19. September 2017

Das Reizdarmsyndrom in biopsychosozialer Perspektive – vom Störungsmodell zur Therapie

Prof. Dr. Rainer Schäfert, Universitätsspital Basel, Psychosomatik

 

Nicht-spezifische gastrointestinale Beschwerden sind ein häufiger Konsultationsanlass in Primärversorgung, Gastroenterologie und anderen Bereichen der Medizin und nicht selten eine Herausforderung für Behandler wie Patienten. Oft liegt ein Reizdarmsyndrom (RDS) vor, für dessen Definition es Kriterien nach der Rom-Klassifikation wie auch nach der einschlägigen
deutschen S3-Leitlinie gibt. Leitsymptome sind Diarrhoe, Obstipation, Schmerzen/ Krämpfe und Blähungen/ Flatulenz. Im Vortrag
soll ein Dreischritt zur Schweregradgestuften, interdisziplinären Versorgung von Patienten mit RDS vorgestellt werden:

  1. Systematische Simultandiagnostik sowohl organischer, als auch psychosozialer Faktoren, welche die Beschwerden beeinflussen
  2. Individuelles Zusammenführen dieser Faktoren in einem biopsychosozialen Erklärungsmodell entlang der Mikrobiota-Darm-Hirn-Achse
  3. Partizipatives Ableiten einer multimodalen Behandlungsrationale mit ernährungsmedizinischen Massnahmen (z.B. FODMAP-Konzept), Allgemein-Massnahmen (z.B. körperliche Aktivierung), symptomorientierter Medikation (z.B. Flohsamenschalen) und psychosozialen Massnahmen (z.B. bauchgerichtete Hypnotherapie).

Der Schwerpunkt liegt dabei auf den psychosomatischen Aspekten.

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