21. Februar 2022

Forschende des USB mit topaktuellen Erkenntnissen zu Vorhofflimmern und Demenz

Die Kardiologen des Universitätsspitals Basel und des Cardiovascular Research Institutes Basel (CRIB) präsentieren neue Erkenntnisse der Schweizer Kohortenstudie Swiss-AF in der renommiertesten Fachzeitschrift für Herzmedizin. Diese untersucht den Zusammenhang zwischen bestimmten Herzrhythmusstörungen und dem Verlust von geistigen Fähigkeiten. Im Zentrum steht dabei das Phänomen der sogenannten stummen Hirninfarkte.

 

Die Forschenden um Prof. Michael Kühne und Prof. Stefan Osswald beobachten bei Patienten mit einer Herzrhythmusstörung, dem Vorhofflimmern, das Auftreten von stummen Hirninfarkten im MRI. Trotz der Blutverdünnung, welche bei Vorhofflimmern verordnet wird, erlitten 5,5 Prozent der Patienten zwischen zwei im Abstand von 2 Jahren durchgeführten MRI einen nachweisbaren Hirninfarkt. Patienten mit einem neuen Hirninfarkt hatten zudem nach 2 Jahren eine schlechtere Hirnleistung in neurokognitiven Tests. Sie verloren also dauerhaft kognitive Fähigkeiten. Wie bereits frühere Erkenntnisse der Basler Forschenden in der Kohortenstudie, an der sich verschiedene Herzzentren beteiligen, gezeigt hatten, können diese bis zur Demenz reichen.

Daraus leiten die Forschenden ab, dass möglicherweise geprüft werden muss, ob bei gewissen Patienten neben Blutverdünnern auch noch weitere Therapien zur Prophylaxe von Hirninfarkten eingesetzt werden müssen. An der Studie nahmen 1'227 Patientinnen und Patienten im Alter von über 65 Jahren teil. 68 Patienten erlitten im Beobachtungszeitraum einen im MRI nachweisbaren Hirninfarkt, davon verliefen 85% stumm.

Die Resultate wurden am 17.02.2022 im European Heart Journal veröffentlicht.

 

Referenz: Kühne M, Krisai P, Coslovsky M, Rodondi N, Müller A, Beer J, et al. Silent brain infarcts impact on cognitive function in atrial fibrillation. Eur Heart J. 2022. doi:10.1093/eurheartj/ehac020.