02. Juni 2022

Das Fortschreiten der Behinderung bei MS rechtzeitig erkennen und verstehen

Bei Multipler Sklerose kann eine Behinderung auch entstehen und weiter fortschreiten, obwohl eigentliche Schübe verhindert werden. Eine Studie am USB hilft bei der frühzeitigen Erkennung.

 

Der Einsatz moderner Therapien erlaubt es heutzutage, das Auftreten von Schüben bei vielen MS Betroffenen vollständig zu verhindern. Doch auch ohne Schübe kann sich eine bleibende Behinderung entwickeln. Solche «Progression Independent of Relapses», auch PIRA genannt, zu erkennen und zu verstehen, wird bei der weiteren Optimierung der Therapie immer bedeutsamer.

In einer gross angelegten Studie konnte ein nationales, wissenschaftliches Konsortium unter der Leitung von Prof. Cristina Granziera (SNF Professorin,  Translational Imaging in Neurology (ThINk) Basel) am DBE, RC2NB und der Neurologie des USB zeigen, dass PIRA mit einem beschleunigten Verlust an Hirngewebe (Atrophie) in mehreren Hirnregionen und speziell in der Hirnrinde einhergeht. Auch dann, wenn keine neuen oder sich vergrössernden Herde in der MRT gesehen werden.

In der Studie wurden standardisierte MRT-Aufnahmen (n=1904) von 516 MS-Betroffenen, die an der Schweizerischen MS Kohorten Studie (SMSC) teilnehmen, ausgewertet. Die Ergebnisse belegen, wie bedeutend es ist, MS Patienten mit PIRA frühzeitig zu erkennen. Dann ist es möglich, neuartige therapeutische Ansätze für diese Patienten zu entwickeln und eine personalisierte Behandlung anzubieten.

Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift JAMA Neurology publiziert, Erstautor:  Alessandro Cagol