17. Januar 2014

Erfolgreiche Implantation einer selbstauflösenden Gefäss-Stütze

Dem Universitätsspital Basel ist es als erstem Spital der Schweiz gelungen, einem Patienten eine Gefäss-Stütze einzusetzen, die sich von selbst wieder auflöst. Der temporäre Stent aus Magnesium unterstützt somit die natürliche Gefässfunktion und verhindert mögliche Langzeitkomplikationen.

 

Die erstmals in der Schweiz angewandte Behandlungsmethode ist dem Team der interventionellen Kardiologie des Universitätsspitals Basel Ende November gelungen. Zur nachhaltigen Behandlung eines verengten Blutgefässes wurde einem Patienten ein neuartiger, selbstauflösender Stent eingesetzt. Während herkömmliche Gefäss-Stützen aus Metall dauerhaft im Körper bleiben, löst sich der neuartige Stent dank einer neu entwickelten Magnesiumlegierung nach einigen Monaten vollständig auf.

Eine zusätzliche Beschichtung des Stents mit Medikamenten soll eine neuerliche Verengung der Blutgefässe verhindern. Gegenüber dauerhaften Implantaten hat der selbstauflösende Stent den Vorteil, dass das betroffene Blutgefäss auf nachhaltige Weise unterstützt wird und langfristig seine natürlichen Funktionen erhält. Damit sinkt potenziell das Risiko von späteren Komplikationen.

Internationale Studie

Die am Universitätsspital Basel erfolgte Implantation des Stents „Dreams“ (abgekürzt für Drug Eluting Absorbable Metal Scaffold) ist Teil einer internationalen wissenschaftlichen Untersuchung. Im Rahmen der klinischen Studie Biosolve-II werden Daten von mehr als 120 Patientinnen und Patienten gesammelt. Neben Studienzentren in der Schweiz und Deutschland sind auch Krankenhäuser in Belgien, Dänemark, den Niederlanden, Spanien, Brasilien und Singapur beteiligt.

Im Universitätsspital Basel sind bereits zwei Implantationen des Stents „Dreams“ gelungen. Beiden Patienten, denen im November eine solche Gefäss-Stütze eingesetzt wurde, geht es gut. Die Eingriffe waren nötig, weil durch den drohenden Verschluss eines Gefässes der Blutfluss im Körper der Patienten ins Stocken geraten war und ein Herzinfarkt drohte. Zum Team der interventionellen Kardiologie des Universitätsspitals Basel gehören Prof. Christoph Kaiser, PD Dr. med. Raban Jeger und Prof. Peter Buser.