Unser Engagement in Afrika

 

Afrika ist der Kontinent mit dem höchsten Bevölkerungswachstum weltweit. Dies führt unter anderem zu grossen Herausforderungen im Gesundheitssystem.

Wie gut das Gesundheitssystem in einem Land funktioniert hängt von verschiedenen Faktoren ab. Viele dieser Faktoren sind von aussen nicht beeinflussbar. Zu den Kernkompetenzen des Universitätsspitals Basel (USB) zählen Ausbildung, Patientinnen- und Patientenversorgung und Forschung. Deshalb möchten wir uns in unseren Projekten mit Partnerinstitutionen in Afrika auf diese Fähigkeiten konzentrieren.

Das Universitätsspital Basel engagiert sich seit Jahren in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerinstitutionen wie dem Swiss Tropical Health Institute, Swiss Surgical Teams, dem Basler Förderverein für medizinische Zusammenarbeit und der Stiftung Haida Medical Swiss in diversen Kooperationen mit Spitälern und Institutionen in Afrika. Einzelne Projekte werden seit Jahren unterstützt, um den Austausch im medizinischen Bereich zu ermöglichen. Seit 2018 besteht eine intensive Kooperation zwischen vier USB-Projekten mit Partnern in Afrika, um Synergien zu schaffen und von den Erfahrungen in den einzelnen Projekten gemeinsam zu lernen. Die vorgestellten Engagements des Unispitals Basel in Afrika werden regelmässig evaluiert und von der Spitalleitung abgesegnet. Diese Projekte sind zudem integrierter Bestandteil der im Jahr 2017 verabschiedeten Afrika Strategie der Universität Basel.

 

Das Unispital Basel ist in folgenden Partnerschaften mit Spitälern und Institutionen in Afrika aktiv:

 

Engagement in Ifakara (Tansania)

In einer langjährigen Partnerschaft mit dem St. Francis Referral Hospital in Ifakara, Tansania, dem Ifakara Health Institut  und dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut unterstützt die Klinik für Infektiologie & Spitalhygiene des Universitätsspitals Basel die Chronic Diseases Clinic in Ifakara. Die seit 2004 bestehende Klinik für Menschen mit einer HIV- und oder Tuberkulose-Infektion behandelt jährlich über 4'000 HIV-positive Patientinnen und Patienten in einer ländlichen Region. 2015 wurde zudem gemeinsam eine Notfallstation aufgebaut, die 36'000 Patientinnen und Patienten jährlich triagiert und versorgt. Nebst dem Angebot an klinischen Dienstleistungen dienen die Partnerschaften vor allem als Plattformen der Ausbildung tansanischer Kolleginnen und Kollegen für klinisches Patientenmanagement, Sonographie, Labordiagnostik wie auch für wissenschaftliche Projekte mit dem Ziel, die Medizin in diesem Setting zu verbessern.

Weitere Informationen zu International HIV Care

 

Kontakt

Prof. Maja Weisser, Kaderärztin Infektiologie & Spitalhygiene
Tel.+41 61 328 67 42
maja.weisser@anti-clutterusb.ch
 

 

 

Einsatz in Kashikishi (Sambia)

© Florian Nidecker

Das Projekt konzentriert sich auf das St. Paul’s Hospital (SPH) in Kashikishi. Kashikishi liegt im Norden Sambias. Das St. Paul’s Mission Hospital war, wie der Name verrät, ein Missionsspital. Vor wenigen Jahren wurde dieses vom Sambischen Staat übernommen. Das St. Paul's Hospital hat 214 Betten und folgende Abteilungen: Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Innere Medizin, Pädiatrie sowie eine Abteilung für mangelernährte Kinder, ein grosses Ambulatorium und einer HIV-Klinik.

1993 begann der Basler Förderverein (BFV) das St. Paul’s Hospital in Kashikishi aktiv zu unterstützen, indem sie medizinische und technische Beratung anbot und sich an verschiedenen Gesundheitsinitiativen und -projekten beteiligte. 

