Behandlungsmöglichkeiten

Nach Abschluss der Diagnostik wird als erstes versucht, jene Faktoren zu beseitigen, welche das Ausbleiben der Schwangerschaft verursacht haben. Aufgrund der vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten werden die Strategien stets individuell angepasst.

Ursachenbezogene Therapieverfahren

Einige der beschriebenen Ursachen können gezielt beseitigt werden, damit eine spontane Schwangerschaft ohne direkte Einwirkung der Medizin entstehen kann:

  • Medikamentöse Hormonbehandlung zur Reifung der Eizelle und zur Auslösung des Eisprungs (ovarielle Stimulation)
  • Medikamentöse Behandlung von anderen hormonaktiven Systemen, welche einen Einfluss auf eine Schwangerschaft haben können, zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen oder übermässige Ausschüttung von Prolaktin
  • Operativer Eingriff zur Behandlung von Myomen in der Gebärmutter, zur Entfernung von Polypen oder von Verwachsungen in der Gebärmutterhöhle
  • Änderung des Lebensstils, beispielsweise Verzicht auf Drogen
  • Diätberatung und Gewichtsverlust bei Übergewicht zur Unterstützung regelmässiger Menstruationszyklen
  • Antibiotische Behandlung von Genitalinfektionen
  • Normalisierung eines erhöhten Blutdrucks des Mannes oder der Frau
  • Operative und hormonelle Behandlung einer Endometriose

Künstliche Befruchtung 

Dieses Verfahren kommt dann zum Einsatz, wenn die Ursachen von ausgeprägten Fertilisationsstörungen nicht behoben werden können. Wir bieten drei verschiedene Methoden der künstlichen Befruchtung, auch assistierte Fertilisation genannt, an:

Intrauterine Insemination (IUI)

Diese Methode wird dann eingesetzt, wenn die Spermienqualität leicht gestört ist. Funktionsfähige Samen aus dem Samenerguss werden im Labor aufbereitet und zum Zeitpunkt des Eisprunges in die Gebärmutterhöhle der Frau übertragen. Ziel dieser Massnahme ist es, die Anzahl befruchtungsfähiger Spermien im Eileiter der Frau so zu erhöhen, dass eine erfolgreiche Befruchtung wahrscheinlicher wird. 

In-Vitro-Fertilisation (IVF)

Bei dieser Methode findet die Befruchtung ausserhalb des Körpers der Frau statt. Eizellen und Spermien werden über einen Zeitraum von maximal 48 Stunden im reproduktionsbiologischen Labor aufbewahrt. Hierzu werden Lebensbedingungen geschaffen, die möglichst denjenigen im Eileiter der Frau entsprechen. Danach werden die Eizellen mit den Spermien zusammengebracht, sodass eine Befruchtung im Reagenzglas stattfinden kann. Wenige Stunden nach der Befruchtung wird die befruchtete Eizelle über einen Katheter zurück in die Gebärmutter gebracht. 

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Wie bei der In-Vitro-Fertilisation (IVF) wird bei der Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) wird die Eizelle zur Befruchtung aus dem Körper der Frau entnommen. Eizelle und Samenzelle werden unter dem Mikroskop mit feinen Mikropipetten zusammengebracht. Deshalb wird diese Methode auch Mikro-Injektion genannt. Dabei wird der Eindringungsvorgang eines Spermiums durch die verschiedenen Hüllen der Eizelle überbrückt. Diese Therapie wird dann eingesetzt, wenn die Spermienqualität stark beeinträchtigt ist. In den eigentlichen Befruchtungsvorgang wird nicht eingegriffen, da dieser Vorgang erst etwa 24 Stunden nach dem Injektionsvorgang stattfindet.