Der Ablauf unserer Dysplasiesprechstunde

Im Fall eines auffälligen Krebsabstrichs wird neben einer gynäkologischen Untersuchung und einer eventuellen erneuten Krebsabstrich-Entnahme, eine Lupenuntersuchung des Gebärmutterhalses (Kolposkopie) mit Fotodokumentation durchgeführt. Bestehen Auffälligkeiten erfolgt die Entnahme von kleinen Gewebeproben vom äusseren Muttermund oder aus dem Gebärmutterhalskanal zur weiteren Untersuchung. Ähnlich ist der Ablauf bei abklärungswürdigen Befunden in der Vagina oder an der Vulva.

Die Gewebeproben werden durch die Pathologen unseres Hauses untersucht. Das kann einige Tage in Anspruch nehmen. Ob eine Therapie überhaupt notwendig ist und wenn ja welche wird in einem ausführlichen Gespräch mit Ihnen diskutiert. Neben dem Schweregrad der Veränderung spielen bei der Therapieentscheidung auch Ihre persönlichen Lebensumstände eine Rolle (z.B. Kinderwunsch). Unser Ziel ist eine optimale, auf Ihre persönliche Situation abgestimmte Therapieplanung. Dazu stehen uns alle derzeit anerkannten Therapieverfahren zur Verfügung, die durch Kombination individuell angepasst werden können.

Eine enge Zusammenarbeit mit Ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt ist uns wichtig. Eine Information über erhobene Befunde und die daraus resultierende Therapieempfehlung erfolgt immer schnellstmöglich.

 

Was sind «Humane Papilloma Viren» ( HPV )?

Die Humanen Papillomaviren (HPV) sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Sie werden in zwei Gruppen unterteilt.

  1. Eine Infektion mit einem Virus der Gruppe der sogenannten «Niedrigrisiko-Viren» kann zu genitalen Wärzchen führen, die oft von alleine wieder verschwinden, manchmal (v.a. wenn es sehr viele sind) aber behandelt werden müssen.
  2. Eine Infektion mit einem Virus der Gruppe der sogenannten «Hochrisiko-Viren» muss für die Entstehung von Dysplasien am Gebärmutterhals vorliegen. Erst wenn eine solche Infektion über längere Zeit im Körper bestehen bleibt, ist die Entwicklung einer Krebsvorstufe möglich. Dabei erfordern leichte Veränderungen meist lediglich Kontrollen, da sich diese oft von alleine zurückbilden.

In fast allen Fällen bemerken die Patienten die Infektion nicht. Die Ansteckung mit dem Virus ist bei jungen Frauen besonders häufig und erfolgt in der Regel über Sexualkontakt. In weit über 90% der Fälle heilt die Infektion ohne Therapie von alleine innert 1-2 Jahren komplett aus. Der Nachweis von HPV ist daher für sich alleine kein Anlass zur Besorgnis.

 

Die Impfung gegen HPV

Gegen HPV existiert eine Impfung. Sie hilft gegen einige Typen der «Humanen Papilloma Viren», die für den Grossteil der Gebärmutterhalskrebserkrankungen, aber auch fürKrebserkrankungen der Vagina, Vulva und des Anus verantwortlich sind.

Einer der beiden vorhandenen Impfstoffe wirkt zusätzlich gegen Wärzchen im äusseren Genitalbereich (Condylomata accuminata).

Die HPV-Impfung wird von der Eidgenössischen Impfkommission und dem Bundesamt für Gesundheit für alle Mädchen und Jungen im Alter von 11 bis 26 Jahren empfohlen und die Kosten werden vollständig übernommen. Sie sollte idealerweise vor einer Infektion mit dem Virus verabreicht werden, das heisst vor dem ersten Sexualkontakt.

Mehr Informationen zu diesen Themen stehen Ihnen als Flyer und Broschüre bei uns in der Dysplasie-Sprechstunde zur Verfügung.

 
 

Seit Mai 2018 sind wir gemäss den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) eine zertifizierte gynäkologische Dysplasie-Einheit.