26. April 2016

Möglichkeiten und Grenzen der online-Therapie

Eva Heim, Universität Zürich, Psychologisches Institut - Psychopathologie & Klinische Intervention; Leitung Fachbereich OnlineTherapien

 
Eva Heim

Die Wirksamkeit von Internetbasierten Therapien bei verschiedenen Störungsbildern (Angst, Depression, Posttraumatische Belastungsstörung) wurde in den letzten Jahren in zahlreichen randomisierten klinischen Studien und Metaanalysen belegt. Internet-basierte Therapieverfahren unterscheiden sich hinsichtlich des Ausmasses an Unterstützung durch den Therapeuten. Das Spektrum umfasst reine Selbsthilfeprogramme, geleitete Selbsthilfe, Internet-basierte Therapie mittels Manualen oder Therapien, welche vollständig über E-Mail, Skype oder Chats angeboten werden. Interapy® ist ein online-Therapieprogramm zur Behandlung von Trauma-Folgestörungen und komplizierter Trauer. Es basiert auf strukturierten Schreibaufgaben, kommentiert durch den Therapeuten. Die Verlaufsuntersuchungen zeigen eine sehr zufriedenstellende Wirksamkeit. Die Internetbasierte Therapie weist jedoch auch Limitationen auf: Rein textlicher Informationsaustausch birgt ein Risiko für Missverständnisse; gleichzeitige Behandlung verschiedener Störungsbilder ist nicht möglich und vor Allem wird diese Therapieform in der Schweiz nicht von den Krankenkassen vergütet. Das Referat beleuchtet das Potential der Internet-basierten Therapie zur Ergänzung der Versorgung im Bereich psychischer Gesundheit.

Vortragspräsentation Eva Heim: Möglichkeiten und Grenzen der Online-Therapie

Audio Eva Heim: Möglichkeiten und Grenzen der Online-Therapie