Tumore und Metastasen

 
 

Primärtumore

PD Dr. Cordula Netzer
Stv. Leiterin Wirbelsäulenzentrum
Kaderärztin Spinale Chirurgie
cordula.netzer@anti-clutterusb.ch
Detaillierte Informationen

 

Rückenmarkstumore

Dr. Morten-Goetz Wasner
Stv. Chefarzt Spinale Chirurgie
morten-goetz.wasner@anti-clutterusb.ch

 

Dr. Maria Kamenova
Oberärztin Spinale Chirurgie
maria.kamenova@anti-clutterusb.ch

 

Tumorsprechstunde

Wir bieten für unsere Tumor-Patientinnen und -Patienten eine separate Sprechstunde. Auf Grund, der oft grossen Dringlichkeit sind kurzfristige Terminvereinbarungen möglich. Wir werden gegebenfalls weitere Abklärungen und Behandlungen gerne mit Ihrem Hausarzt oder Onkologen abstimmen.
Anmeldung für Zuweiser

Erreichbarkeiten
Bei dringenden Fragen zum Thema Spinale Tumorchirurgie bitten wir Sie den Dienstarzt Spinale Chirurgie direkt telefonisch oder per Email zu kontaktieren:

Tel.
+41 61 265 78 30 (Sekretariat)
+41 61 265 25 25 (Zentrale)
Email:
spinalechirurgie@anti-clutterusb.ch

 
 

Spinale Tumorchirurgie

Tumore der Wirbelsäule

Man unterscheidet Tumore ektodermalen Ursprungs von Tumoren mesodermalen Ursprungs sowie Metastasen. Tumore ektodermalen Ursprungs sind Tumore des Rückenmarkes, der Nerven und der Rückenmarkshäute. Tumore mesodermalen Ursprungs sind primäre Tumore des Binde- und Stützgewebes der Wirbelsäule.

Tumoren des Rückenmarkes, der Nerven und der Rückenmarkshäute

Im Bereich der Nerven, des Rückenmarkes und der das Rückenmark umgebenen Haut können sich sehr selten Tumore bilden, welche dann die Leitfähigkeit des Rückenmarkes beeinflussen und unter Umständen sogar Lähmungen hervorrufen. Die Behandlung ist häufig operativ und hochstandardisiert.

Alle Patienten werden interdisziplinär in einem speziellen Tumorboard bestehend aus Spezialisten der Radiologie, Onkologie, Neurologie, Neurochirurgie, Radioonkologie und Neuropathologie schon präoperativ bei Diagnosestellung besprochen und der für den Patienten optimale Behandlungsweg festgelegt.

Sollte es zu einer Operation kommen wird diese nach den heutigen bestmöglichen Sicherheitsaspekten durchgeführt. Neben der mikrochirurgischen Operationstechnik unter Einbezug des Operationsmikroskopes ist die Funktionsüberwachung des Rückenmarkes und der Nerven während der Operation auch in Vollnarkose durch das neurophysiologische Monitoring mittels motorisch und somatosensibel evozierten Potentialen (MEP, SSEP) und der Elektromyographie (EMG) voll gewährleistet. Dies bietet einen grösstmöglichen Erfolg zur Funktionserhaltung des Rückenmarkes um Querschnittlähmungen zu vermeiden.

Die Behandlung von Rückenmarktumoren ist in der Schweiz der Hochspezialisierten Medizin (HSM) zugeordnet. Sie darf nur an Kliniken durchgeführt werden, welche eine jährliche Mindestfallzahl vorweisen können und diese Eingriffe regelmässig durchführen

Primärtumore der Wirbelsäule 

Primärtumore oder Ersttumore haben ihren Ursprung in der Wirbelsäule selbst und sind extrem selten. Dazu wurde im Januar 2018 von Dr. Cordula Netzer ein Artikel mit dem aktuellen Wissenstand gemäss internationaler Expertengremien mit dem Titel «Therapieoptionen von Sarkome an der Wirbelsäule» veröffentlicht. 
Therapieoptionen bei Sarkomen an der Wirbelsäule

Metastasen der Wirbelsäule 

Metastase bedeutet Tumor-Ableger: Die Ersttumor ist in einem anderen Organ oder Ort lokalisiert und streut von dort in die Wirbelsäule. Dies kann besonders bei einem Prostatakarzinom, Lungen- und Mammakarzinom der Fall sein. Metastasen können Teile der Wirbelsäule zerstören und so schwerwiegende Beschwerden verursachen. 

Die Abklärung und Behandlung von Tumoren erfordert die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Spezialisten. Wenn Sie bereits bei einem Tumorspezialisten (Onkologen) in Behandlung sind, werden wir mit diesem das weitere Behandlungskonzept abstimmen oder entsprechende Spezialisten zur Mit- und Weiterbehandlung hinzuziehen. 

