdf).

  • Empfehlungen des USB bzgl. Leber und Nierenfunktion:

    • Gute Leber- und Nierenfunktion: 1. Wahl Morphin (MST Continus und Morphin Tropfen)
    • Niereninsuffizienz: 1. Wahl Hydromorphon (Palladon und Hydromorphon Tropfen), 2. Wahl Buprenorphin (Temgesic, Transtec), 3. Wahl Fentanyl (Durogesic)
    • Leberinsuffizienz: 1. Wahl Hydromorphon (Palladon und Hydromorphon Tropfen)

     

  

2.1) Spezialfälle (TTS Pflaster und Methadon)

  • Bei der Applikation von Opioid-Pflastern (Transtec®, Durogesic®) findet ein transdermaler Wirkstoffübertritt statt, der zeitlich verzögert auftritt und durch gewisse Faktoren wie Wärme beeinflusst werden kann. Durch die Verzögerung aber auch die Entstehung subkutaner Depots, sind folgende Hinweise zu beachten: Spezialfall TTS-Pflaster

  • Die Umrechnung auf Methadon als Zielsubstanz ist nicht linear. Der zu verwendende Umrechnungsfaktor ist abhängig von der Dosis der Ausgangssubstanz. Zudem geht man davon aus, dass die Wirkung der Dosis auf die relative Potenz grösser ist als bei anderen Opioiden. Die empfohlene Dosisreduktion von Methadon p.o. nach der Umrechnung beträgt deshalb 70%!
    Umrechnungsfaktoren zur Bestimmung der Äquivalenzdosis Methadon p.o.
  

Wirkeintritt und Wirkdauer von Analgetika

Informationen zu dem ungefähren Zeitfenster des Wirkeintrittes von Analgetika finden sich in diesem Abschnitt. Diese dienen als Orientierung für die Dauer der Analgesie aber auch die Eignung von gelisteten Präparaten bzgl. akuter oder chronischer Schmerzreduktion: