26. Januar 2016

Elektrokrampftherapie und Psychotherapie bei Depressionen. Geht das zusammen?

Dr. med. Andreas Linde, Leitender Oberarzt Schwerpunkt Affektive Erkrankungen, Psychiatrische Dienste Aargau, Klinik Königsfelden

 

Zwei therapeutische Ansätze, deren Herkunft und theoretischer Unterbau und – historisch gewachsener – ideologischer Überbau scheinbar kaum unterschiedlicher sein könnte: Elektrokrampftherapie (EKT) und Psychotherapie. Während die Kombination einer medikamentösen Therapie mit einer störungsspezifischen Psychotherapie als ein wirksamer gemeinsamer Ansatz bei schwereren Depressionen angesehen wird, ist die Erkenntnis noch neu, dass auch die Kombination von EKT und Psychotherapie positive Resultate bei schwer depressiven Patienten zustande bringt, bei PatientInnen die sonst wohl nicht für eine psychotherapeutische Behandlung erreichbar gewesen wären. Die Stärke der EKT besteht vor allem darin, therapieresistente und schwere depressive Symptome besonders zuverlässig in kurzer Zeit zu lindern oder gar zu remittieren. Bleibende Nebenwirkungen oder Schädigungen am ZNS konnten nicht nachgewiesen werden. Für die Langzeitprophylaxe kann sie eine gute Ergänzung darstellen neben medikamentösen Strategien und störungsspezifischen psychotherapeutischen Behandlungen, wie z. B. CBASP (Cognitive Behavioral Analytic System of Psychotherapy). Im Vortrag werden sowohl die EKT als biologisch wirksame Therapieform vorgestellt, als auch CBASP als ein ebenfalls sehr wirksames Psychotherapieverfahren.

Vortragspräsentation zu "Elektrokrampftherapie und Psychotherapie bei Depressionen"

Andreas Linde: Elektrokrampftherapie und Psychotherapie bei Depressionen