Eine operative Behandlung der Wirbelsäule ist nicht in jedem Fall erforderlich, kann aber notwendig werden, wenn:

  • Starke Schmerzen zur Immobilität führen.
  • Ein Wirbelbruch droht oder bereits erfolgt ist.
  • Tumorbedingte Einengungen des Rückenmarks oder einzelner Nerven zu Lähmungen oder Ausfallslähmungen führen.

Muss ein Wirbelkörper wegen eines Tumors entfernt werden oder wurde dieser durch einen Tumor zerstört, kann es erforderlich werden, dass man diesen oder auch mehrere Wirbelkörper durch Implantate oder einen körpereigenen Knochenspan ersetzt. Dies sind oft grosse und komplizierte Eingriffe, die einer sorgfältigen Planung und auch Nachbehandlung bedürfen.

 

Tumorboard

Die Behandlung von Tumoren erfolgt immer im Team. Um die bestmögliche Therapie zu gewährleisten werden grundsätzlich alle Patientinnen und Patienten mit Tumoren an der Wirbelsäule im sogenannten «Tumorboard» besprochen. Dies ist ein interdisziplinäres Expertengremium mit Spezialistinnen und Spazialisten, welche eine langjährige Erfahrung in der Behandlung von Tumorpatienten aufweisen. Mehr Informationen

Wir werden die Therapieempfehlungen und Möglichkeiten ausführlich mit den Betroffenen besprechen und auf die Wünsche und Bedürfnisse der Patientin oder des Patienten eingehen. Wenn bereits Onkologen in die Behandlung involviert sind werden wir uns mit diesen abstimmen.

 

Therapieoptionen

Die Behandlung von Tumoren kann abhängig von der Art des jeweiligen Tumors aus drei Säulen bestehen:

  1. Chemotherapie und/oder
  2. Bestrahlung und/ oder
  3. Operation. 

Weitere Informationen: Onkologie und Radioonkologie

Operationen bei Tumoren an der Wirbelsäule

Am Universitätsspital Basel behandeln wir unsere Patientinnen und Patienten auf der Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und mit modernster medizintechnischer Ausstattung. Wir wenden deshalb sämtliche operative Techniken für Tumore der Wirbelsäule an: 

  • Vertebroplastie/Kyphoplastie 
  • Dekompression 
  • Stabilisation: offen oder MIS (minimalinvasive Chirurgie)
  • Enbloc Resektion/ Rekonstruktion 
  • Radiofrequenzablation (Thermoablation) in Zusammenarbeit mit den Kollegen der interventionellen Radiologie
  • Mikroembolisation in Zusammenarbeit mit den Kollegen der interventionellen Radioneurologie

Desweiteren verwenden wir bei der Behandlung von Tumoren modernste Implantatmaterialien wie Carbon, welche Vorteile in der Versorgung von Wirbelsäulentumoren haben können.

 

Fallbeispiel: Riesenzelltumor im 4. Lendenwirbel

Tumor im 4. Lendenwirbel vor der Operation
Entfernung des Wirbelkörpers und aufwändige Rekonstruktion mit einem Platzhalter (Cage) und Schrauben-Stab-Implantat
Entfernung des Wirbelkörpers und aufwändige Rekonstruktion mit einem Platzhalter (Cage) und Schrauben-Stab-Implantat
 

Wirbelsäulenmetastasen

Zuweiserinformationen zu Wirbelsäulenmetastasen 

Um den Behandlungsablauf zu optimieren haben wir für Sie die Zuweisermodalitäten überarbeitet:

  • Besteht der Verdacht auf eine Myelonkompression oder Fraktur durch eine Metastase ist eine schnellstmögliche Abklärung und ggf. Behandlung erforderlich.
  • Sind erst einmal neurologische Ausfälle aufgetreten nehmen diese oft innert Stunden zu und die Prognose verschlechtert sich rapide.
  • In Ihrer Praxis wird es in der Regel nicht möglich sein zeitnah die notwendigen Abklärungen zu realisieren.
  • Eine rasche Zuweisung des Patienten kann helfen das Behandlungsergebnis zu verbessern.
 

Anamnese

  • Bekanntes Karziom
  • Neu aufgetretene oder rasch progrediente Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule
  • Alle Schmerzarten sind möglich
    • Mechanischer Schmerz (bei Osteolyse) – unter Belastung
    • Nozizeptiver Schmerz (durch das Tumorwachstum selbst) – Nachts
    • Neuropatischer Schmerz (durch die Kompression der Nerven) – Radikulär

 

Klinischer Untersuchungsbefund

  • Neu akut aufgetretene sensomotorische Defizite/ Radikulopathie
  • Ataxie/ Zeichen einer Myelopathie
  • Conus-Cauda Syndrom
 

Labor

  • BB, Entzündungsparameter (erhöht im Rahmen der Tumorerkrankung)
  • DD Spondylodiszitis