27. Januar 2021

Neue Studie zur Beteiligung des Nervensystems bei COVID-19

COVID-19 Patienten auf der Intensivstation zeigen häufiger eine Mitbeteiligung des Nervensystems als ähnlich schwer Kranke ohne COVID-19, das zeigt eine interdisziplinäre Forschungsgruppe am USB in einer Publikation in «Annals of Neurology».

 

In einer Zusammenarbeit unter Beteiligung der Intensivmedizin, Kardiologie, DKF und Neurologie konnte das Team um die Professoren Raoul Sutter und Jens Kuhle eine Mitbeiteiligung des Nervensystems bei COVID-19 zeigen. Schwerkranke COVID-19 Patienten auf der Intensivstation weisen demnach 5,7-fach höhere Konzentrationen der leichten Kette der Neurofilamente (NfL) im Serum auf wie gleich alte gesunde Kontrollpersonen. Erstmals konnten sie auch nachweisen, dass die Konzentration dieses Biomarkers, der eine Schädigung von Nervenzellen spezifisch widerspiegelt, bei intensivpflichtigen COVID-19 Patienten ungefähr doppelt so hoch war, wie bei ähnlich schwer betroffenen intensivpflichtigen Patienten ohne OVID-19. Hohe Serum NfL Werte waren mit einem schlechteren Outcome assoziiert - unabhängig davon, ob es sich um COVID-19 oder nicht COVID-19 Patienten handelte.

Die Studie weist auf eine häufige symptomatische oder asymptomatische Mitbeteiligung des Nervensystems bei COVID-19 hin. Serum NfL könnte sich auch auf der Intensivstation zur Erkennung von neurologischen Komplikationen und als prognostischer Marker für einen schlechteren Verlauf als nützlich erweisen.

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