In Partnerschaft des BFV und des Universitätsspitals Basel werden seit 2019 mögliche Projekte für eine künftige Zusammenarbeit gemeinsam mit den sambischen Behörden, Ärzten und von der Kirche ernannten Krankenhausverwaltern, die für SPH verantwortlich sind, ausgearbeitet und bewertet.

Als erste Projektphase ist geplant, die Notfallversorgung für Kinder und Erwachsene zu verbessern.

Gleichzeitig wird eine wichtige Funktion eines Level II Spitals gestärkt. In einer zweiten Projektphase ist auch die Unterstützung der Distrikt- und Provinzbehörden bei der Koordination und Planung der Dienstleistungen für nicht-übertragbare Krankheiten vorgesehen. Ab 2021 wird im Auftrag des BFV und des Universitätsspitals Basel ein Arzt das Spital klinisch sowie im Bereich Planung und Management vor Ort unterstützen.

 

Kontakt

Prof. Niklaus Labhardt, Kaderarzt und Forschungsgruppenleiter Infektiologie & Spitalhygiene
Tel.+41 61 328 55 24
niklaus.labhardt@anti-clutterusb.ch
 

Für den Basler Förderverein:

Dr. med. Roland Dürig
Facharzt FMH Allgemeine Innere Medizin
Facharzt FMH Tropen- und Reisemedizin
Tel. +41 41 429 30 30
roland.duerig@anti-cluttergmx.ch

 

 

 

Engagement in Tabora (Tansania)

Das Kitete Regional Referral Hospital ist für die primäre Gesundheitsversorgung von 230’000 Einwohnern der Hauptstadt Tabora und als übergeordnetes Spital für komplizierte schwierige Erkrankungen in der ganzen Region mit 2,3 Millionen Menschen zuständig.

Mit über 6’000 Geburten pro Jahr spielt dabei die Frauenklinik eine wichtige Rolle im Gesundheitssystem. Die hohe Mütter- und Kindersterblichkeit spiegelt die schlechte personelle, materielle und finanzielle Situation an diesem Partnerspital wieder.

Seit 2015 engagiert sich das USB zusammen mit den Swiss Surgical Teams (SST) im Kitete Spital. Dabei steht die Ausbildung von medizinischem Personal (Pflegende, Hebammen, Ärztinnen und Ärzte sowie Medizintechniker) im Vordergrund.

 

Kontakt

Dr. André Kind, Stv. Chefarzt Gynäkologie, Leitender Arzt Poliklinik und Gynäkologische Dysplasieeinheit Frauenklinik
Tel.+41 61 265 25 25
andre.kind@anti-clutterusb.ch
Detaillierte Informationen
 
 

 

 

Engagement in Somaliland

In Hargeysa, der Hauptstadt von Somaliland, fand im Februar 2019 das erste Seminar für geburtshilfliche Notfälle für Ärzte und Hebammen statt. Das Land ist seit dem Bürgerkrieg 1991 ein praktisch von Somalia unabhängiger Staat, wird aber international von keinem Land als solcher anerkannt.

Die Müttersterblichkeit liegt bei ca. 850 auf 100’000 Lebendgeburten und ist die fünfthöchste weltweit. Das Team des Universitätsspitals Basel, unterstützt von der Stiftung Hadia Medical Swiss und dem lokalen Ärzte- und Hebammenteam von Edna Adan im Edna Adan Hospital, trainiert zweimal im Jahr in Simulationsszenarien und Workshops die geburtshilflichen Notfälle. Ziel ist eine Optimierung der Notfallbehandlungen sowie die Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Hebammen sowie zwischen Spitälern und regionalen Health Centers.

 

Kontakt

Prof. Irene Hösli, Chefärztin Geburtshilfe und Schwangerschaftsmedizin, Frauenklinik
irene.hoesli@anti-clutterusb.ch